Interview

Bremer Rapp vor dem Duell mit Ex-Klub Darmstadt: "Müssen sie abkochen"

Video vom 14. Oktober 2021
Nicolai Rapp klatscht zufrieden in die Hände-.
Nicolai Rapp hat in der vergangenen Saison noch für Darmstadt 98 gespielt. Bild: Imago | Foto2press
Bild: Imago | Foto2press

Am Sonntag (13:30 Uhr) spielt Werder gegen Nicolai Rapps Ex-Klub Darmstadt 98. Im Interview spricht er über seinen Start in Bremen und Darmstadts gefährliche Angreifer.

Herr Rapp, bei Ihren bisherigen Klubs im Profibereich haben Sie maximal für anderthalb Jahre gespielt. Warum werden Sie in Bremen länger bleiben?
Ich muss sagen, dass es mir hier sehr gut gefällt und ich mich pudelwohl fühle. Auch wenn ich noch nicht so lange hier bin. Natürlich ist es auch mein Ziel, mal irgendwo ein bisschen länger zu bleiben. Ich habe jetzt ja schon viele Stationen hinter mir, aber ein Ziel ist es, mal länger in einem Verein zu spielen. Ich hoffe, dass es hier der Fall ist.
Es gibt ja den Slogan: "Wohnen Sie noch oder leben Sie schon?" Was trifft auf Sie in Bremen zu?
Ich lebe schon (lacht). Ich habe eine Wohnung gefunden und fühle mich dort mit meiner Freundin auch wohl. Sie ist hin und wieder mal hier. Nach Hause ist es jetzt eine andere Entfernung (Rapp wurde in Heidelberg geboren, Anm. d. Red.), damit muss man auch erst einmal klarkommen. Ich sehe die Familie jetzt nicht mehr ganz so oft.
Nicolai Rapp führt im Darmstadt-Trikot denn Ball.
Vergangene Saison hat Nicolai Rapp in der 2. Liga 29 Spiele für Darmstadt 98 absolviert. Bild: Imago | Jan Huebner
Die Norddeutschen haben auch eine etwas andere Mentalität. Wie kommen Sie mit dieser zurecht?
Das habe ich bisher noch nicht festgestellt. Alle sind sehr freundlich, im Verein ist es auch sehr familiär. Deshalb ist es eine schöne Mentalität hier im Norden.
Zum Einstand haben Sie bei Werder den aus Liverpool bekannten Song "You'll never walk alone" gesungen. Weshalb haben Sie dieses Lied ausgewählt?
Gute Frage (lacht). Ich habe mich erst zehn Minuten vorher dafür entschieden. Die meisten singen Schlagersongs, das ist ein bisschen einfacher. Ich habe mich dafür entschieden, und es hat Spaß gemacht. Da muss man sich mal für ein paar Sekunden zum Clown machen vor der Mannschaft.
Markus Anfang kennen Sie bereits aus der gemeinsamen Zeit in Darmstadt. Er hat Sie vom Innenverteidiger zum Mittelfeldspieler umgeschult. Wie leicht ist Ihnen das gefallen?
Eigentlich ziemlich einfach. Ich habe in der Jugend schon den Sechser und in der Innenverteidigung gespielt. Deswegen fiel es mir relativ leicht. Auch letztes Jahr habe ich schon hin und wieder mal etwas offensiver agiert. Ich fühle mich da wohl.
Jetzt geht es weniger um das Verhindern von Toren, sondern um das Toreschießen. Ein Tor haben Sie schon erzielt und eine Vorlage gegeben. Sie selbst haben kritisiert, dass es besser werden muss. Wie soll das funktionieren?
Jeder im Mittelfeld bei uns hat noch nicht so viele Tore geschossen. Wir wollen da unseren Stürmern helfen, damit auch wir ein Spiel entscheiden können, wenn sie mal nicht treffen.
Am Sonntag (13:30 Uhr) treffen Sie auf Ihren Ex-Klub Darmstadt. Dort hat Philipp Tietz schon acht Saisontore erzielt. Auch sein Sturmpartner Luca Pfeiffer hat schon fünfmal getroffen. Die beiden müssen Sie in den Griff bekommen, richtig?
Auf jeden Fall! Die beiden haben in dieser Saison schon viele Tore geschossen. Sie verstehen sich auf dem Platz sehr gut, das sieht man. Ich habe natürlich auch ein paar Spiele verfolgt, sie machen es echt gut. Beide spielen sehr körperbetont, wir müssen sie abkochen. Dann werden sie gegen uns vielleicht auch kein Tor machen.
Phillip Tietz und Luca Pfeiffer bejubeln ein Tor.
Luca Pfeiffer (links) und Phillip Tietz bilden bei Darmstadt 98 ein erfolgreiches Sturm-Duo. Bild: Imago | Eibner
Mit welchen Gedanken fahren Sie zum Spiel gegen Ihren Ex-Klub nach Darmstadt?
Es ist immer schön, gegen einen Ex-Verein zu spielen. Das ist ein besonderes Spiel. Man kennt viele Leute, trifft alte Bekannte. Darauf freut man sich. Ich habe auch zu dem ein oder anderen schon Kontakt gehabt. Mit Mathias Honsak habe ich auch schon den Trikottausch klargemacht.
Tabellarisch ist es sehr eng. Wie wichtig wäre ein Sieg, um den Anschluss an die oberen Plätze nicht zu verlieren?
Natürlich sehr wichtig. Bei einem Spiel geht es um drei oder vier Plätze in der Tabelle. Wir wollen jetzt den Anschluss nach oben halten und nach dem Heidenheim-Spiel nachlegen. Darmstadt ist nur einen Punkt hinter uns. Wir wollen vor ihnen bleiben, am besten nach dem Spiel dann mit vier Punkten.

(Das Interview führte Janna Betten. Aufgeschrieben wurde es von Karsten Lübben.)

So kam der defensive Mittelfeldspieler Nicolai Rapp zu Werder

Video vom 14. Oktober 2021
Zwei Fotos mit dem Fußballspieler Nicolai Rapp.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Janna Betten Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz. 15. Oktober 2021, 18:06 Uhr