Unsere Top 3 der Werder-PK

Werder steht vor dem Heimspiel gegen Stuttgart und vor der Frage: Will Werder gewinnen oder wird Werder gewinnen? Wir haben den kurzen Exkurs in Semantik verfolgt.

Das Podium bei der Werder-Pressekonferenz durch den Fokus der TV-Kamera betrachtet.
Im Fokus vor dem Spiel gegen Stuttgart: Trainer Florian Kohfeldt, Sportchef Frank Baumann und Spieler Maximilian Eggestein auf dem Podium der Pressekonferenz. Bild: Andreas Gumz

1 Thema des Tages

Irgendwie scheint es ja ein gutes Zeichen zu sein, wenn vor dem wichtigen Heimspiel gegen Aufsteiger Stuttgart über die Auslegungen von Semantik diskutiert wird und nicht über die Leistung der Mannschaft. Also ging es erst einmal ums Wollen und Werden bei Werder. Will Werder gewinnen oder wird Werder gewinnen? Das war hier die Frage. Und Trainer Florian Kohfeldt setzte zu seiner Interpretation dieses verbalen Steilpasses an. Es sei ein Spiel, das sie gewinnen wollen und bei dem sie großen Optimismus haben, dass sie auch gewinnen werden, sagte Kohfeldt. Um Sein oder Nichtsein ging es nicht, aber zwischen gewinnen wollen und gewinnen werden liegen eben ein paar sehr wichtige Prozente Selbstbewusstsein. Und wie selbstbewusst Werder als Vorletzter nun sei, das war hier die eigentliche Frage.

Denn schließlich wollte Kohfeldt seinen Spielern ja das Gewinner-Gen einimpfen. Den unbedingten Glauben, jedes Spiel, jedes Kleinfeldduell im Training und jedes feierabendliche Tischtennis-Match im Freundeskreis um jeden Preis gewinnen zu wollen. So tickt Kohfeldt. Und so ticken seine Spieler, sagt Kohfeldt. Auf den Platz zu gehen für ein Unentschieden oder einen hübschen Hackentrick, das gibt es bei Kohfeldt nicht. Rausgehen, gewinnen wollen – dieses Selbstverständnis müsse jeder mitbringen. Dann klappt es auch mit dem Sieg.

2 Personalie des Tages

Einer, der gerne an den Sieg gegen Stuttgart glauben und noch viel lieber spielen würde, ist Lamine Sané. Der hatte sich tags zuvor geäußert, dass er sehr gerne spielen würde, damit er bei der WM mitspielen dürfe. Sein Trainer hatte Gesagtes genau gehört, doch ob er den Verteidiger erhört hat, ist fraglich. Auf Einzelschicksale kann Kohfeldt keine Rücksicht nehmen. Wenn es passt, spielt Sané. Wenn nicht, dann nicht. Konkurrenz belebt das Geschäft. Aber er hat viel Lob für Sané übrig: tolle Einstellung. Solche Spieler, die spielen wollen, brauchen wir, sagt Kohfeldt. Aber ob Sané am Samstag gebraucht wird, sagt er nicht.

3 Zitat des Tages

Es nervt mich nicht. Aber wenn man von jemandem beurteilt wird, ist es schon eine Form von Respekt, dass man zumindest den Namen von demjenigen kennt, den man beurteilt. Schauen wir mal, welche Namen in Zukunft noch so kommen...

Werder-Trainer Florian Kohfeldt über die Tatsache, dass sein Name sehr oft falsch geschrieben wird.

Unser Fazit

Die Einstellung stimmt also bei Werder, jetzt muss sich das grün-weiße Gewinnergen nur bewähren. Doch das dürfte gar nicht so leicht werden, schließlich hat Kohfeldt die Stuttgarter genau analysiert: "Ein mannorientierter, zielstrebiger Gegner, der mutig presst." Was ein wenig wie eine exotische Kontaktanzeige klingt, soll von Werder mutig angegangen werden. Am besten im freien Raum zwischen wollen und werden.

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 30. November 2017, 18:06 Uhr