Jetzt ist Rashica Werders Unterschiedsspieler

Lange war Max Kruse Werders Mann für die wichtigen Szenen. Doch seit Milot Rashica durchstartet, fragt keiner mehr nach Kruse. Kann Werder "Rakete" Rashica halten?

Milot Rashica schreit nach seinem Tor in Dortmund den Jubel heraus.
Raketenstart gegen Dortmund: Schon nach sieben Minuten netzte Milot Rashica das 1:0 für Werder Bremen ein. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Die Bremer "Rakete" zündet wieder. Mit Milot Rashica ist die Offensive von Werder Bremen fast eine Klasse besser. Spätestens seit seinem starken Comeback mit einem Tor beim 2:2 bei Borussia Dortmund ist klar: Werder hat nach dem Abgang von Max Kruse wieder einen Unterschiedsspieler.

Auch bei Eintracht Frankfurt soll der Kosovare am Sonntag (18 Uhr) wieder wirbeln. Der blitzschnelle Profi hat gute Erinnerungen an die Hessen. Im vergangenen Jahr sorgte er mit einem herrlichen Freistoßtreffer in der sechsten Minute der Nachspielzeit für den vielumjubelten 2:1-Auswärtssieg. Allerdings ist fraglich, wie lange der 23-Jährige mit dem Spitznamen "Rocket" noch für Werder durch die gegnerischen Abwehrreihen düsen wird. Denn es ist kein großes Geheimnis, dass es den Flügelflitzer irgendwann zu einem großen Klub ziehen wird.

Keine Vertragsverlängerung in Sicht

Milot Rashica umringt von Dortmunder Spielern kann auch von Lukasz Piszczek nicht vom Ball getrennt werden.
Kaum zu halten: Milot Rashica (Mitte) lässt sich auch von Dortmunds Lukasz Piszczek nicht vom Ball trennen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

"Es kommt die Zeit, dass er den nächsten großen Schritt machen muss", sagte Berater Altin Lala dem Onlineportal "Deichstube.de". Angebote soll es bereits im vergangenen Sommer gegeben haben. Doch weder Spieler noch Verein signalisierten Interesse an einem Transfer. Die Bremer würden gerne vorzeitig verlängern, inklusive einer saftigen Gehaltserhöhung. Nach Medienberichten soll auch eine Ausstiegsklausel eingebaut werden, die Werder im Fall eines Verkaufs auf einen Rekord-Transfer hoffen lassen darf. Doch vorerst sind keine Vertragsgespräche geplant.

"Milot hat hier doch noch drei Jahre Vertrag. Er soll jetzt erstmal Fußballspielen und seine Leistungen bestätigen", stellte Berater Lala klar. Eine Verlängerung kann sich aber auch die Rashica-Seite vorstellen, vor allem aufgrund des Salärs. Lala, langjähriger Profi von Hannover 96, merkte an, dass Top-Star Rashica "kein Top-Verdiener" in Bremen sei. Als Rashica im Januar 2018 für rund 7,5 Millionen Euro vom niederländischen Klub Vitesse Arnheim zu Werder kam, war er fast noch ein Unbekannter. Jetzt fürchtet ihn die Bundesliga-Konkurrenz aufgrund seiner Schnelligkeit und Abschlussstärke. In Florian Kohfeldt hat Rashica nicht nur einen Trainer, sondern auch seinen größten Fan.

Milot bringt etwas in unser Spiel, was wir so nicht haben. Das macht uns noch weniger ausrechenbar.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

Im Kosovo ist Rashica ein Held

Als es zu Beginn seiner Bremer Zeit nicht unbedingt nach Wunsch lief, nahm der Bremer Coach den schüchtern wirkenden Profi immer wieder zur Seite. Spätestens nach der vergangenen Rückrunde mit acht Treffern hat sich die Arbeit von Kohfeldt mit seinem Schützling ausgezahlt. Auch die Leistung in Dortmund nach einmonatiger Verletzungspause war vielversprechend. In Bremen läuft es rund, Träume hat Rashica aber auch mit seinem Heimatland Kosovo.

In der EM-Qualifikation hat die junge Nation mit acht Punkten in der Gruppe A als Tabellendritter noch alle Chancen auf die Euro 2020. Nach dem Spiel gegen Montenegro (14. Oktober) kommt es einen Monat später in Tschechien zum wohl entscheidenden Duell um das EM-Ticket. "Er ist dort so etwas wie ein Held", sagte Kohfeldt über die Stellung des Nationalspielers in seiner Heimat. In Bremen ist er auf dem Weg dorthin.

Werders "Rakete" Rashica will weiter durchstarten

Milot Rashica trägt lächelnd das gelbe Metallmännchen zum Trainingsplatz.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Dieses Thema im Programm: NDR, Sportschau Bundesliga am Sonntag, 6. Oktober 2019, 21:45 Uhr