Werder im Bundesliga-Alltag: Kohfeldt auf Schlüsselsuche

Folgt auf die Gala in Dortmund gegen Augsburg eine böse Bruchlandung? Um das zu vermeiden, hat Werders Cheftrainer Florian Kohfeldt klare Erwartungen an sein Team.

Eine lange Schlange vor dem Weser Stadion.

Am Dienstag erlebte Werder einen berauschenden Pokal-Abend in Dortmund, aber können die Bremer den Schwung mit in den biederen Bundesliga-Alltag nehmen? Zweifel daran sind durchaus berechtigt. Schließlich gab es für Werder auch nach dem starken Auftritt gegen Eintracht Frankfurt viel Lob – und anschließend beim Abstiegskandidaten aus Nürnberg nur ein mageres 1:1. Werden die Bremer also auch am Sonntag im Heimspiel gegen den FC Augsburg (15:30 Uhr) auf den harten Boden der Tatsachen zurückgeholt? "Jeder wartet darauf, dass wir nach diesem Highlight nicht funktionieren", weiß auch Cheftrainer Florian Kohfeldt. An der Einstellung lag die schwache Leistung gegen die Franken seiner Auffassung nach aber nicht.

Nürnberg war für mich kein Einstellungsproblem. Wir müssen lernen, für jedes Spiel den Schlüssel zu finden. 38 oder 40 Spiele mit der Leidenschaft aus Dortmund – das kannst du von keinem verlangen. 38 oder 40 Spiele mit der Cleverness zu spielen, zu wissen, was für dieses Spiel wichtig ist, um es zu gewinnen – das kann ich erwarten.

Florian Kohfeldt

Intensivere Vorbereitung als auf das Dortmund-Spiel

Mehr Cleverness soll also der Schlüssel sein, um Spiele wie gegen Nürnberg zukünftig zu vermeiden. Vor dem Augsburg-Spiel wird daher auch in der Trainerkabine noch eifrig getüftelt.

Wir denken sehr lange und intensiv darüber nach, wie wir gegen diesen Gegner spielen. Sogar länger als gegen Dortmund.

Florian Kohfeldt
Werder jubelt nach dem Sieg in Augsburg.
Rasant ging es im Hinspiel gegen die Augsburger zu: Am Ende gewann Werder 3:2 und nahm die drei Punkte mit. Bild: Imago | Sven Simon

Im Hinspiel hat sich die intensive Vorbereitung bezahlt gemacht, mit 3:2 gewann Werder in Augsburg. Auch, weil FCA-Torwart Fabian Giefer heftig patzte und Davy Klaassen zum Siegtreffer einlud. Ein solches Ende würde Kohfeldt wohl auch für den Sonntag unterschreiben. Klar, am liebsten wäre es ihm natürlich, wenn die drei Punkte im Weser-Stadion verbleiben und seine Mannschaft den Zuschauern ein tolles Spiel liefert. Dennoch setzt er klare Prioritäten.

Sieg oder schönes Spiel? Kohfeldt nimmt die drei Punkte

Ich glaube, dass am Sonntag beides möglich ist. Dass wir ein begeisterndes Spiel abliefern können, aber auch die Cleverness haben, dieses Spiel zu gewinnen. Und wenn ich wählen muss, dann will ich dieses Spiel gewinnen.

Florian Kohfeldt

Klappt dies, könnte Werder in der Tabelle einen richtigen Sprung machen. "Mit einem Sieg sind wir sofort in absoluter Schlagdistanz zu den Plätzen, wo wir hinwollen", weiß auch Kohfeldt. Zugleich könnte die Werder-Mannschaft damit beweisen, dass das Dortmund-Spiel keine Eintagsfliege war, sondern sie tatsächlich einen Schritt nach vorne gemacht hat. Schließlich ließ man in der Hinrunde oftmals die von Kohfeldt geforderte Cleverness vermissen – und deshalb gegen Augsburgs Kellernachbarn aus Hannover (1:1), Stuttgart (1:2) und Nürnberg (1:1) wertvolle Punkte liegen ließ.

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 8. Februar 2019, 18:06 Uhr