Ein Punkt ist zu wenig: Werder nur "Remis-König von St. Pauli"

Werder-Trainer Ole Werner im Regen und dunklem Himmel im Hamburger Millerntorstadion.
Bild: Imago | Philipp Szyza

Nach Sandhausen holte Werder auch gegen die Hamburger nur ein 1:1. Fünf Spieltage vor Saisonende könnte das im Kampf um den Aufstieg noch ärgerlich werden.

Auch nach dem Abfiff im Hamburger Millerntorstadion blieb sich Ole Werner treu. Nein, wiegelte der Werder-Coach ab, "jetzt ist die Tabelle noch nicht relevant". Doch bloß fünf Spiele bleiben noch im Saisonendspurt und die Bremer waren gegen den FC St. Pauli nicht über ein 1:1 hinausgekommen.

Die Tabellenführung ist Werder damit wieder los. Die punktgleichen Schalker sind vorbeigezogen und liegen im Trend mit vier Siegen aus den letzten fünf Spielen klar vor Werners Team mit zwei Remis, zwei Siegen und einer Niederlage.

Aus den Spielen gegen Darmstadt, Sandhausen und St. Pauli sind fünf Punkte nicht optimal, aber auch keine Katastrophe. Uns hatten zwischenzeitlich vier bis fünf Spieler der vermeintlichen Startelf gefehlt. Wir müssen aufpassen, dass wir auf unsere Leistung schauen. Ich glaube, dass uns der Punkt heute mehr hilft als St. Pauli.

Werder-Trainer Ole Werner

Werner lobt "Super-Auswärtsspiel"

Dennoch musste der Werder-Coach eine Woche nach dem 1:1 gegen Sandhausen erneut ein Remis moderieren. Dabei lobte er jedoch in der ARD das "Super-Auswärtsspiel" seiner Mannschaft, die "hochverdient einen Punkt geholt" und aufgrund der zahlreichen Chancen "eigentlich drei Punkte" verdient hatte.

Dabei ließ Werner ein bisschen außer acht, dass seine Elf in zwei Szenen sehr viel Glück und den guten Willen von Schiedsrichter Florian Badstübner auf ihrer Seite gehabt hatte: In der 40. Minute holte Mitchell Weiser Guido Burgstaller durchaus elfmeterwürdig von den Füßen. Und dem Ausgleichstreffer in der 58. Minute durch Niclas Füllkrug ging ein Handspiel von Felix Agu voraus.

Druck vor Nürnberg-Duell wird größer

Nur einen statt drei Punkten geholt – umso größer wird der Druck nun vor den kommenden Duellen mit Nürnberg und Schalke für Werder. Werner bleibt jedoch kämpferisch.

Man hat es heute gesehen, es war ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem es um Nuancen geht. So werden auch die nächsten Spiele verlaufen. Wir müssen weiter bei uns bleiben. Heute haben wir bewiesen, dass wir trotz Rückstand zurückkommen und trotz Widerständen bestehen können.

Werder-Trainer Ole Werner

"Wollen es selbst in der Hand haben"

Werder hat bereits 16 Punkte nach einem Rückstand geholt, das ist der Bestwert der 2. Liga und auch 40 von 53 Saisontoren in der 2. Halbzeit erzielt. Mit 27 Punkten führen die Bremer auch weiterhin die Rückrundentabelle an, doch sie müssen nun die Trendwende schaffen, damit die Aufstiegsträume nicht auf der Zielgeraden noch platzen.

Gegen Nürnberg wird es auch eng zugehen. Nach dem Schalke-Spiel kommen dann die Spieltage, an denen sich die Dinge entscheiden können. Bis dahin wollen wir eine gute Ausgangssituation haben, um diese selbst in der Hand zu haben.

Werder-Trainer Ole Werner

Positiv ist sicherlich, dass die verletzten Stammspieler um Kapitän Ömer Toprak zurückgekehrt sind und in der wichtigen Phase ein entscheidender Faktor werden können. Werner betonte nach dem Unentschieden, dass er weiterhin ein gutes Gefühl habe. Dieses Gefühl muss sich nun in reale Ergebnisse wandeln, denn gefühlte Aufstiege zählen eben nicht.

Werder-Coach Werner: "Haben hochverdient einen Punkt geholt"

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Das Wochenende, 9. April 2022, 15:25 Uhr