Infografik

Der gebrauchte Nachmittag von Werder-Stürmer Niclas Füllkrug

Der Top-Torjäger der Bremer agierte bei der 0:1-Niederlage in Stuttgart ungewohnt unglücklich. Gleich in zwei Situationen ließ Füllkrug den Führungstreffer liegen.

Werder-Stürmer Niclas Füllkrug jongliert den Ball.
Werder-Stürmer Niclas Füllkrug blieb gegen Stuttgart ohne eigenen Torerfolg. Bild: Gumzmedia/Nordphoto

Nein, es war nicht das Spiel von Werder-Angreifer Niclas Füllkrug. Weil Stammspitze Joshua Sargent wegen einer Gelbsperre zum Zuschauen gezwungen war, kam Füllkrug am Sonntag beim Auswärtsspiel in Stuttgart von Beginn an als zentraler Stürmer zum Einsatz. Schon vom Anpfiff weg war spürbar, dass der 28-Jährige, der nach langer Verletzungspause zuletzt eher als Joker gefragt war, seinen Startelfeinsatz rechtfertigen wollte. Doch trotz allem Einsatz: Ein Treffer gelang ihm nicht. Und das, obwohl ihn seine Teamkollegen gleich zweimal stark in Szene gesetzt hatten.

Füllkrug sucht Schmid, findet ihn aber nicht

In der ersten Halbzeit war es Außenverteidiger Theodor Gebre Selassie, der Füllkrug kurz vor der Pause im Strafraum anspielte. Der Bremer nahm den schwer anzunehmenden Ball stark herunter und ließ mit ebenso famoser Bewegung seinen Gegenspieler Waldemar Anton ins Leere laufen. Statt aus kurzer Entfernung das Naheliegende zu tun, nämlich den Abschluss zu suchen, legte Füllkrug den Ball quer. Doch nicht Mitspieler Romano Schmid war es, der den Ball aufnahm, sondern Stuttgart-Verteidiger Konstantinos Mavropanos.

Werder-Stürmer Niclas Füllkrug kommt eine Fußspitze zu spät.
Fünf Treffer erzielte Niclas Füllkrug in der aktuellen Saison. Gegen Stuttgart agierte er glücklos. Bild: Gumzmedia/Nordphoto

Wenige Minuten nach Wiederanpfiff probierte es Füllkrug dann doch selbst. Flügelflitzer Milot Rashica hatte auf der rechten Seite den Turbo gezündet und war in den Strafraum des Aufsteigers eingebrochen. Nach kurzem Blick legte er quer auf den Stürmer, der die Vorlage aus rund 15 Metern Entfernung direkt auf das VfB-Gehäuse abfeuerte – doch der Ball flog deutlich über die Latte. In beiden Szenen war mehr drin gewesen für Füllkrug, der nach 73 tor- und glücklosen Minuten für Davie Selkie den Platz verließ.

"Lücke" pendelt zwischen Stammplatz und Lazarett

Obwohl "Lücke", wie sie ihn bei Werder nennen, nur in 14 Saisonspielen auf dem Platz stand, ist er dank seiner fünf Saisontreffer gemeinsam mit Sargent und Mittelfeldmann Kevin Möhwald der Toptorjäger der Bremer. Auch ein Grund, weshalb sein Trainer vor dem Stuttgart-Spiel in höchsten Tönen von ihm schwärmte und ihn daher auch nicht als "Ersatz" für den gesperrten Sargent bezeichnen wollte. "Von seinen Fähigkeiten her ist er ein 15-Tore-Stürmer, wie er es auch schon mal in Hannover gezeigt hat", sagte Florian Kohfeldt im Gespräch mit Sky.

Doch anders als in der Saison 2017/18, als er für Hannover in der Bundesliga 14 Tore erzielte, pendelt Füllkrug seit seiner Rückkehr an die Weser zwischen Stammplatz und Lazarett. Sein Coach bleibt optimistisch: "Irgendwann muss diese Pechsträhne mal reißen", so Kohfeldt. "Ich würde gerne mal sehen, dass er zwei, drei Jahre am Stück seinen Ryhthmus hätte." Ob der Werder-Trainer seinen Schützling auch in den kommenden Wochen von Beginn an aufbietet, erscheint fraglich. Zum einen, weil Sargent zurückkehrt. Zum anderen, weil Sargent und Füllkrug bislang eher selten gemeinsam harmonierten.

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Video vom 3. April 2021
Werder-Trainer Florian Kohfeldt spricht während einer Pressekonferenz im Weserstadion.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Helge Hommers Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Fußball-Bundesliga, 4. April 2021, 15:30 Uhr