Werder hat "4 Finals" vor der Brust

Nach sechs verlorenen Bundesliga-Spielen in Folge brauchen die Bremer dringend Punkte. Ansonsten könnte es bald ein bitteres Erwachen in der 2. Liga geben.

Florian Kohfeldt schlägt die Hände über dem Kopf zusammen und verzerrt das Gesicht.
Werder-Coach Florian Kohfeldt hat mit seinem Team die letzten sechs Spiele in der Bundesliga verloren. Bild: Nordphoto / Gumzmedia

Florian Kohfeldt machte nach dem 0:1 gegen Mainz 05 aus seinem Herzen keine Mördergrube. Zum einen ärgerte der Werder-Coach sich, weil Joshua Sargents Treffer zum 1:1 in der 44. Minute nach einem Eingriff des Video-Schiedsrichters zurückgenommen wurde.

Zum anderen war natürlich auch Kohfeldt klar, dass es für die Bremer im Kampf um den Klassenerhalt jetzt richtig eng wird. Sechs Spiele in Folge hat sein Team in der Bundesliga nun verloren. Das gab es in der Geschichte des Klubs zuvor noch nie. Werders Konkurrenten im Keller punkten hingegen fleißig. Geht es so weiter, stehen die Bremer vor dem Absturz in die 2. Liga. Das weiß auch Kohfeldt, dem sein innerer Frust anzusehen war. Trotz der misslichen Lage versuchte er aber, Optimismus zu verbreiten.

Was die Tabelle angeht, ist die Situation deutlich schlechter für uns geworden. Wir haben es noch in der eigenen Hand, definitiv. Und die Leistung stimmt mich positiv, dass wir das in den kommenden Wochen dann auch in die richtigen Bahnen lenken. Jetzt werden wir höchstwahrscheinlich vier Finals haben. Davon gehe ich aus.

Florian Kohfeldt sitzt auf dem Podium und schaut in die Kamera.
Florian Kohfeldt auf der Pressekonferenz nach dem Mainz-Spiel

Keine Zeit mehr für weitere Ausreden

Milos Veljkovic und Milot Rahsica sitzen enttäuscht auf dem Boden.
Enttäuschung bei Milos Veljkovic und Milot Rashica: Die Bremer haben gegen Mainz 05 erneut verloren. Bild: Nordphoto / Gumzmedia

Die Zeit der Ausreden muss bei Werder jetzt allerdings vorbei sein. Das Programm mit den Spielen gegen den FC Bayern, Borussia Dortmund, den VfL Wolfsburg und RB Leipzig war zuvor schwierig. Mainz 05 war allerdings ein Gegner auf Augenhöhe. Aber auch gegen die Mainzer schafften es die Bremer nicht, einen Sieg zu holen. Durch die Niederlage haben die Rheinhessen Werder in der Tabelle nun überholt. Da hilft auch das Lamentieren nicht, dass man eigentlich "die bessere Mannschaft" gewesen und das Gegentor – mal wieder – "unglücklich" gefallen sei. Wenn "immer Glück Können ist", wie Bayern-Legende Hermann Gerland stets sagt, stellt sich bei den Bremern mittlerweile auch die Frage, was denn im Gegenzug dann ständiges Pech ist.

"Es tut weh. Wir wollten gegen Mainz gewinnen. Das haben wir nicht geschafft", sagte Kapitän Niklas Moisander nach dem Spiel im ARD-Interview. Er glaubt weiterhin an den Klassenerhalt. "Wir haben das letztes Jahr geschafft und wir werden das dieses Mal auch schaffen", so der Finne.

Hartes Restprogramm für Werder

Bei den von Kohfeldt angeführten "vier Finals" warten allerdings harte Gegner auf Werder. Die Bremer treffen mit Union Berlin (Samstag, 15:30 Uhr), Bayer Leverkusen (8. Mai, 15:30 Uhr) und Borussia Mönchengladbach (22. Mai, 15:30 Uhr) gleich auf drei Teams, die aktuell noch nach Europa wollen. Dazwischen steht zudem noch das Spiel beim FC Augsburg (15. Mai, 15:30 Uhr) an, der in der Tabelle auch noch nach unten schauen muss. Die kommenden Wochen werden für Werder somit zum knallharten Überlebenskampf. Und nach sechs Pleiten in Folge besteht mittlerweile die Gefahr, dass die Bremer aktuell ihre ganz eigene und besonders schmerzhafte Version von "Stirb langsam" drehen.

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Kohfeldt nach dem 0:1 gegen Mainz: "Extrem schwierige Niederlage"

Video vom 22. April 2021
Florian Kohfeldt sitzt auf dem Podium und schaut in die Kamera.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Karsten Lübben Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 22. April 2021, 18:06 Uhr