Wie gefährlich ist Pavlenkas schnelle Rückkehr?

Kann Pavlenka am Sonntag spielen? Ist der Werder-Torhüter wieder fit nach seiner Gehirnerschütterung? Oft werden Kopfverletzungen im Fußball unterschätzt.

Jiri Pavlenka
Jiri Pavlenka könnte 15 Tage nach seiner Gehirnerschütterung im Bundesliga-Spiel am kommenden Sonntag gegen den 1. FC Nürnberg wieder im Tor stehen. Bild: gumzmedia | Andreas Gumz

Ob Jiri Pavlenka den Zusammenprall mit dem Frankfurter Mijat Gacinovic schon komplett verarbeitet hat, konnte auch sein Mannschaftskollege Niklas Moisander am Donnerstag nicht berichten. "Ich kann wirklich nicht sagen, wie er sich fühlt. Er spricht ja nicht so viel in der Kabine", erklärte Moisander lachend.

Im Spiel macht Pavlenka kaum Fehler

Pavlenka zählt zu den ruhigen und sachlichen Typen in seinem Geschäft. Auf dem Platz ist er kaum zu ersetzen, so Moisander. "Jeder weiß, wie wichtig Pavlas für uns ist. Er hat uns auch in der letzten Saison viele Punkte gerettet. Er macht vielleicht mal im Training einen Fehler, aber im Spiel fast nie. Das ist seine große Qualität."

Es war ein heftiger Zusammenprall zwischen Pavlenka und Gacinovic. In der 53. Minute erwischte der Frankfurter den Tschechen mit seinem Ellenbogen so heftig am Kopf, dass dieser benommen liegen blieb. Minuten später musste Pavlenka ausgewechselt und vom Platz getragen werden.

Christoph Kramer spielte 2014 weiter

Pavlenka wurde in ein Frankfurter Krankenhaus gebracht, wo er eine Nacht zur Beobachtung geblieben ist. Diagnose: Gehirnerschütterung. Auch Christoph Kramer erlitt im WM-Finale 2014 eine Gehirnerschütterung, allerdings ließen ihn die Ärzte damals nach einem Zusammenprall mit dem Argentinier Ezeqiuel Garay wieder auf das Feld.

Pavlenka stützt sich auf zwei Betreuer auf, die ihn zur Trage bringen.
Jiri Pavlenka konnte sich nach dem Zusammenprall selbst nicht auf den Beinen halten. Bild: Imago | Jan Huebner

"Wenn man Gehirnerschütterungen nicht schon am Spielfeldrand diagnostiziert und den Spieler auswechselt, kann es lebensbedrohlich werden", warnt Helge Riepenhof, Chefarzt für Sportmedizin und Rehabilitation am BG Krankenhaus in Hamburg im NDR.

Mediziner und Wissenschaftler warnen immer wieder davor, Kopfverletzungen auf die leichte Schulter zu nehmen. Bei richtiger Therapie verheilen 80 bis 90 Prozent der Gehirnerschütterungen vollständig, ansonsten aber kann es zu Gehirnblutungen kommen. Gefährlich wird es vor allem dann, wenn Gehirnerschütterungen nicht angemessen behandelt werden.

Pavlenka glaubt an seinen Einsatz gegen Nürnberg

Die Spieler sind sich der Gefahr meist gar nicht bewusst. Auch im Fall von Jiri Pavlenka wird man genau abwägen müssen, ob der 26-Jährige am kommenden Sonntag wieder auflaufen kann. Zunächst wollte Pavlenka schon am Mittwoch am Mannschaftstraining teilnehmen, sicherheitshalber entschied man sich noch einen Tag länger zu warten. Der Tscheche gibt sich vorsichtig optimistisch, was seinen Einsatz am Sonntag betrifft. "Ich hoffe, dass ich gegen Nürnberg spielen kann, aber man muss die Trainingstage abwarten."

Moisander hofft auf den Einsatz von Pavlenka

Niklas Moisander in einer Pressekonferenz

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  • Claus Wilkens

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 13. September 2018, 18:06 Uhr