Kohfeldts 3 Entscheidungen vor dem Dortmund-Knaller

Spielt Nuri Sahin? Steht Milot Rashica in der Startelf? Und wer verteidigt neben Niklas Moisander? Florian Kohfeldt muss vor dem BVB-Spiel drei Entscheidungen fällen.

Florian Kohfeldt schaut fokussiert. Im Hintergrund wird der Spielplan auf einem Display angezeigt.
Vollauf fokussiert: Nach dem Sieg gegen Düsseldorf steht Florian Kohfeldt allerdings vor kniffligen Entscheidungen. Bild: gumzmedia | Andreas Gumz

1 Spielt Nuri Sahin bei seiner Rückkehr?

Keine Frage: Für Nuri Sahin wird es am Samstag bei seiner Rückkehr in das Westfalenstadion äußerst emotional. Schließlich bestritt das Dortmunder Eigengewächs, das als Kind schon als Balljunge im Dortmunder Stadion half, imposante 223 Bundesliga-Spiele für den BVB, ehe Sahin sich im Sommer entschied, seiner Karriere einen neuen Impuls zu verleihen. Bei Werder kommt er jetzt häufiger zum Einsatz als zuletzt bei den "Schwarz-Gelben". Doch darf er am Samstag auch von Anfang auflaufen? Die sportlichen Gründe sprächen hier zunächst einmal dagegen.

Zum einen, weil Sahin zuletzt gegen Düsseldorf 90 Minuten lang auf der Ersatzbank schmorte, während sein Vertreter Kevin Möhwald im zentralen Mittelfeld nachhaltig Eigenwerbung betrieb. Zum anderen, weil Sahin für das Spiel gegen den BVB nach Florian Kohfeldts Geschmack nicht die ideale Besetzung sein dürfte. Die große Stärke des BVB bringt Kohfeldt schließlich auf eine einfache Formel: "Tempo!" Und gerade in der Offensive ist der BVB mit Spielern wie Marco Reus oder Jadon Sancho pfeilschnell unterwegs. Doch dieses Tempo fehlt Sahin, ebenso wie die Zweikampfhärte. Maximilian Eggestein dürfte daher erneut das Vertrauen des Trainers im defensiven Mittelfeld erhalten. Möhwald zudem auf einer Position davor in der Zentrale die Nase vorn haben. Daran dürfte auch die emotionale Komponente rund um Sahins Rückkehr in das Dortmunder Stadion nichts ändern.

Mich lässt diese Emotionalität nicht kalt. Letztlich darf sie für mich aber kein Grund sein, um über Aufstellung und Nicht-Aufstellung zu entscheiden.

Werder-Coach Kohfeldt über Sahins Startelf-Chancen am Samstag

2 Milot Rashica eine erneute Chance?

Hinter Milot Rashica liegt keine einfache Zeit. Lediglich sieben Mal kam er in dieser Bundesliga-Saison zum Einsatz, stand dabei nur 195 Minuten auf dem Platz. Dies hat seine Gründe, denn bei aller Qualität in der Offenive fehlt dem 22-Jährigen oftmals die nötige Zuverlässigkeit in der Defensive. Kohfeldt vermisst vor allem die Emsigkeit im Gegenpressing. Doch Rashica hat an sich gearbeitet – und Kohfeldt belohnt ihn dafür. Gegen Düsseldorf stand Rashica erstmals in der Startelf, machte seinen Job gut. Das Problem: Noch besser machte ihn der eingewechselte Martin Harnik. Der Österreicher traf zum wichtigen 2:1, bereitete außerdem das 3:1 vor – und könnte dafür wieder den Startelfvorzug vor dem Kosovaren erhalten.

Milot Rashica bejubelt ein Tor beim 3:1-Sieg gegen Düsseldorf.
So möchte Milot Rashica auch gegen den BVB wieder jubeln. Bild: Imago/Foto2press

Rashica besitzt allerdings eine Waffe, die Harnik fehlt: sein Tempo. Kohfeldt stellt jedoch klar: "Langer Ball nach vorne und mit Tempo hinterher, das wird nicht funktionieren." Trotzdem wird er Rashica wohl wieder das Vertrauen schenken. "Seine Chancen, wieder in der Startelf zu stehen, sind groß", betonte Kohfeldt. Verzichten muss Kohfeldt derweil wohl komplett auf Johannes Eggestein, der aufgrund eines grippalen Infekts mit dem Training aussetzen musste. "Jojo war richtig krank, genauso wie Yuya Osako in der letzten Woche." Osako fiel daraufhin gegen Düsseldorf aus, Eggestein droht dieses Schicksal jetzt gegen Dortmund.

3 Wer verteidigt neben Niklas Moisander?

Nach dem Debakel beim 2:6 gegen Leverkusen konnten Marco Friedl und Sebastian Langkamp beim 3:1-Sieg gegen Düsseldorf ihren Ruf wieder aufpolieren. Doch nur einer von beiden dürfte auch gegen den BVB wieder in der Startelf stehen, denn Abwehrchef Niklas Moisander wird nach seiner abgesessenen Gelb-Roten-Karte zurückkehren. Neben der größeren Erfahrung spricht dabei ein entscheidendes Detail für Langkamp: "Es ist kein Geheimnis, dass ich in der Innenverteidigung gerne auf einen Links- und auf einen Rechtsfuß setze", erklärte Kohfeldt am Donnerstag. Das Problem für Friedl ist: Ebenso wie Moisander ist er ein Linksfuß, Langkamp hingegen spielt den Ball bevorzugt mit dem rechten Fuß und ist daher im Vorteil.

Allerdings: Zuletzt taten die Dortmunder sich vor allem gegen Fünferketten schwer. Denkbar erscheint daher auch eine Variante, in der Langkamp und Friedl neben Moisander im Zentrum verteidigen.

  • Karsten Lübben

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 13. Dezember 2018, 18:06 Uhr