Rochade im Werder-Tor: Jetzt ist Pavlenka wieder die Nummer eins

Werder-Torwart Jiri Pavlenka gibt seinen Mitspielern Zeichen für die Ausrichtung der Freistoß-Mauer.
Bild: DPA | Carmen Jaspersen

Unter der Woche sah es nach einem Abschied im Winter von Jiri Pavlenka aus. Doch gegen St. Pauli durfte der Keeper überraschend erstmals ran. Nun ist Zetterer sauer.

Es kann nur einen geben im Werder-Tor, und in dieser Saison war das bisher elf Spieltage lang Michael Zetterer. Dass sie zwei Nummer-eins-Torhüter hätten, betonte Trainer Markus Anfang immer wieder. Doch Jiri Pavlenka hatte wenig von den warmen Worten, er hockte durchgehend auf der Ersatzbank.

Der Frust beim 29 Jahre alten Tschechen wuchs. So sehr, dass unter der Woche auch Werders Sportlicher Leiter Clemens Fritz sagte, dass die Vertragsverhandlungen mit Pavlenka ruhen würden. Dem Nationalkeeper fehlte die Perspektive. Umso überraschender, dass er am Samstag nun plötzlich in Werders Startelf gegen St. Pauli stand.

'Zetti' hat ordentlich gespielt, aber 'Pavlas' ist auch keine Nummer zwei. 'Pavlas' hat etwas mehr Erfahrung und er kann etwas mehr Ruhe und Routine für die Abwehr reinbringen. Deshalb haben wir uns für 'Pavlas' entschieden.

Werder-Trainer Markus Anfang

'Zetti' ist nicht glücklich

Ruhe und Routine sollte Pavlenka also reinbringen in Werders Mannschaft. "Es war von uns allen das Gefühl, dass wir der Abwehr eine gewisse Sicherheit mitgeben müssen", erklärte Anfang weiter. In der Defensive hatte der Trainer bereits durchgewechselt und Spielern, die patzten, eine Pause gegeben. Im Tor aber wurde nicht rotiert, bis jetzt.

In dieser Trainingswoche sei Pavlenka dann "einen Tick besser" gewesen als Zetterer und in Absprache mit Torwarttrainer Christian Vander entschied sich Anfang für die Rochade. Zetterer erfuhr vom Wechsel am Samstag vom Trainer und war naturgemäß nicht begeistert.

Ich weiß, dass 'Zetti' nicht glücklich ist. Ich kann 'Zetti' auch nicht vorwerfen, dass er schlecht gespielt hat. Ich habe ihm gesagt, dass wir immer noch zwei Nummer Einsen haben.

Werder-Coach Markus Anfang über Torwart Michael Zetterer

"Will nicht permanent hin und her wechseln"

Nun geht es bei Werder in der Torwartfrage genauso weiter, nur andersherum: Einer spielt, der andere ist unzufrieden. Beide seien auf Augenhöhe, sagt Anfang, aber nur einer kann ins Tor. Und zunächst wird Pavlenka dort wohl auch bleiben.

Ich will jetzt nicht permanent hin und her wechseln, das macht auch wenig Sinn. Aber wir müssen immer wieder die Leistung bewerten. 'Pavlas' hat heute ein ordentliches Spiel gemacht, ohne dass er jetzt viele Bälle halten musste.

Werder-Coach Markus Anfang über Torwart Jiri Pavlenka

"Bin dankbar, endlich wieder zurück zu sein"

Seit dem Saisonfinale im Mai, als Werder nach der Niederlage gegen Gladbach abgestiegen war, hatte Pavlenka nicht mehr für Werder gespielt und durch seine Rückenverletzung auch bei der EM keine Chance auf Einsatz gehabt. Im Training hatte der Tscheche weiterhin Gas gegeben, professionell gearbeitet. Seine Erleichterung nach dem Spiel teilte Pavlenka bei Instagram mit.

Es war nicht leicht, nach vier Monaten ohne ein einziges Spiel wieder anzutreten, aber ich bin dankbar, endlich wieder zurück zu sein.

Werder-Keeper Jiri Pavlenka bei Instagram

Aber warum gerade jetzt der Wechsel kam, ohne dass Zetterer größere Patzer passiert wären, wirkt doch ein wenig so, als wolle man die Wogen mit Pavlenka ein wenig glätten und ihm zumindest die Chance geben, sich den Platz in der Mannschaft wieder zu erspielen.

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Werders Fritz über Torwart Pavlenka: "Vertragsverhandlungen ruhen"

Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Das Wochenende, 30. Oktober 2021, 17:17 Uhr