Meinungsmelder

Fußball-Fans müssen weiter draußen bleiben

Die Gesundheitsminister der Länder haben sich am Montag gegen eine schnelle Rückkehr der Fans in die Stadien ausgesprochen. Auch die Meinungsmelder von Radio Bremen lehnen das ab.

Video vom 10. August 2020
Werder-Fans halten im Weser-Stadion ihre Schals hoch.
Bild: Imago | Nordphoto

Die Gesundheitsministerinnen und Minister der Länder haben sich heute dafür ausgesprochen, vorerst keine Fußball-Fans in die Stadien zu lassen. Mindestens bis Ende Oktober soll es demnach keine Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern geben.

Wir spüren, dass wir wachsam bleiben müssen. In der jetzigen Situation wären Zuschauer auf den Rängen das falsche Signal.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

Gesundheitssenatorin: Darum sollen vorerst keine Fans ins Stadion

Video vom 10. August 2020
Die Bremer Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard zu Gast bei buten un binnen.
Bild: Radio Bremen

Aufgrund der Corona-Pandemie startet die Bundesliga in diesem Jahr später als gewohnt in die Saison: Voraussichtlich erst am 18. September rollt in der 58. Spielzeit der Ligageschichte wieder der Ball. Werder bekommt es zum Saisonauftakt im heimischen Weser-Stadion mit Hertha BSC zu tun. Bis zuletzt hatten die Verantwortlichen von Werder Bremen gehofft, dass die Partie vor zumindest teilweise gefüllten Rängen ausgetragen werden kann. Das Hygiene-Konzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) setzte auf bis zu 15.000 Zuschauer bei Heimspielen. Doch daraus wird vorerst nichts.

Meinungsmelder lehnen zeitnahe Rückkehr der Fans in die Stadien ab

Auch die Mehrheit der Meinungsmelder von Radio Bremen steht dem Vorhaben der DFL kritisch gegenüber: Von 1.029 Teilnehmern sprechen sich rund zwei Drittel der Befragten gegen eine zeitnahe Rückkehr von Zuschauern in Fußball-Stadien aus.

Ein Meinungsmelder aus Niedersachsen etwa fragt sich, was passieren würde, sollte einer der Zuschauer mit dem Corona-Virus infiziert sein: "Sollen dann 15.000 bis 30.000 Besucher, Ordner und Polizisten in Quarantäne?" Andere Befragte verweisen auf die Infektionszahlen, die steigen, obwohl auf größere Veranstaltungen aktuell noch verzichtet wird. "Egal ob Konzert oder Bundesliga-Spiel: Publikum kann es bis auf Weiteres nicht geben", meint ein 31-jähriger Meinungsmelder aus Niedersachsen. Auch die Vorstellung, dass im Freizeitsport weiter starke Einschränkungen gelten, im Profisport jedoch nur bedingt, findet eine 18-jährige Meinungsmelderin "komisch". Andere Teilnehmer der Befragung betonen, dass andere Bereiche wichtiger als der Fußball-Betrieb seien, und ihnen deshalb Vorrang gebühre.

Die Mühen, die in Konzepte gesteckt werden, um Fans ins Stadion zu lassen, sollten lieber für die Kinder aufgebracht werden, sodass diese wieder zur Schule und in den Kindergarten können. Für mich ist das absolut unverschämt.

34-jähriger Meinungsmelder aus Bremen

Weiterhin sind einige Meinungsmelder skeptisch, was die Anreise betrifft. Denn dass die Zuschauer teilweise den öffentlichen Nahverkehr nutzen könnten, um zum Stadion zu gelangen, könnte zu überfüllten Bahnen und Bussen führen. Wer etwa die öffentlichen Verkehrsmittel nutze, um seine Familie zu besuchen, brauche "mit Sicherheit keine Menschenmassen, die sich aus dem Umkreis von 50 bis 100 Kilometern auf dem Weg in die Städte machen", meint ein 31-jähriger Meinungsmelder. Wieder andere Befragte sorgen sich wegen der Fans, die nach Abpfiff aus dem Stadion strömen.

Viele nutzen die Zeit nach einem Spiel zum Feiern oder für ein Zusammentreffen. Wenn Alkohol im Spiel ist, denkt man eventuell nicht mehr an die Abstandsregelungen und Mund-und-Nasen-Schutz.

30-jähriger Meinungsmelder

Allerdings gibt es auch Befürworter des Vorhabens. Sie sind zwar in der Minderheit, heben jedoch häufig die Auflagen hervor, die Fußballspiele mit Zuschauern wieder ermöglichen könnten. "Sofern ein gutes Hygienekonzept vorliegt, sollten Großveranstaltungen wieder erlaubt werden können. Man muss auch langsam lernen, mit dem Virus zu leben und mit ihm umzugehen", sagt ein 37-jähriger Meinungsmelder aus Bremen. Sofern kein Alkohol in den Stadien zugelassen wird, spricht sich auch eine 32-jährige Befragte aus Bremen für das DFL-Konzept aus. Platz sei in den Stadien schließlich genug, meint sie. Zudem brauche der Fußball seine Fans.

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Autor

  • Helge Hommers

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 10. August 2020, 18:06 Uhr