Werder gegen Gladbach: Eggestein vor Startelf-Debüt?

Am Sonnabend spielt Werder gegen Borussia Mönchengladbach. Eine besondere Rolle könnte das Duo Johannes Eggestein/Claudio Pizarro spielen.

Spielerkarten von Werder Bremen Stürmern Claudio Pizarro und Johannes Eggestein.

1 Thema des Tages

Nach zwei Niederlagen in Folge in der Bundesliga gegen Bayer Leverkusen (2:6) und Mainz 05 (1:2), kommt am Sonnabend ein echter Härtetest an die Weser: Borussia Mönchengladbach. Allerdings war nicht der Gegner der wichtigste Gesprächsgegenstand für Werders Trainer Florian Kohfeldt auf der heutigen Pressekonferenz, sondern vielmehr das eigene Spiel. "Ein 'Jetzt-erst-recht-Gefühl' haben wir nicht, da nichts grundsätzlich falsch läuft", sagte Kohfeldt. Die jetzige Situation sei Luxus im Vergleich zu dem, was er mit Werder bereits erlebt und durchgestanden habe. Man müsse einfach weiter mutig bleiben und mit dem Wissen auftreten, es mit jedem Gegner aufnehmen zu können, so Kohfeldt. "Zu unserem Spiel gehört Mut. Mut mit dem Ball und keinerlei Angst vor Ballverlusten", sagt der Trainer. Vor allem Letzteres ist interessant, da Werder gegen Leverkusen nach allen Regeln der Kunst ausgekontert wurde.

Hervor hob Kohfeldt das Spielsystem der Raute. "Ich mag die Raute sehr gerne, sie ermöglicht es, mit zwei Stürmern die gegnerischen Verteidiger zu binden und mit Steil-Klatsch-Spiel schnell ins Zentrum zu gelangen." Die richtigen Spieler, um dieses System zu spielen, habe man auch, so Kohfeldt. Einer davon saß neben ihm.

2 Personalie des Tages

Seit seinem ersten Bundesliga-Tor gegen den VfL Wolfsburg (2:0) ist Johannes Eggestein das heiße Thema bei Werder. Der 20-Jährige startete im Pokal gegen Flensburg (5:1) und bereitete den 1:2 Anschlusstreffer bei der Niederlage in Mainz vor. Er ist bereit für mehr.

Johannes Eggestein blickt nach oben.
Die Entwicklung geht nach oben. Johannes Eggestein ist bei den Profis angekommen. Bild: gumzmedia | Andreas Gumz

"Ich bin so dicht an der Startelf wie noch nie", sagte der gebürtige Hannoveraner. Sein Trainer konnte da nicht widersprechen. "Sein Name steht schon lange bei mir an der Taktik-Tafel, und es gibt ernsthafte Gedanken, dass Jojo von Anfang an spielt." Dass der jüngere der beiden Eggestein-Brüder jetzt den nächsten Schritt in seiner Karriere und Entwicklung geht, habe er, wie er sagt, sich selbst erarbeitet – auch neben dem Platz: „Ich bin in der Kabine selbstbewusster geworden, da hat sich was geändert.“ Das unterstrich Kohfeldt mit seinen Beobachtungen: "Jojo ist aus seiner Komfortzone gekommen".

Geholfen hat ihm dabei sein Sturmpartner Claudio Pizarro. Der doppelt so alte Peruaner hat ihm sein erstes Bundesliga-Tor aufgelegt, dafür revanchierte sich Eggestein, indem er Pizarro das Tor in Mainz vorbereitete. „Er nimmt mich und die anderen jungen Spieler zur Seite und spricht mit uns – und das macht er nicht besserwisserisch“, sagt Eggestein. Außerdem passe "Piza" einfach sehr gut ins Bremer System, da er Bälle festmache und Räume aufreiße, die zum Beispiel er nutzen könne.

3 Zitat des Tages

Ich bin nicht dazu da, romantische Gefühle zu bedienen. Zumindest bei den Fans.

Florian Kohfeldt, Trainer Werder Bremen

Die Beziehung zwischen dem jungen Eggestein und dem Altmeister Pizarro ist auffällig. Dass ausgerechnet diese beiden – ein Nachwuchsspieler aus dem Leistungszentrum und eine Vereinslegende – gemeinsam so harmonieren, ist bemerkenswert. Viele Fans bekommen da Schmetterlinge im Bauch. Dafür will Kohfeldt aber nicht verantwortlich sein.

Unser Fazit

Florian Kohfeldt ist entspannt. Der außerordentlich gute Saisonstart hat ihm und dem Team die Sicherheit gegeben, eine drohende Niederlagenserie aufzufangen. Nicht umsonst ist Mut das große Thema beim Trainer. Denn anders als noch im Abstiegskampf kann es sich Werder jetzt leisten, mutig aufzutreten und auch gegen den Tabellenzweiten auf Sieg zu spielen. Ob Johannes Eggestein von Anfang an ran darf, wissen nur Kohfeldt und das Trainerteam. Dass ausgerechnet der junge Spieler bei der Pressekonferenz auf dem Podium saß, ist kein Zufall. Eggesteins Standing im Team wird größer und kann mit einem Startelf-Einsatz gegen Gladbach gekrönt werden.

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 8. November 2018, 18:06 Uhr