Werder gibt Sieg gegen Nürnberg noch aus der Hand

Schock in der Nachspielzeit: Lange dominierte Werder sein Heimspiel gegen Nürnberg und führte mit 1:0. Doch unter dem Strich steht nur ein Unentschieden.

Werder-Spieler Max Kruse faltet die Hände.
Nicht zu fassen: Max Kruse ärgert sich über den in letzter Minute kassierten Ausgleich. Bild: gumzmedia | Andreas Gumz

Otto Rehhagels Heimspielrekord egalisiert, aber den ersten Sieg vor eigenem Publikum verpasst: Trotz klarer Dominanz auf dem Spielfeld hat sich Werder Bremen mit Trainer Florian Kohfeldt gegen Aufsteiger 1. FC Nürnberg mit einem 1:1 (1:0) begnügen müssen. Virgil Misidjan (90.+2) glich in der Nachspielzeit für die Franken aus, die aber weiter auf den ersten Saisonsieg warten.

In einer von den Platzherren über weite Strecken überlegenen geführten Partie hatte Maximilian Eggestein in der 26. Minute mit einem spektakulären Tor für die Werder-Führung gesorgt. Der Mittelfeldspieler traf von der Strafraumgrenze in den rechten Torwinkel, Nürnbergs Torhüter Fabian Bredlow war absolut chancenlos.

Kohfeldt zieht mit Rehhagel gleich

Damit überstand Werder-Coach Kohfeldt auch sein 14. Heimspiel ohne Niederlage und zog mit der Trainerlegende Rehhagel gleich, der dieses Kunststück zu Beginn der 80er Jahre gelungen war. Vor 40.700 Zuschauern im fast ausverkauften Weserstadion agierte der Aufsteiger über weite Phasen zu mutlos, in der ersten Halbzeit blieben die Gäste ohne jede Torchance. Bremens Schlussmann Jiri Pavlenka, von einer Gehirnerschütterung wieder genesen, musste kaum in das Geschehen eingreifen.

Werder-Spieler Maximilian Eggestein jubelt mit Max Kruse nach einem Tor.
Da war die Werder-Welt noch in Ordnung: Maximilian Eggestein traf in der 26. Minute zum 1:0. Bild: DPA | Carmen Jaspersen

Dafür hätte die Halbzeitführung der Hanseaten durchaus höher ausfallen können. Schüsse von Kapitän Max Kruse (15.) und Torjäger Martin Harnik (21.) wurden in letzter Sekunde abgeblockt, nach exakt einer halben Stunde verzog Kruse in zentraler Position knapp. Noch nicht zur Startformation zählte Nuri Sahin. Der Ex-Dortmunder, kurz vor Beginn der Länderspielpause vom BVB an die Weser wechselt, musste zunächst auf der Bank Platz nehmen.

Nürnberg-Treffer nach Videobeweis aberkannt

Der Mittelfeldspieler teilte dieses Los mit "Oldie" Claudio Pizarro. Nach dem Seitenwechsel wurden die Aktionen der Platzherren fahriger, Nürnberg kam besser in die Partie und in der 59. Minute sogar zum vermeintlichen Ausgleichstreffer. Doch der Jubel der Club-Fans war verfrüht, nach Videobeweis zählte das Tor von Ondrej Petrak wegen einer Abseitsstellung nicht.

Kohfeldt reagierte auf den Durchhänger seiner Schützlinge und wechselte frisches Personal ein. Sahin ersetzte Philipp Bargfrede (71.), für Harnik kam Milot Rashica (67.) ins Spiel. Dennoch fand der SV Werder nicht mehr den Spielfaden aus der ersten Halbzeit, Kampf und Krampf ersetzten die Leichtigkeit der ersten 45 Minuten. Nürnberg gelang in der Nachspielzeit noch der Ausgleich.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 16. September 2018, 18 Uhr