Rostocker Ultras boykottieren Werder-Spiel – kommen aber trotzdem

Video vom 27. August 2021
Die Rostocker Ultra zünden Pyrotechnik während des Spiels. FC Hansa Rostock vs VfB Lübeck, Fussball, 3. Liga, 22.05.21 Rostock Germany Ostseestadion
Bild: Imago | Agentur 54 Grad
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Weil einigen Ultras Werders Ticket-Bedingungen nicht passen, wollen sie nicht ins Stadion. Die Polizei rechnet mit einer "Problemklientel" von rund 300 Personen.

Schon Tage vor dem Werder-Heimspiel gegen Rostock am Sonntag (13:30 Uhr) schaukelt sich die Stimmung hoch: Die Behörden rechnen mit rund 300 Rostocker Fans, die Probleme machen könnten und haben die Partie "aufgrund von gewaltbereiten Anhängern und Erfahrungen aus der vergangenen Zeit" zum Hochrisikospiel erklärt. Die Bremer Polizei erwarten Verstärkung aus Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt sowie eine Reiterstaffel aus Hamburg.

Rostocker "Suptras" wollen aus Protest nicht ins Stadion

Die Lage könnte sich jedoch weiter zuspitzen. Denn einige Rostocker Ultra-Gruppen, die sich selbst als "Suptras" bezeichnen, haben angekündigt, den Stadionbesuch zu boykottieren, aber trotzdem nach Bremen zu kommen. Sie kritisieren die Preise und den Ablauf des Kaufverfahrens. Stein des Anstoßes ist vor allem, dass die Fans beim Ticketkauf persönliche Daten direkt bei Werder abgeben müssen. Sie fürchten, dass diese für die Fans "unkontrollierbar" bei Behörden landen könnten. Werder verweist darauf, dass das Prozedere im Weser-Stadion gängige Praxis sei: "Wir gehen sorgfältig mit den Daten um und geben sie nicht einfach weiter", sagte Werder-Sprecher Christoph Pieper.

Polizei droht mit Rechnungen

Polizisten warten vor dem Weser-Stadion.
Die Bremer Polizei will alle Fans ohne Karten am Sonntag eng begleiten. (Archivbild) Bild: Imago | Nordphoto

Die Bremer Polizei kündigte an, dass sich Gäste-Fans ohne gültige Tickets auf eine enge Begleitung einstellen müssen. Fanmärsche wurden – wie bei Risikospielen üblich – vom Ordnungsamt untersagt. Vom Bahnhof aus ist ein Busshuttle für die Gästefans geplant. Sollte es dennoch zu einer Eskalation kommen, droht die Polizei Problemfans auch mit finanziellen Konsequenzen: Wer von der Polizei in Gewahrsam genommen wird, dem sollen die Kosten in Rechnung gestellt werden.

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 27. August 2021, 18:06 Uhr