Unsere Top 3 der Werder-PK

Es ist Pokalzeit für Werder – und das direkt nach der eiskalten Dusche gegen Mainz. Sehnt man sich da nicht mental schon unter den gemütlichen Weihnachtsbaum?

Florian Kohfeldt bei der Pressekonferenz durch das Objektiv einer Kamera betrachtet.
Pressekonferenz vor dem Pokal-Achtelfinale gegen Freiburg: Sportchef Frank Baumann, Trainer Florian Kohfeldt und Spieler Philipp Bargfrede stellten sich die Fragen der Journalisten. Bild: Andreas Gumz

1 Thema des Tages

Zweimal werden die Werder-Fans noch wach, heißa, dann ist Pokaltach (Bremisch, Anm. d. Redaktion). Aber da wir alle auch nur noch sechsmal wach werden bis zum Weihnachtstach, ist die Frage also nicht ganz unberechtigt, ob die Werder-Profis eigentlich noch wirklich Bock haben auf dieses Pokalspiel gegen Freiburg. Oder ob sie mental nicht doch schon mit der Familie lauschig unter dem Weihnachtsbaum sitzen und gemütlich chillen. Es wäre nachvollziehbar, da der Abschluss der Bundesliga-Hinrunde gegen Mainz ja auch nicht gerade Lust auf mehr gemacht hat. Zumindest nicht die letzte Minute der Partie.

Die eiskalte Dusche hat die gefühlte Aufbruchsstimmungs-Temperatur bei Werder erst einmal auf den Gefrierpunkt abgesenkt. Von wegen Überwintern auf einem Nichtabstiegsplatz, einen ernüchternden 16. Platz gibt es zum Fest. Da möchte man doch lieber Daheim die Decke über den Kopf ziehen und sich die trübe Bundesligawelt mit Eierlikör und Rumpunsch schöntrinken, oder? Nein, nein, wiegelt Philipp Bargfrede ab. Obwohl er zugibt, dass ihm der Nackenschlag von Samstag immer noch nachhängt. Man wolle am Mittwoch "alle Kräfte mobilisieren und alles rausholen". Schließlich hätte man ja die Chance, doch noch mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause zu gehen.

Und wie sieht's beim Trainer aus? Sehnt der sich auch nach Tannenbaum, Gänsebraten und Erholungszeit? "Ich fühle mich nicht müde oder kaputt", meinte Florian Kohfeldt: "Es ist ja nur eine Woche. Ein bisschen durchzuschnaufen wird allen gut tun, und ich freue mich drauf – aber ich könnte auch weitermachen." Kohfeldt, die Reinkarnation des Duracell-Hasen.

2 Personalie des Tages

Weihnachtszeit ist ja vor allem Hoffnungszeit, und so hoffen die Bremer, dass ihr größter Wunsch am Mittwoch in Erfüllung geht – und Max Kruse spielen kann. Es gäbe eine "Resthoffnung", dass Werders Stürmerass dabei sein kann. Und man werde alles dafür tun, sagt Kohfeldt. Was genau getan wird, sagt er nicht. Aber vielleicht helfen am Ende dann eben doch nur noch Stoßgebete gegen Adduktorenprobleme.

Ishak Belfodil wird aber wohl nicht hoffen, dass Max Kruse besonders brav gewesen ist und vom Weihnachtsmann seinen Genesungswusch erfüllt bekommt. Denn dann würde Belfodil wieder auf der Ersatzbank landen. Und von der hat der Algerier genug. Endlich durfte er gegen Mainz von Beginn an ran, endlich hat er getroffen, und endlich wurde er vom neuen Coach mal gelobt. Ein "sehr sehr gutes Spiel" habe Belfodil gemacht und gezeigt, welche Qualitäten er hat. Das ging runter wie muckelig-heißer Glühwein. Und vielleicht wird Belfodil ja wieder zum Pokalhelden – wenn er brav genug gewesen ist...

3 Zitat des Tages

Es wird eine Entscheidung in diesem Jahr geben. Ob die dann unterm Weihnachtsbaum liegt oder nicht, werden wir dann sehen.

Werder-Sportchef Frank Baumann über die Trainerpersonalie ab der Winterpause.

Unser Fazit

Jetzt nochmal beißen, heißt die Parole der Bremer – über den Kampf zum Spiel also, obwohl es draußen eisig kalt ist und drinnen unterm Tannenbaum schon so gemütlich. Noch einmal überwinden, noch einmal unermüdlich rennen wie ein Duracell-Hase, obwohl die Batterien schon fast leer sind. Denn sollte es schiefgehen gegen Freiburg, dann wäre sie wohl endgültig hin – die fröhliche grün-weiße Aufschwungstimmung nach dem Trainerwechsel. Dann wären sie wieder da: die Zweifel. Und Florian Kohfeldt bräuchte wohl mehr als nur eine Rute, um sie in der Mini-Winterpause aus den Spielerköpfen wieder zu vertreiben...

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 18. Dezember 2017, 18:06 Uhr