Pavlenkas Tage bei Werder sind wohl gezählt

Video vom 28. Oktober 2021
Werder-Torwart Jiri Pavlenka pustet nachdenklich durch auf dem Trainingsplatz.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Der Vertrag von Jiri Pavlenka läuft im Sommer aus. Und so lange der Torwart bei Werder die Bank drücken muss, stehen die Zeichen auf einen Abschied im Winter.

Wenn Werder am Samstag im Weser-Stadion gegen Tabellenführer FC St. Pauli antritt, dann wird einer mit ziemlicher Sicherheit die 90 Minuten auf der Bremer Ersatzbank verbringen statt zwischen den Pfosten: Jiri Pavlenka.

Werders eigentliche Nummer eins im Tor hat in dieser Zweitligasaison noch keine Minute gespielt, Trainer Markus Anfang gibt weiterhin Michael Zetterer den Vorzug. Pavlenkas Rückenverletzung im Sommer hat ihn seinen Stammplatz in Bremen gekostet. Und mit jedem Spiel mehr, das ohne seinen Einsatz vergeht, wird ein vorzeitiger Abschied im Winter immer wahrscheinlicher.

Vertragsverhandlungen liegen auf Eis

Werder wollte mit Pavlenka eigentlich verlängern, sein Vertrag läuft im Sommer aus und er könnte dann ablösefrei wechseln. Seit der tschechische National-Keeper degradiert wurde, liegen diese Verhandlungen auf Eis. Dass sie sobald auch nicht wieder aufgenommen werden, bestätigte der Sportliche Leiter Clemens Fritz am Donnerstag.

Wenn wir zu ihm sagen: 'Wir wollen deinen Vertrag verlängern', dann sagt er: 'Zeigt mir erstmal eine Perspektive auf.' Von daher ist da gerade nicht viel Bewegung drin.

Werders Sportlicher Leiter Clemens Fritz über Jiri Pavlenka

Drei Jahre lang war Pavlenka die Nummer eins bei Werder, unumstritten. Dass sich der 29-Jährige nach dem Abstieg entschied, auch in der 2. Liga in Bremen weiterzumachen, überraschte im ersten Moment. Doch dass er seine Zeit nun auf der Bank fristen würde, damit hatte der 29-Jährige wohl auch nicht gerechnet.

Pavlenkas Marktwert im Sturzflug

Und wieder einmal wirkt es so, als würde sich Werder unnötig das Leben schwer machen. Bis vor kurzem hatte Pavlenka noch einen geschätzten Marktwert von 5,5 Millionen Euro, nun rauschte dieser auf 2,5 Millionen Euro in den Keller, weil er nicht spielt.

So haben die Grün-Weißen einen wertvollen Spieler ohne Not zum Discount-Angebot gemacht und würden im Winter, falls sich Pavlenka zum Weggang entschließt, ein schlechtes Geschäft machen. Schlimmer wäre nur, stünden sie im Sommer mit völlig leeren Händen da.

Werder will weiter abwarten

"Wir haben eine sehr hohe Meinung von Jiri", betont Fritz, doch mit warmen Worten allein wird sich Pavlenka wohl kaum überzeugen lassen. Er will schließlich spielen. Anfang wiederholt zudem immer wieder seine Ansage, dass es keine Nummer eins und keine Nummer zwei bei ihnen im Tor geben würde. Aber praktisch hat er eine klare Hierarchie geschaffen. Zetterer spielt recht solide und das reicht, um seinen Platz zwischen den Pfosten zu behalten.

Anfang betonte, dass er mit Torwarttrainer Christian Vander immer mal das Thema bespreche und "es ist nicht so, dass einer keine Chance hat". Es klingt alles vage nach ferner Zukunft, auch der Nachtrag von Fritz, dass sie abwarten müssten, "was in den nächsten Wochen passiert". Doch viel Zeit bis zur Winterpause bleibt nicht mehr. Und am Ende könnte das Warten für Werder teuer werden.

Vor dem Spiel gegen St. Pauli: Werder-Coach fordert Geschlossenheit

Video vom 28. Oktober 2021
Werder-Spieler gehen den mit Herbstlaub bedeckten Weg entlang zum Trainingsplatz.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 29. Oktober 2021, 18:06 Uhr