Werders Fazit: "Wildes Spiel, wilde Hinrunde"

Bild: Imago | Jan Huebner

Bremen ist zurück im Aufstiegsrennen der 2. Liga. Unter dem neuen Coach Ole Werner gab es den zweiten Sieg im zweiten Spiel – obwohl Werder am Ende zittern musste.

Das Schneetreiben in Regensburg war gerade wieder etwas dichter geworden, als Marvin Ducksch dennoch den Ball zielsicher im Tor unterbrachte. Es war die 89. Spielminute und das 3:1 für Werder, das sollte es doch gewesen sein – eben nicht.

Bei den Partien der Bremer ist das Herzinfarktrisiko für die Anhänger stets inklusive, einfach kann Werder eben nicht. Und so drohte auch dieses Spiel tatsächlich noch zu kippen: Regensburgs Sarpreet Singh erzielte in der zweiten Minute der Nachspielzeit den Anschlusstreffer und Aygün Yildirim direkt danach den Ausgleich. Werders neuer Coach Ole Werner konnte es kaum fassen.

"Hintenraus unnötig spannend"

Doch einen Moment später durfte er sich wieder fassen, denn der Regensburger hatte hauchdünn im Abseits gestanden, der Treffer zählte nicht. Abpfiff, Ende, 3:2 und absolute Erleichterung bei Werder und Werner.

Wir nehmen drei Punkte mit, die uns gut tun und die auch in der Tabelle wichtig sind. Es war heute das erwartet wilde Spiel und wir haben es hintenraus unnötig spannend gemacht. Das Fazit ist positiv, aber sicherlich nicht restlos positiv.

Werder-Trainer Ole Werner in der ARD

Früh in Rückstand geraten, Chancen nicht gut zu Ende gespielt und den Gegner leichtfertig wieder ins Spiel gebracht – es war sicherlich nicht alles gut, was Werder zum Abschluss der Hinrunde vor der Geisterkulisse in Regensburg anbot. Doch die Bremer erkämpften und erzwangen diesen wichtigen Sieg. Nun ist Werder also dabei im Rennen um den Aufstieg.

Werders Bittencourt: "Hatte keine Sekunde Angst zu verlieren"

Bild: Radio Bremen

"So langsam geht ein Rädchen ins andere"

Wer hätte das vermutet nach den vielen Querelen im und um den Verein herum, nach der späten Kaderzusammenstellung, dem langen Fremdeln der Spieler mit dem Zweitliga-Betrieb und schließlich dem Skandal um den möglicherweise gefälschten Impfausweis von Trainer Markus Anfang. Wilde Zeiten bei Werder, auf und neben dem Platz.

Die Hinrunde war auch wild, es ist viel passiert. Es sind viele Dinge passiert, die uns Steine – fast schon Felsen – in den Weg gelegt haben. Aber jetzt geht so langsam ein Rädchen ins andere und dann gewinnt man auch solche Spiele.

Werder-Profi Leonardo Bittencourt in der ARD

Werder hat doch Lust auf Aufstieg

Werder liegt in der Tabelle zum Abschluss der Hinrunde zwar weiterhin auf Rang neun, doch der Abstand zu Rang drei beträgt nur noch drei Punkte. Obwohl im Verein bisher immer von "Wiederaufbau" und nicht von "Wiederaufstieg" gesprochen wurde, scheinen die Spieler jedenfalls keine Lust mehr auf Zweitliga-Mittelmaß zu haben. "Ich spiele nicht in der 2. Liga, um irgendwo in der Mitte rumzuspielen. Ich will aufsteigen, viele Jungs auch", betonte Bittencourt bei Sky.

Wir wussten, dass wir heute eine Riesenchance haben, wieder ganz oben mitzumischen, wenn wir drei Punkte holen. Das war unser Ziel und ich glaube, das hat man auch gesehen. Der Wille hat dazu beigetragen, dass wir das Spiel gewonnen haben.

Werder-Profi Marco Friedl in der ARD

Am Sonntag in einer Woche, dem 19. Dezember, startet für Werder die Rückrunde mit dem Auswärtsspiel in Hannover und dort will man dem Trainer mit dem dritten Sieg den Hattrick zu Weihnachten schenken. "Wir wollen nachlegen", kündigte auch Werner selbst in der ARD an, "und wir werden kämpferisch an heute anknüpfen. Aber an einigen Stellen werden wir noch nachbessern müssen."

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Dieses Thema im Programm: One, Sportschau, 10. Dezember 2021, 22:30 Uhr