Von St. Pauli bis Sandhausen: Teil 4 der neuen Werder-Gegner in Liga 2

Auf Werder warten in der 2. Liga starke Kontrahenten

Video vom 18. Juli 2021
Spieler des FC St. Pauli halten ein Banner mit der Aufschrift "Hamburg ist braun-weiss" vor den Fanblock.
Bild: DPA | Peter Boehmer
Bild: DPA | Peter Boehmer

Auf die Bremer warten in der neuen Spielklasse der Kultklub vom Kiez und die Provinz in Baden-Württemberg. Wir stellen vor dem Saisonstart alle neuen Gegner einmal vor.

Am Samstag (20:30 Uhr) geht es für Werder mit dem Heimspiel gegen Hannover 96 in der 2. Liga los. Der Gegner aus Niedersachsen ist dabei keineswegs neu für die Bremer. Beide Klubs kennen sich noch gut aus der Bundesliga. Gegen den SV Sandhausen hat Werder aber noch nie ein Pflichtspiel bestritten und ganz schlechte Erinnerungen haben die Bremer an ein Pokal-Spiel im Januar 2006 am Hamburger Millerntor. – Kurz vor dem Auftakt blicken wir auf alle neuen und weniger neuen Werder-Gegner.

FC St. Pauli

Die St. Paulianer sind einer der Kultklubs in Deutschland und spielen bereits seit dem Abstieg aus der Bundesliga 2011 in der 2. Liga. Kein anderer Klub ist länger dabei. Legendenstatus bei den "Boys in brown" besitzt ein 2:1-Sieg im Februar 2002 gegen den damaligen Weltpokalsieger FC Bayern. Die Werder-Fans werden sich sicherlich auch noch an das Viertelfinale im DFB-Pokal im Januar 2006 am Hamburger Millerntor erinnern. Auf einem verschneiten und vereisten Platz rutschten die Werder-Stars um Johan Micoud, Tim Borowski und Miroslav Klose, der sich in dem Spiel auch noch verletzte, regelmäßig aus. Beim 3:1-Sieg des damaligen Regionalligisten war im Mittelfeld der St. Paulianer auch seinerzeit schon Timo Schultz dabei. Der 43-Jährige hat in der Jugend noch für Werder gespielt und ist seit der vergangenen Saison Trainer des Kiezklubs. Dieser hat zuletzt in der 2. Liga mächtig den Hamburger SV geärgert und drei der vier letzten Stadtderbys gewonnen. Einmal holte der HSV immerhin ein 2:2.

Der Start unter Schultz war dabei äußerst holprig. Nach dem 15. Spieltag hatte das Team nur zehn Punkte auf dem Konto und lag auf Platz 17. Anschließend platzte aber der Knoten. Mit 31 Punkten aus 17 Spielen war der Klub der viertbeste der Rückrunde. Vor der neuen Saison muss das Team aber schmerzhafte Abgänge verkraften. Leistungsträger wie Stürmer Omar Marmoush (VfL Wolfsburg), Rodrigo Zalazer im zentralen Mittelfeld (Eintracht Frankfurt) und Torwart Dejan Stojanovic (FC Middlesbrough) waren allesamt nur ausgeliehen und sind wieder weg.

Guido Burgstaller bejubelt ein Tor für den FC St. Pauli.
Guido Burgstaller hat in der vergangenen Saison zehn Tore für den FC St. Pauli geschossen. Bild: Imago | Foto2press

Als neuer Torwart ist der Bosnier Nikola Vasilj von Zorya Lugansk aus der Ukraine gekommen. Jackson Irvine hat Sportdirektor Andreas Bornemann von Hibernian Edinburgh geholt. Der Australier hat für sein Land bei der WM 2018 gespielt und soll im Mittelfeld vorangehen. Im Sturm wird weiterhin auf Guido Burgstaller gesetzt. Der körperlich starke Stürmer hat in der Bundesliga lange für Schalke 04 gespielt.

