"So geil kann Fußball sein" – Werders "hässliche Vögel" liefern ab

Werders Torjäger Ducksch: "Das zeigt unseren Teampirit"

Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Marvin Ducksch und Niclas Füllkug trafen beim 4:3 in Paderborn erneut. Die Bremer Stürmer weisen aktuell traumhafte Quoten auf und stecken auch Rückschläge locker weg.

Am Samstag in Paderborn schien es für Werders Sturm-Duo Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch zunächst wie verhext zu sein. Gleich viermal brachten sie gemeinsam den Ball im Tor unter, aber dennoch gab es für sie während der 90 Minuten Gründe, ordentlich Frust zu schieben. Beim Tor von Ducksch in der 22. Minute stand Füllkrug bei der Vorbereitung im Abseits. Dies wiederholte sich in der 72. Minute. Wieder jubelten die Bremer schon, nachdem Ducksch den Ball in den Winkel gezirkelt hatte. Wieder stand Füllkrug zuvor im Abseits. Beide Treffer zählten nicht.

Niclas Füllkrug schießt den Ball aufs Tor.
Einfach rein damit: Niclas Füllkrug traf in Paderborn zum zwischenzeitlichen 3:3. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Optimal lief es für die beiden also nicht in Paderborn. Dennoch sind sie auch an Pechtagen für die Bremer Spieler, die den Unterschied machen. Mit einer Einzelleistung traf Ducksch in der 35. Minute zum 1:1. Füllkrug knallte in der 66. Minute aus 20 Metern den Ball zum 3:3 ins Tor. Wichtige Treffer, die dafür sorgten, dass Werder sich nicht nur über ein Fußball-Spektakel, sondern auch über drei wichtige Punkte freuen durfte. "Jeder, der dieses Spiel gesehen hat, hat gesehen, wie geil Fußball sein kann", sagte Ducksch nach dem Spiel im ARD-Interview.

"Hässliche Vögel"? Ducksch nimmt es mit Humor

Ducksch kommt nun auf zehn Treffer in dieser Saison, bei Füllkrug sind es acht. Vor beiden fürchten sich die Abwehrreihen in der 2. Liga. Jetzt fehlt den Bremer Stürmern nun nur noch ein passender Spitzname. Diese haben an der Weser Tradition. Claudio Pizarro und Ailton waren einst "Pizza Toni", Ivan Klasnic und Miroslav Klose der "K&K"-Sturm. Aus den Nachnamen von Ducksch und Füllkrug lässt sich jedoch nichts Klangvolles basteln. Füllkrug wurde nun unter der Woche selbst gefragt und schlug mit "Die hässlichen Vögel" stattdessen etwas vor, das die beiden seiner Auffassung nach gut beschreibt.

Ailton und Pizarro im Gespräch während eines Werder-Spiels.
Ailton und Claudio Pizarro bildeten bei Werder einst den "Pizza Toni"-Angriff. Bild: Imago | Team 2

Dies hat natürlich auch Ducksch mitbekommen. "Ich habe ihn direkt darauf angesprochen, dass er sich keinen besseren Namen hat einfallen lassen", erzählte dieser am Samstag im ARD-Interview. Die Antwort seines Kumpels nehme er aber mit Humor. Wenngleich er mit Blick auf ihre Zahnreihen wohl eher "Die Zahnlücken" oder "Die Lückenfüller" vorgeschlagen hätte.

Ducksch: "Nicht nur Glück"

Lückenfüller sind Ducksch und Füllkrug allerdings auf keinen Fall. Markus Anfang machte noch den Fehler, dass er über lange Zeit nur einen von beiden spielen ließ. Erst mit dem Heimspiel gegen den FC St. Pauli am 12. Spieltag stellte er auf eine Doppelspitze um. Unter Ole Werner funktioniert es mit ihnen nun immer besser. Auf fünf Tore und fünf Vorlagen in fünf Spielen mit Werner kommt Ducksch. Bei Füllkrug sind es vier Tore und drei Vorlagen. Fabelhafte Quoten.

Für den neuen Coach findet Ducksch nur lobende Worte. Dieser habe den Spaß zurückgebracht und einen klaren Plan. Auch in Paderborn seien die Bremer Treffer "nicht nur Glück", sondern "super herausgespielt" gewesen. Für viele Tore braucht ein Team aber auch eiskalte Vollstrecker. Zwei wie Ducksch und Füllkrug lassen sich da aktuell auch von kleinen Rückschlägen nicht aus dem Tritt bringen, sondern marschieren mit Werder munter in Richtung der direkten Aufstiegsränge.

Werder-Coach Werner zum 4:3 in Paderborn: "War ein vogelwildes Spiel"

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 22. Januar 2022, 18:00 Uhr