Das war wichtig beim ersten Werder-Mannschaftstraining

Am Sonntag trainierte Werder das erste Mal gemeinsam, 22 Spieler standen auf dem Platz, zirka 300 Zuschauer schauten zu – doch einige Profis fehlten. Dafür könnten bald neue dazukommen.

Werder manschaft auf dem Weg zum Trainingsplatz.

Die Woche der individuellen Vorbereitung ist vorbei, seit heute lässt Trainer Florian Kohfeldt wieder im Rudel trainieren – und das ganz schön ordentlich. Eindreiviertel Stunde dauerte die Vormittagseinheit, am Nachmittag ist ein zweites Training dran. Und schon im ersten gemeinsamen Üben der Mannschaft ging es an die Spielordnung und die Taktik. Kohfeldt mischte sich immer wieder lautstark ein, gab Anweisungen und Laufwege vor. Mittendrin die drei Neuen: Felix Beijmo, Kevin Möhwald und Martin Harnik.

Doch noch fehlen dem Trainer einige Spieler: Die WM-Fahrer Milos Veljkovic, Yuya Osako und Ludwig Augustinsson sind noch im Urlaub und steigen Ende Juli/Anfang August wieder ein. Dazu fehlten noch Jiri Pavlenka und Florian Kainz, die wegen Länderspielen ebenfalls länger Pause hatten. Sie absolvieren derzeit individuelle Leistungstest und trainieren im Trainingslager im Zillertal ab Donnerstag dann wieder voll mit der Mannschaft.

Luca Caldirola nach Italien abgereist

Nicht auf dem Platz: Der Verteidiger Luca Caldirola. Der 27-Jährige ist vom Training freigestellt und in seine Heimat Italien abgereist. Dort hält er sich nun individuell fit und ist auf Klubsuche. "Luca hat deutlich gesagt, dass er den Klub verlassen möchte", so Kohfeldt. "Ich kann das nachvollziehen, da hier seine Chance auf regelmäßige Einsätze gering ist." Die Abreise nach Italien sei deshalb für beide Seiten sinnvoll. Jetzt, wo es richtig losgehe, mache es Sinn, nur die Spieler auf dem Rasen zu haben, die auch während der Saison ein fester Bestandteil des Kaders sind.

Kohfeldt und Borowski auf Trainingsplatz
Da geht's lang: Kohfeldt, hier mit Co-Trainer Borowski, hat einen sehr genauen Plan davon, wie er Werder weiterentwickeln will. Bild: gumzmedia | Andreas Gumz

Caldirola wird also gehen, nur wohin steht noch nicht fest. Noch gäbe es keine konkreten Angebote, so Geschäftsführer Frank Baumann am Sonntagmittag. "Es kann ein Verein aus Italien sein", so der 42-Jährige, aber auch andere Länder seien denkbar.

Caldirola kam 2013 von Inter Mailand zu Werder, kam in der vergangenen Saison aber nur zu einem Einsatz. Unter Kohfeldt machte der Italiener keine Partie. In der Saison 2015/16 war Caldirola an Darmstadt 98 verliehen. Insgesamt bestritt er für Bremen 48 Pflichtspiele.

Fans träumen von Europa

Unterdessen träumen viel Fans von Werder wieder von Europa. Das zeigte auch eine buten un binnen-Umfrage am Rand des Trainingsplatzes. Werder-Trainer Kohfeldt will diese Euphorie nicht bremsen.

Ich merke das auch, dass in Bremen grundsätzlich das Gefühl von Aufbruch ist. Warum nicht? Ich werde nicht von Europa reden, aber wenn die Fans das tun, habe ich nichts dagegen.

Florian Kohfeldt, Trainer Werder Bremen

Der erst 35 Jahre alte Kohfeldt hat die Fantasie der Werder-Anhänger entfacht. Vor allem mit dem Trainer-Talent verbinden die Bremer den spielerischen Aufschwung beim einstigen Bundesliga-Topteam. Viele hoffen auf eine Rückkehr in den Europapokal. Der letzte internationale Auftritt in der Champions League liegt schon acht Jahre zurück.

Werder in Gesprächen mit potentiellem Torhüter

Wo Werder noch nachlegen will im Kader ist kein Geheimnis. Ein oder zwei Mittelfeldspieler sind geplant, dazu ein Ersatztorwart als Nummer Zwei hinter Jiri Pavlenka. Und vor allem der könnte vielleicht schon in den nächsten Tagen in Bremen aufschlagen. "Es kann sein, dass es nicht mehr lange dauert", sagte Kohfeldt am Sonntag. Derzeit würden Gespräche geführt. Werder sucht einen Torwart, der erfahrener ist als der erst 19-jährige Luca Plogmann und sich bei Werder trotzdem noch weiterentwickeln kann. Sollte der Neue schon in den nächsten Tagen kommen, fährt er bereits mit ins Trainingslager nach Österreich.

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  • Maike Albrecht

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 8. Juli 2018, 19:30 Uhr