Aufgrund der verpatzten Hinrunde reichte es am Ende der vergangenen Saison nur zum 10. Platz. Dieses Mal soll mehr her. Vereinzelt trauen Experten dem Klub gar zu, einen ähnlichen Weg wie Arminia Bielefeld und der VfL Bochum einzuschlagen und als Überraschungsteam den Aufstieg klarzumachen. Dafür könnten die Abgänge allerdings zu schwer wiegen. Im oberen Drittel dürften die St. Paulianer aber durchaus mitmischen.

Stadion:
Millerntor-Stadion, 29.546 Plätze (davon 16.940 Stehplätze)

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SC Paderborn 07

Gegen den SC Paderborn 07 haben die Bremer im Abstiegskampf der Bundesliga im Juni 2020 noch ein kleines Endspiel um den Klassenerhalt bestritten und durch einen 5:1-Sieg bei den Ostwestfalen am 31. Spieltag die Hoffnung am Leben gehalten und die der Paderborner komplett begraben. Jetzt treffen sich beide Klubs in Liga 2 wieder. Etwas kurios: In Paderborn wird bei einem eigenen Tor in einem Heimspiel der Schützenfest-Klassiker "Hermann Löns, die Heide brennt" im Stadion gespielt.

Nach einer tollen Entwicklung in den vergangenen Jahren trifft es den Klub hart, dass Coach Steffen Baumgart zum 1. FC Köln gewechselt und somit eine Ära geendet ist. Baumgart hatte mit den Paderbornern zwischen 2017 und 2019 den Durchmarsch von der 3. Liga in die Bundesliga geschafft und puren Offensivfußball spielen lassen. Sein Nachfolger an der Pader ist Lukas Kwasniok, der sich zuletzt durch gute Arbeit beim 1. FC Saarbrücken einen Namen gemacht hat.

Chris Führich bejubelt ein Tor für Paderborn mit einer Pose.
Bitter für Paderborn: Topscorer Chris Führich ist nach Stuttgart gewechselt. Bild: Imago | Nordphoto

Planen muss Kwasniok aber gleich ohne mehrere Leistungsträger der vergangenen Saison. Kapitän und Abwehrchef Sebastian Schonlau ist zum HSV gewechselt. Topscorer Chris Führich (13 Tore, sieben Vorlagen) hatten die Paderborner eigentlich per Kaufoption von Borussia Dortmund geholt. Jetzt hat ihnen der VfB Stuttgart den 23-Jährigen für rund drei Millionen Euro direkt wieder abgekauft. Mit Flügelspieler Christopher Antwi-Adjei (VfL Bochum) und Mittelfeldmann Sebastian Vasialidis (Arminia Bielefeld) sind zwei weitere Spieler in die Bundesliga gegangen.

Gekommen sind dafür vor allem junge Spieler, zumeist aus unteren Ligen. Der neue Stürmer John Iredale hat als Konkurrent von Werders U23 in der Regionalliga Nord beim VfL Wolfsburg II schon sein Können unter Beweis gestellt. Der Schritt in Liga 2 wird für ihn aber ein großer sein. Mehr Erfahrung bringt da schon Felix Platte mit. Der Mittelstürmer ist von Darmstadt 98 gekommen.

Stadion:
Paderborner Stadion, 15.000 Plätze (davon 8.900 Stehplätze)

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Hannover 96

Die Hannoveraner werden am Samstag (20:30 Uhr) der erste Gegner von Werder in der neuen Saison in der 2. Liga sein. "Die Roten", wie die Hannoveraner genannt werden, sind seit zwei Jahren dabei und haben seit dem Abstieg 2019 den Wiederaufstieg noch nicht geschafft. Auch in der letzten Saison wollten sie oben angreifen, am Ende reichte es nur zum 13. Platz. Eine Enttäuschung.

