Werders Friedl: "So viel Rummel um meine Person hatte ich noch nie"

Werder-Verteidiger Marco Friedl ruht sich auf dem Rasen des Trainingsplatzes aus.
War in den vergangenen Wochen bei vielen Werder-Fans sehr umstritten: Verteidiger Marco Friedl. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Der Aufruhr um seinen Einsatz-Streik hat Marco Friedl ordentlich mitgenommen. Mehr noch: Rückblickend betrachtet bereut der Bremer sein Verhalten.

Für Aufsehen gesorgt hat Werder-Verteidiger Marco Friedl zuletzt eher neben anstatt auf dem Platz. Viele Fans nahmen ihm übel, dass er sich vor rund einem Monat geweigert hatte, gegen Hansa Rostock aufzulaufen. Dazu sah sich der 23-Jährige damals nicht in der Lage, weil er kurz vor einem Wechsel zu Union Berlin stand.

Viele Beobachter interpretierten sein "Kopfproblem" jedoch anders, nämlich als Streik. Inzwischen bereut Friedl sein Vorgehen, wie er am Mittwoch in einer Medienrunde erklärte: "Heute würde ich vieles anders machen, als ich es getan habe."

Jeder im Profisport weiß, wie wichtig der Kopf ist. Das war bei mir auch so: Ich war vom Kopf her einfach mit zu vielen anderen Dingen beschäftigt.

Werder-Verteidiger Marco Friedl in einer Medienrunde am Mittwoch

"Es war eine harte und schwierige Zeit"

Werder-Verteidiger Marco Friedl versucht in einem Zweikampf den Ball zu erobern.
In Dresden machte auch Marco Friedl (rechts) alles andere als eine gute Figur. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Geahnt, was mit seiner Entscheidung einhergehen könnte, hat Friedl nicht. "Ich hab nicht gewusst, dass es ein so großes Thema ist. So viel Rummel um meine Person hatte ich noch nie", sagte der Österreicher. Den Ärger, den er sowohl bei den Fans als auch den Vereinsverantwortlichen auslöste, könne er trotzdem "verstehen". Spurlos sei die Aufregung, die sein Verhalten nach sich zog, aber nicht an ihm vorbeigegangen. "Es war schon eine harte und schwierige Zeit, die mich sehr belastet hat", sagte Friedl.

Als dem 23-Jährigen das Ausmaß der Wut über seine Entscheidung klar wurde, hoffte er, über die sozialen Kanäle die Wogen zu glätten. Via Instagram wandte er sich an die Werder-Anhänger und begründete sein Verhalten. "Die Nachrichten, die ich dort von den Fans bekommen habe, waren sehr positiv. Sie verstehen meine Situation", so Friedl, für den das Thema damit endgültig "durch ist".

Wie reagieren die Werder-Fans auf Friedl?

Nach seiner Einsatzweigerung war Friedl bei Werder außen vor. Zwei Spiele lang setzte Coach Markus Anfang ihn auf die Bank. Bei der 0:3-Pleite gegen Dresden stand er aber wieder in der Startformation. Gut möglich, dass er auch gegen Heidenheim (Freitag, 18:30 Uhr) von Beginn an aufläuft. Spannend bleibt aber vor allem die Frage, wie ihn die Zuschauer im gutgefüllten Weser-Stadion empfangen werden. "Ich rechne mit einer normalen Ankunft für mich", vermutet Friedl. "Sollte es anders sein, dann gehört das zum Fußball eben dazu."

Baumann zur Causa Friedl: "Man sollte Marco nicht verteufeln"

Video vom 1. September 2021
Werder-Sportchef Frank Baumann bereitet sich auf ein Interview vor dem Spiel mit Sky vor.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Autor

  • Helge Hommers Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 29. September 2021, 18:06 Uhr