Werders Remis-Könige treten auf der Stelle

Die Bremer verlieren nicht. So weit, so gut. Aber dass sie seit sechs Spielen nicht mehr gewonnen haben, macht die Aufgabe gegen Tabellenführer Gladbach nicht leichter.

Nahaufnahme eines Bildschirms mit der Bundesligatabelle und Werder auf Rang zwölf gelistet.
Grün-Weiß im grauen Mittelfeld: Weil die Bremer die Führung schon sechs Mal nicht über die Zeit brachten, büßten sie bisher schon 13 Punkte ein. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Den Satz mit der Fahrradkette sparte sich Florian Kohfeldt. Nicht einmal die inzwischen Kult gewordene Variante des Hobby-Philosophen Lothar Matthäus wollte der Werder-Coach verwenden: "Wäre, wäre, Fahrradkette." Doch ausgesprochen oder nicht, genau mit diesem Konjunktiv haderten die Bremer unter der Woche. Denn "hätten wir das Tor in der 92. Minute nicht gekriegt", sagte Kohfeldt, "würden wir alle sagen, wir fahren nach einer Topwoche nach Gladbach." Doch Werder hatte eben gegen Freiburg noch das späte 2:2 kassiert, und "so geht man mit einem blöden Gefühl aus der Woche".

Und da stehen die Bremer nun, mit oder ohne Fahrradkette, aber mit bedröppelten Gesichtern. Werder spielte in den vergangenen fünf Bundesliga-Partien fünf Mal in Folge Unentschieden und stellte damit den Vereinsrekord aus dem Jahr 1991 ein. Die Bremer sind die Remis-Könige von der Weser und kommen so einfach nicht vom Fleck.

Wir hatten mehrheitlich in den letzten fünf Spielen das Gefühl, dass wir uns die Siege selber weggenommen haben.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

Werder bringt Führungen nicht über die Zeit

Florian Kohfeldt gestikuliert, während er beim Werder-Training seinen Spielern etwas erklärt.
Trainer im Erklärmodus: Florian Kohfeldt greift auch während des Trainings immer mal wieder ein. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Ein Grund dafür ist schnell gefunden, denn Werder hatte zum fünften Mal in Folge und zum sechsten Mal in dieser Saison eine Führung nicht über die Zeit gebracht. 13 Punkte ließen die Bremer so bereits liegen und daher heißt es statt oberem Tabellendrittel eben Mittelmaß mit elf Punkten auf Platz zwölf. Für Werder könnte es am Sonntag ab 13:30 Uhr sogar noch bitterer kommen. Sollte Kohfeldts Elf auch gegen Gladbach in Führung gehen und doch nicht gewinnen, dann wäre das gar ein neuer Bundesligarekord. Allerdings einer, auf den die Bremer gerne verzichten würden.

Und Kohfeldt ist sich zumindest sicher, dass der Nackenschlag gegen Freiburg etwas Positives hatte. "Es war die Chance, den Finger in die Wunde zu legen", sagte der Trainer. Sie hätten die Lage mit "großer Offenheit" besprochen. "Nach einem Erfolgserlebnis ist eine Mannschaft deutlich weniger aufnahmefähig, als in Momenten, in denen es wehtut", fügte Kohfeldt hinzu: "Und Samstag tat es weh." Doch die Schmerzen sollen am Sonntag vergessen sein, obwohl es gegen den Tabellenführer geht, der im Borussia-Park zudem seit acht Heimspielen gegen Werder ungeschlagen ist (fünf Siege, drei Remis).

Der Sieg gegen Gladbach ist das Ziel

Kohfeldt glaubt fest an seinen Weg, an seine offensive Spielweise und er glaubt an seine Spieler. Die Remis-Serie nervt ihn jedoch genauso wie seine Mannschaft, doch der Werder-Coach wird nicht müde zu betonen, dass auch schwere Gegner dabei waren, gegen die ein Punkt kein schlechter Fang gewesen sei. Doch Unentschieden sind nicht der Anspruch der Grün-Weißen. Das hat Kohfeldt seinen Spielern längst eingeimpft. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob die Remis-Serie ausgerechnet gegen Gladbach reißt und die Wende für die Bremer einläutet. Oder ob doch wieder die olle Fahrradkette herhalten muss.

Ich gehe nie in ein Spiel mit dem Ziel, ein Unentschieden zu erreichen, sondern will immer gewinnen. Auch in Gladbach ist das das klare Ziel. Es wird sehr wichtig, dass wir Mut ausstrahlen.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

Werder ohne Furcht vor Tabellenführer Gladbach

Florian Kohfeldt sitzt neben dem nachdenklichen Frank Baumann bei einer Pressekonferenz.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Autorin

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 9. November 2019, 18:06 Uhr