Werders Rapp zum Pokal-Aus: "24 Stunden macht man sich Gedanken"

Nicolai Rapp steiht im Spiel gegen Osnabrück zum Kopfball hoch.
Doppelt im Pech: Nicolai Rapp scheiterte in Osnabrück mit gleich zwei Kopfbällen am Pfosten. Bild: Imago | Nordphoto

Nicolai Rapp hatte am Sonntag in Osnabrück gleich zweimal den Ausgleich auf dem Kopf. Trotz des Ausscheidens kann er viel Positives aus dem Bremer Spiel ziehen.

Beim Pokal-Aus in Osnabrück am Sonntag hätte Debütant Nicolai Rapp der Bremer Matchwinner sein können, am Ende war er aber einer der großen Pechvögel. Gleich zweimal scheiterte er per Kopf am Pfosten (74., 90.+1). Und sein kleiner Wutausbruch nach dem zweiten Aluminiumtreffer verriet, dass er sein Pech in diesem Moment nicht wirklich glauben konnte. Auch nach dem Abpfiff saß der Frust bei ihm noch tief. "Die erste Nacht danach hat man immer Szenen im Kopf und macht sich Gedanken", verriet Rapp am Mittwoch in einer Medienrunde. "24 Stunden macht man sich Gedanken, und danach geht es weiter."

Weiter geht es für die Bremer am Sonntag (13:30 Uhr) im Weser-Stadion gegen den SC Paderborn. Für Werder ist es eine verzwickte Situation. Nach dem Last-Minute-Sieg in Düsseldorf sprach Coach Markus Anfang von einem "Brustlöser". Endlich mal wieder gewonnen. Endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis. Endlich mal wieder ein positives Gefühl. Das unerwartete Pokal-Aus beim Drittligisten könnte nun allerdings direkt wieder ein echter Wirkungstreffer sein. Zumal die Bremer seit dem Sieg in Düsseldorf mit Joshua Sargent, Yuya Osako und Johannes Eggestein für Zweitliga-Verhältnisse eine Menge Qualität verloren haben. Rapp will das Bremer Spiel allerdings nicht allein am reinen Resultat bewerten. Die letzten Auftritte des Teams machen ihm Mut für die kommenden Aufgaben.

Ich will gar nicht die Ergebnisse in den Vordergrund stellen, sondern die Art und Weise. Wir haben die letzten Minuten Vollgas geben, wir waren am Drücker und haben in Düsseldorf nach dem 2:2 nach vorne gespielt. Das zeigt, dass die Mannschaft lebt, wir haben einen großen Teamgeist. Gegen Osnabrück sind wir am Ende all-in gegangen. Wir hatten die großen Chancen und haben eine gute Moral bewiesen. Leider mit einem nicht so schönen Ende.

Nicolai Rapp in einer Medienrunde am Mittwoch

"Duckschi ist ein guter Spieler"

In Osnabrück fehlten am Ende aber die Tore. Wie wichtig in der 2. Liga ein echter Knipser ist, weiß Rapp. In Darmstadt spielte er zuletzt mit Serdar Dursun zusammen, der in der vergangenen Saison 27 Treffer erzielt hat. "Natürlich ist es wichtig, wenn ein Stürmer viele Tore macht. Letztendlich werden die Spiele durch Tore entschieden", sagte Rapp. Niclas Füllkrug hat derzeit Ladehemmung. Außerdem kann dieser in Anbetracht seiner Verletzungshistorie kaum für eine komplette Saison eingeplant werden. Angeblich bemüht Werder sich daher derzeit um Marvin Ducksch.

"Gegen Duckschi habe ich schon öfter gespielt, das ist natürlich ein guter Spieler", berichtete Rapp über den Stürmer, der aktuell bei Hannover 96 spielt. Weiter wollte er sich zum Gerücht um Ducksch nicht äußern. Sollte dieser alsbald von der Leine an der Weser wechseln, müsste Rapp als potenzieller Torschütze wohl auch seltener in die Bresche springen. Er selbst fühlt sich ohnehin eher als Sechser im defensiven Mittelfeld wohl. Sein Vorbilder sind der Franzose N'Golo Kante vom FC Chelsea und der Brasilianer Casemiro, der bei Real Madrid spielt. "Ich glaube, ich bin eine ähnlicher Typ. Ekelig als Gegenspieler", so Rapp. Zukünftig sollen bei Werder also wohl nicht mehr die Bälle vom Pfosten, sondern die Gegenspieler von ihm abprallen.

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 11. August 2021, 18:06 Uhr