Pizarro: "Neuer nicht dabei? Das ist ein Vorteil für uns!"

Claudio Pizarro ist heiß auf das Doppel-Duell gegen Bayern München. Und Mitleid hat Werders Schlitzohr mit seiner alten Liebe nicht – er will um jeden Preis nach Berlin.

Claudio Pizarro mit verschmitztem Grinsen bei einer Pressekonferenz.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Seine Frau wundert sich oft über ihn, erzählte Claudio Pizarro mal. "'Alle sagen immer, du bist dauernd so gut gelaunt', meint sie, 'die sollten dich mal zu Hause sehen!'" Pizarro musste lachen, als er davon sprach, und sein ansteckendes Gute-Laune-Grinsen konnte sich Werders Sonnenschein auch am Dienstag nicht aus dem Gesicht wischen. Warum auch? "Es läuft gerade richtig gut bei uns, und ich freue mich riesig, gegen die Bayern zu spielen", schwärmte Pizarro.

So verschmitzt wie ein Schuljunge, der etwas im Schilde führt, sprach der 40 Jahre alte Peruaner über die bevorstehenden Duelle mit seiner zweiten alten Liebe, Bayern München. Am Samstag in der Liga, am Mittwoch im Pokal-Halbfinale – Werder könnte zum Spielverderber für den Erzrivalen werden. "Alles kann passieren", meinte Pizarro und konnte sich das Grinsen nicht verkneifen. "Vielleicht würde ich mit den Bayern ein bisschen mitleiden", sagte er vorsichtig und schob dann kess hinterher: "Aber es wäre für mich eine Riesenfreude, wenn wir das als Werder schaffen – Meister könnten die Bayern ja trotzdem noch werden."

"Ich erzähle immer, wie geil es in Berlin ist"

Claudio Pizarro sitzt mit breitem, zufriedenem Grinsen auf dem Podium der Pressekonferenz.
Starke Karriere: Champions-League-Sieger und je sechs Mal deutscher Meister und Pokalsieger. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Das Pokal-Finale in Berlin, das ist sein großes Ziel. Fünfmal gewann Pizarro mit den Bayern den Pott, einmal, 2009, mit Werder Bremen. Das ist "ohne Frage" noch viel wichtiger für ihn als das Duell in der Liga. Nicht nur, weil die Bremer die vergangenen 16 Duelle mit den Münchnern verloren haben und auswärts ran müssen. "Ich erzähle den Jungs immer, die noch nie in Berlin waren, wie geil das ist", schwärmte Pizarro und seine Augen leuchteten: "Berlin ist etwas ganz Besonderes, und ich freue mich richtig, dass wir die Möglichkeit auf das Finale haben." Pizarro, der Mentor, der die jungen Werder-Profis unter seine Fittiche genommen hat und sie nun heiß macht auf einen großen Moment ihrer Fußball-Karriere – und seiner.

Leicht wird das Doppel-Duell gegen den Rekordmeister allerdings nicht, das ist Pizarro klar. Doch seine Brust ist derzeit so breit wie sein Grinsen und so stellte er fest: "Wir sind in einer guten Phase, die Mannschaft hat sehr viel Selbstvertrauen und wir sind als Gruppe sehr eng zusammen. Die Möglichkeit ist da, das Spiel zu gewinnen und ins Pokalfinale zu kommen." Denn die Bayern dagegen seien "nicht so eng zusammen, wie in den vergangenen Jahren", hatte Pizarro beobachtet: "Vielleicht können wir das nutzen." Er ist sich sicher, dass "sich die Bayern auch ein anderes Los gewünscht hätten – jeder weiß, dass es gegen uns nicht leicht wird".

Wird Pizarro wieder eingewechselt?

Pizarro kratzt sich auf dem Podium einer Pressekonferenz nachdenklich am Kopf.
Im Kader? Als Joker? Oder gar in der Startelf? Claudio Pizarro kennt Kohfeldts Personalplanung noch nicht. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Mehr noch, da die Bayern auf Torhüter Manuel Neuer verzichten müssen, der fällt mit einem Muskelfaserriss in der Wade für beide Partien aus. "Das ist ein Vorteil für uns", ist sich Pizarro sicher: "Manuel ist der beste Torwart, den es gibt. Das ist ein Nachteil für die Bayern." Pizarro fühlt sich bereit, obwohl er noch gar nicht weiß, ob er überhaupt spielen wird oder gar im Kader ist. Aber wie könnte Trainer Florian Kohfeldt auf seine Geheimwaffe verzichten?

Gegen Freiburg war sein Oldie-Joker der heimliche Matchwinner und schon, wenn Pizarro vom Warmmachen zur Einwechslung sprintet, steht das Weser-Stadion bereits Kopf. Wird das in München auch so sein? Da mögen sie das Schlitzohr schließlich auch sehr. "Es ist schön für mich, nach München zu kommen. Aber wenn ich reinkomme, ist es vielleicht nicht so schön für sie", meinte Pizarro und wieder war es da, das verschmitzte Grinsen. Und zur Freude seiner Frau wird es sicherlich die ganze Woche nicht mehr verschwinden.

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  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 16. April 2019, 18:06 Uhr