Der Werder-Phönix aus der Asche

Werders Niklas Schmidt – wie Phönix aus der Asche

Video vom 4. Oktober 2021
Werders Niklas Schmidt schaut nachdenklich zu Boden.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Im Sommer stand Niklas Schmidt bei den Bremern auf dem Abstellgleis. Nun hat Werder seinen Vertrag verlängert – einen großen Anteil daran trägt die Familie des 23-Jährigen.

Eigentlich war Niklas Schmidts Zeit bei Werder bereits vorbei, noch bevor sie überhaupt so richtig begonnen hatte. Denn im Sommer stand der 23-Jährige in Bremen auf dem Abstellgleis. Die Hoffnung, Schmidt könne nach mehreren Leihen noch den Durchbruch bei den Grün-Weißen schaffen, war gering an der Weser.

Wenige Monate später aber ist Schmidt nicht nur bei Werder gesetzt, sondern auch Top-Vorbereiter des Teams. Kein Wunder, dass die Bremer den Kontrakt des Mittelfeldspielers, der bei Werder wie der Phönix aus der Asche stieg, vor kurzem verlängerten. "Das ist ein sehr großes Erlebnis für mich und erfüllt mich mit Stolz und Dankbarkeit", sagte Schmidt bei einer Pressekonferenz am Montag.

Dass es so läuft, hätte wahrscheinlich keiner gedacht. Ich auch nicht. Natürlich standen auch andere Türen offen, aber ich wollte einfach hierbleiben und bin sehr glücklich damit. 

Werder-Profi Niklas Schmidt in einer Pressekonferenz am Montag

Schmidt gab sein Werder-Debüt vor fünf Jahren

Werders Niklas Schmidt dribbelt mit dem Ball.
Niklas Schmidt wechselte als 14-Jähriger zu den Werder-Profis. Seinen ersten Profivertrag unterschrieb er im Jahr 2016. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Seine erste Partie im grün-weißen Dress absolvierte Schmidt bereits im Jahr 2016. Damals wurde er von Werder-Coach Alexander Nouri in einem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg eingewechselt und bereitete in der Nachspielzeit den Siegtreffer per Ecke vor. Im Anschluss aber erlitt die bis dahin steil nach oben verlaufene Karriere des gebürtigen Kasselers einen Knick: Seine nächsten Pflichtspiele für die Bremer absolvierte er erst fünf Jahre später. Dass es dazu kam, hat er vor allem seiner Familie zu verdanken, sagt Schmidt.

Ich bin meiner Familie unfassbar dankbar. Sie haben mir immer Mut zugesprochen und mir geholfen. Einen solchen Halt zu haben, ist ein unglaubliches Gefühl. Die Vertragsunterschrift geht zu 80 Prozent auf meine Familie. 

Werder-Profi Niklas Schmidt in einer Pressekonferenz am Montag

Ein weiterer Grund, warum es für Schmidt inzwischen so gut läuft, ist seine Ernährung. Im ersten Corona-Lockdown ernährte sich der 23-Jährige während seiner Leihe beim VfL Osnabrück nur noch vegetarisch. Im zweiten Lockdown sogar nur noch vegan. Eine Umstellung, die ihm guttut. "Ich hab gemerkt, dass ich in den Spielen einfach fitter bin", so Schmidt. "Ich kann mehr Sprints ziehen und mehr Laufwege machen."

Gegen Heidenheim kam Schmidt erstmals von der Bank

Nachdem er die ersten acht Saisonspiele allesamt von Beginn an bestritten hatte, kam Schmidt beim 3:0-Heimsieg gegen Heidenheim erstmals nur als Joker zum Einsatz. Grund dafür war, dass Werder-Coach Markus Anfang seinem Kreativspieler eine Pause geben wollte. "Natürlich will ich jedes Spiel spielen, aber das war klar abgesprochen", so Schmidt. "Dass ich auf der Bank saß, war für mich dann auch überhaupt kein Problem, weil wir das Spiel erfolgreich gestaltet haben."

Werder-Spieler Niklas Schmidt stimmt auf dem Ostkurven-Zaun ein Lied an.
War nach dem Heidenheim-Spiel obenauf: Werder-Spieler Niklas Schmidt (Mitte). Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Ohnehin bescherte Schmidt die Heidenheim-Partie nach Abpfiff noch ein besonderes Highlight. Denn nach der obligatorischen Stadionrunde kletterte das Bremer Eigengewächs auf den Ostkurven-Zaun. "Die Fans haben meinen Namen gerufen und dann wurde ich von meinen Mitspielern hochgeschickt." In seiner neuen Rolle stimmte er dann den ein oder anderen Schlachtruf und Fangesang an. "Da oben zu sein und mit den Fans zu feiern, war immer ein Traum von mir", erzählte Schmidt, der mit Werder noch große Pläne hat.

Wir haben eine supergeile Mannschaft, ich freue mich jeden Tag hier zu sein. Es waren in dieser Saison viele Höhen und Tiefen dabei, doch wir haben noch genug Zeit und Spiele, um uns zu verbessern und oben anzugreifen.

Werder-Profi Niklas Schmidt in einer Pressekonferenz am Montag

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Autor

  • Helge Hommers Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 4. Oktober 2021, 18:06 Uhr