3 Gründe, warum Werder in Leipzig gewinnt

Die Vorzeichen stehen alles andere als gut, dass die Bremer am Samstag in Leipzig punkten. Dennoch gibt es Hoffnung für das Team von Coach Florian Kohfeldt.

Clemens Fritz und Florian Kohfeldt schauen auf dem Trainingsplatz lächelnd hoch Richtung Tribüne.
Scouting-Chef Clemens Fritz (links) und Trainer Florian Kohlfeldt haben vor dem Spiel gegen RB Leipzig gut lachen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Sieben der letzten acht Spiele verloren, seit über zehn Stunden ohne selbst geschossenes Tor, die schwächste Defensive der Liga: Kaum etwas spricht dafür, dass Werder seine Auswärtspartie am Samstag um 15:30 Uhr in Leipzig erfolgreich bestreitet. Zumal die Bremer ihre bisherigen drei Gastspiele in der sächsischen Hauptstadt alle verloren haben. Aber wir haben zumindest drei gute Gründe dafür gefunden, dass der Vorletzte beim Tabellenzweiten für eine Überraschung sorgen könnte.

1 Kurz-Trainingslager sorgt für neuen Schwung

Schon seit Mittwoch befindet sich der Werder-Tross in Leipzig. Trainer Florian Kohfeldt hofft auf den Effekt eines Kurz-Trainingslagers – womit bereits seine Vorgänger Erfolg hatten: Vor vier Jahren schwor Werder-Trainer Viktor Skripnik seine Schützlinge in Verden auf das Kellerduell am 31. Spieltag gegen Stuttgart ein – die Bremer lagen im Mai 2016 als Tabellensechzehnter einen Platz hinter den Schwaben. Die Maßnahme sollte sich lohnen: Skripniks Team siegte im Weser-Stadion mit 6:2. Unter den Torschützen waren die heute noch für Werder aktiven Claudio Pizarro und Fin Bartels, der sogar doppelt traf.

Werder-Spieler beim Kleinfeldspiel im Training.
Werders Spieler hoffen, mit dem Kurz-Trainingslager in Leipzig die Wende im Abstiegskampf zu schaffen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Auch Skripnik-Nachfolger Alexander Nouri vertraute in der darauffolgenden Saison auf die Wirkung eines kurzfristig angeordneten Trainingscamps. Seine Mannschaft, die auf Rang 16 lag, bereitete sich im Februar 2017 frühzeitig in Mainz auf das Duell gegen den Tabellenzwölften vor. Dank der Tore von Serge Gnabry und Thomas Delaney siegte Werder mit 2:0. Auch in den folgenden neun Partien blieben die Bremer ohne Niederlage. Das Kurztrainingslager, zu dem Werder-Trainer Felix Magath im Mai 1999 seine Spieler verdonnerte, war zwar im direkten Spiel danach nicht von Erfolg gekrönt – Werder verlor 1:2 gegen Frankfurt. Doch nach Magaths Entlassung sicherte sich die Mannschaft unter Leitung von Thomas Schaaf erst den Klassenerhalt und gewann im Anschluss sogar den DFB-Pokal. Vielleicht verleiht die spontane Maßnahme ja auch Kohfeldts Mannen neuen Schwung.

2 Die Sieglosserie der Roten Bullen

So wie Werder sind auch die Leipziger aktuell alles andere als in bestechender Form: Seit inzwischen vier Pflichtspielen warten die Roten Bullen auf einen Sieg. Zwei Unentschieden (2:2 gegen Gladbach und 0:0 in München) stehen je eine Niederlage in der Bundesliga (0:2 gegen Frankfurt) und im DFB-Pokal (1:3 ebenfalls gegen Frankfurt) gegenüber – damit droht RB ein Vereinsnegativrekord: Mehr als fünf Pflichtspiele in Serie blieb der Klub seit seiner Gründung im Jahre 2009 nie ohne Sieg; zuletzt war dies im April 2018 der Fall. Zudem zeigt sich die Defensive der Leipziger in der heimischen Red Bull Arena in dieser Spielzeit alles andere als sattelfest: Nur in einem der letzten zehn Bundesliga-Heimspiele spielten sie zu null (beim 8:0 am 10. Spieltag gegen Mainz). Zwar verfügt der Tabellenzweite über eine torhungrige Offensive, angeführt von Toptorjäger Timo Werner. Doch gegen Werder liest sich die Bilanz des Nationalstürmers eher mau: In zwölf Partien kommt der 23-Jährige nur auf einen Treffer. Also: ein gutes Zeichen für die Bremer.

3 Bremens Stürmer treffen gegen Leipzig besonders gern

Yuya Osako lachend im Profil während des Trainings.
Kann dem Spiel gegen seinen Lieblingsgegner freudig entgegensehen: Yuya Osako. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Die Sachsen sind der Lieblingsgegner von Werder-Stürmer Yuya Osako: In sechs Bundesligaspielen war der Japaner an fünf Toren beteiligt. Zwei Treffer legte er auf, drei erzielte er selbst. So viele Tore wie gegen RB schoss Osako sonst gegen keinen anderen Bundesligisten. Auch Winterzugang Davie Selke war bereits dreimal gegen Leipzig erfolgreich, Niclas Füllkrug sogar viermal. Am Samstag werden sie aber beide fehlen: Während Selke Gelb-gesperrt ist, laboriert Füllkrug weiter an einem Kreuzbandriss. Vielleicht gibt Werder-Coach Florian Kohfeldt ja seinem umstrittenen Sturm-Oldie Claudio Pizarro eine Chance. Der zuletzt für seine vermeintlich mangelnde Einstellung kritisierte Peruaner erzielte am letzten Spieltag der vergangenen Saison gegen Leipzig den 2:1-Siegtreffer – seitdem wartet der 41-Jährige in der Bundesliga auf einen Torerfolg. Es könnte ein perfekter Zeitpunkt für die Wende sein.

Werder reist ins Kurz-Trainingslager nach Leipzig

Video vom 12. Februar 2020
Die Werderprofis Ömer Toprak und Maximilian Eggestein auf dem Trainingsplatz mit Trainer Florian Kohfeldt.
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 14. Februar 2020, 18:06 Uhr