Jan Zimmermann gibt Kommandos beim Training.
Jan Zimmermann hat zuvor den TSV Havelse in der Regionalliga Nord trainiert. Bild: Imago | Joachim Sielski

Stattdessen fiel der Klub abermals regelmäßig durch Querelen rund um Klubboss Martin Kind auf. Vor der neuen Saison wurde nun die sportliche Leitung komplett ausgetauscht. Für den bisherigen Sportdirektor Gerhard Zuber kam Marcus Mann, zuvor Nachwuchsleiter bei der TSG Hoffenheim. Für Coach Kenan Kocak hat Jan Zimmermann übernommen. Der 41 Jahre alte Zimmermann stammt aus der Region und ist zuletzt mit dem TSV Havelse in die 3. Liga aufgestiegen. Jetzt soll er auch im Niedersachsenstadion wieder erfolgreichere Zeiten einläuten.

Verzichten muss der neue Coach dabei aber auf drei bisherige Stammspieler. Torwart Michael Esser (VfL Bochum), Innenverteidiger Timo Hübers (1. FC Köln) und Spielmacher Genk Haraguchi (Union Berlin) sind in die Bundesliga gewechselt. Geklotzt haben die Hannoveraner im Gegenzug auf dem Transfermarkt (bisher) nicht. Für das zentrale Mittelfeld kam von Bundesliga-Aufsteiger Greuther Fürth Sebastian Ernst an die Leine. Für die offensive Außenbahn wurde Sebastian Stolze, der letzte Saison sechs Tore für Jahn Regensburg geschossen hat, verpflichtet. Beim Kampf um den Aufstieg kann Hannover mit dieser Mannschaft wohl kein Wörtchen mitreden.

Stadion:
Niedersachsenstadion, 49.000 Plätze (davon 8.000 Stehplätze)

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SV Sandhausen

Wenn die Provinzialität der 2. Liga verdeutlicht werden soll, wird nahezu immer der Name des SV Sandhausen genannt. Der kleine Klub aus der Gemeinde mit 15.000 Einwohnern in Baden-Württemberg leistet jedoch seit Jahren insgesamt gute Arbeit. Seit 2012 ist der Klub zweitklassig, ein Jahr länger ist nur der FC St. Pauli dabei. Die vergangene Saison war allerdings voller Abstiegssorgen. Bis zum letzten Spiel musste gebibbert werden. Gewechselt wurde zuvor munter auf der Trainerbank. Erst musste nach dem 8. Spieltag Uwe Koschinat gehen, dann durfte sein Nachfolger Michael Schiele bereits nach dem 21. Spieltag wieder seine Koffer packen. Das Trainer-Duo Gerhard Kleppinger und Stefan Kulovits schaffte dann noch den Klassenerhalt.

Gerhard Kleppinger und Stefan Kulovits stehen am Trainingsrand und klatschen in die Hände.
Mit Gerhard Kleppinger und Stefan Kulovits hat beim SV Sandhausen ein Trainer-Duo das Sagen. Bild: Imago | Foto2press

Beide müssen nun einen Umbruch moderieren. Verlassen hat den Klub unter anderem Stefanos Kapino. Der Torwart war zuletzt von Werder ausgeliehen und steht nun wieder an der Weser unter Vertrag. Hart trifft den Klub vor allem, dass der gebürtige Bremer Kevin Behrens gegangen ist. Er hat in der vergangenen Saison 13 der 41 Sandhäuser Tore erzielt. In der neuen Saison spielt er für Union Berlin. Zudem haben zwölf weitere Spieler den Klub verlassen. Sie waren allesamt aber keine Leistungsträger.

Neu gekommen sind dafür bisher elf Profis. Die Behrens-Lücke soll Pascal Testroet füllen. Er hat in der vergangenen Saison für Erzgebirge Aue zwölf Tore geschossen. Für Kapino wurde Torwart Patrick Drewes vom VfL Bochum geholt. Nach der katastrophalen Vorsaison möchte der Klub dieses Mal früher den Liga-Verbleib dingfest machen.

Stadion:
Stadion am Hardtwald, 15.033 Plätze (davon 8.740 Stehplätze)

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Mehr zum Thema:

Autor

  • Karsten Lübben Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 18. Juli 2021, 19:30 Uhr