Aufregung um Werders Ausgleich: Handspiel oder nicht?

Werder-Spieler diskutieren mit Schiedsrichter Florian Badstübner.

Werder hat beim 1:1 gegen St. Pauli die Hand im Spiel

Bild: Imago | Nordphoto

Dass Füllkrug zum 1:1 traf, rettete den Bremern gegen St. Pauli einen Punkt. Doch bei der Entstehung des Tores hatte es ein Handspiel gegeben – der Unmut ist groß.

Viele Fußball-Fans verstanden am Samstag die Welt nicht mehr. Selbst unter den Werder-Anhängern gab es einiges Kopfschütteln, doch schließlich profitierte ihr Team ja von jener strittigen Entscheidung, die Schiedsrichter Florian Badstübner im Millerntorstadion in der 58. Spielminute getroffen hatte.

Und so nahmen die Bremer Fans am Ende den Punktgewinn gegen St. Pauli und das 1:1-Ausgleichstor durch Niclas Füllkrug dankbar an. Doch bei den Übrigen blieben Unverständnis und Ärger zurück, die Debatte lief auch nach dem Schlusspfiff weiter – wieso hatte dieses Tor gezählt?

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So erklärt Werders Agu sein Handspiel gegen St. Pauli

Bild: Radio Bremen

Schiedsrichter sah sich die Videobilder an

So war es gefallen: Werders Felix Agu hatte von der linken Seite auf Leonardo Bittencourt gespielt, der flankte rüber zu Romano Schmid, der wiederum per Kopf zu Füllkrug vor dem Tor ablegte und dieser zum 1:1 verwandelte. So schön, so einfach – eben nicht.

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Denn Agu hatte bei der Tor-Vorbereitung im Zweikampf an der Außenlinie den Ball mit der Hand durch die Beine von Gegenspieler Marcel Beifus gespielt und sich dadurch einen Vorteil verschafft. Der Schiedsrichter sah sich die Videobilder danach an, ahndete das Handspiel jedoch nicht und gab den Treffer für Werder.

"Das ist eine komplett neue Situation"

Die Verwirrung war perfekt, die Aufregung groß. Füllkrug jedoch war nicht überrascht, wie er hinterher erklärte.

Ehrlich gesagt nicht, denn uns wird das vor der Saison jedes Jahr erklärt. Aufgrund dessen, dass drei, vier Pässe dazwischen noch stattfinden, bevor ich das Tor mache. Das ist eine komplett neue Situation. Grundsätzlich musste das dann zählen.

Werder-Stürmer Niclas Füllkrug nach dem Spiel vor einer Werbewand im Interview.
Werder-Torschütze Niclas Füllkrug bei Sky

Doch ganz so einfach konnte es nicht sein. Die Handspiel-Regel wurde zu Beginn der Saison noch einmal gestrafft und auf das Wesentliche komprimiert. Nun wird ein unabsichtliches Handspiel bei der Torvorbereitung zwar nicht mehr geahndet, doch Agus Bewegung zum Ball war eindeutig bewusst. Somit wäre es ein Handspiel, da der Bremer den Ball absichtlich berührt hat.

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"Kleiner Pressschlag, der an die Hand springt"

Agu selbst war nach dem Spiel nicht komplett regelkundig und verwies auf die Entscheidung des Schiedsrichters. Als absichtliches Handspiel hatte der 22-Jährige die Szene jedenfalls nicht wahrgenommen.

Es war ein kleiner Pressschlag, der springt an meine Hand. Ich spiele weiter, weil es für mich kein eindeutiges, bewusstes Handspiel war. Der Schiedsrichter hat nicht gepfiffen, also geht es weiter. Er hat sich die Bilder nochmal angeschaut und wenn er dann so entscheidet, ist das so vertretbar. Ganz genau weiß ich es auch nicht.

Felix Agu schaut ernst während des Werder-Trainings.
Werder-Profi Felix Agu in der ARD

St. Paulis Trainer Timo Schultz nahm die Entscheidung sportlich: "Der Schiedsrichter hat es ja selbst überprüft. Wenn er das so sieht und so entscheidet, dann müssen und werden wir damit leben." Der ehemalige Bundesliga-SchiedsrichterThorsten Kinhöfer sagte dazu in der "Bild"-Zeitung: "Agu spielt den Ball mit dem Arm durch die Beine des Gegenspielers. Das ist unterm Strich ein strafbares Handspiel. Die Annullierung des Tores wäre die bessere Entscheidung gewesen."

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Werder-Coach Werner: "Haben hochverdient einen Punkt geholt"

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Das Wochenende, 9. April 2022, 15:25 Uhr