Weiterer Tatvorwurf gegen Ex-Werder-Coach Markus Anfang

Ex-Werder-Trainer Markus Anfang zieht sich am T-Shirt.
Bild: Imago | Eibner

Die Bremer Staatsanwaltschaft ermittelt wegen einer weiteren Straftat gegen den Ex-Werder-Trainer. Konkret geht es um Anfangs Teilnahme bei einer Kölner Karnevalsfeier.

Die Bremer Staatsanwaltschaft ermittelt wegen einer weiteren Straftat gegen Ex-Werder-Trainer Markus Anfang. Das bestätigte Sprecher Frank Passade auf Nachfrage von buten un binnen. In dem zweiten Fall geht es um das "Verwenden einer gefälschten Urkunde", so Passade. Den weniger schwerwiegenden Vorwurf des "Verwendens eines unrichtigen Gesundheitszeugnisses" hatte Anfang bereits im Dezember gestanden.

Konkret bezieht sich der hinzugekommene Vorwurf auf Anfangs Besuch einer Karnevalsfeier in Köln im November vergangenen Jahres. Mehrere Medien berichteten im Zuge des Impfpass-Skandals um Anfang über die Party, an der der 47-Jährige als Koch verkleidet teilgenommen hatte. Bei der Veranstaltung galt jedoch die 2G-Regel, Einlass erhielten somit nur Geimpfte oder Genesene. Anfang war zum damaligen Zeitpunkt aber weder geimpft noch genesen, wie inzwischen bekannt ist. Zutritt muss er sich demnach mit Vorlage falscher Dokumente verschafft haben.

Anfang-Verfahren könnte zeitnah enden

Vor Kurzem hat Anfang in einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft zugegeben, dass sein Impfausweis gefälscht gewesen ist. Mit dem Karneval-Vorfall, bei dem das gefälschte Dokument verwendet worden sein könnte, steht das Geständnis jedoch nicht in Zusammenhang. Vielmehr handele es sich um eine separate Straftat und um einen anderen Tatbestand, sagt Passade. Auf eine solche steht im Normalfall eine Geld- oder eine Freiheitsstrafe. "Wer zur Täuschung im Rechtsverkehr eine unechte oder verfälschte Urkunde gebraucht", heißt es im Strafgesetzbuch, "wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."

Gut möglich, dass das Verfahren zeitnah mit einem Strafbefehl für Anfang endet. Dies würde bedeuten, dass der 47-Jährige eine Geldstrafe bezahlen muss, es aber nicht zu einer Gerichtsverhandlung kommt. Bei geständigen Tätern ist dies ein häufig genutzter juristischer Weg. Die Höhe der Strafe ermisst sich in dem Fall nach den wirtschaftlichen Möglichkeiten des Beschuldigten.

Impfpass-Skandal: Ex-Werder-Trainer Anfang legt Geständnis ab

Bild: Imago | Jan Huebner

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Autor

  • Helge Hommers Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 6. Januar 2021, 14 Uhr