Kohfeldt gibt Friedl eine Startelfgarantie

Das Hinspiel gegen Leverkusen endete für Werder und den Verteidiger in einem Debakel. Florian Kohfeldt erklärt, warum es am Sonntag (13:30 Uhr) besser laufen wird.

Beim 2:6 im Oktober gegen Leverkusen erlebte Marco Friedl sein persönliches Waterloo. Bei den ersten beiden Treffern von Bayer 04 verlor er Vorlagengeber Karim Bellarabi aus den Augen. Den dritten Treffer erzielte Bellarabi dann gleich selbst, nachdem er Friedl abermals problemlos entwischt war. Zwischendurch leistete der Österreicher sich zwei weitere Aussetzer: Er vertändelte leichtfertig den Ball und ließ erneut Bellarabi frei auf das Bremer Tor zulaufen. Zwei Minuten später landete ein kurzer Pass direkt bei Leverkusens Kai Havertz, der ebenfalls freie Bahn auf das Tor von Jiri Pavlenka besaß. Nach 45 Minuten hatte Werders Cheftrainer Florian Kohfeldt dann genug gesehen. Beim ersten Startelfeinsatz in dieser Saison wechselte er Friedl bereits in der Halbzeit wieder aus.

Kohfeldt: "Das ist hochgradig unfair"

Marco Friedl kann eine Hereingabe von Karim Bellarabi nicht verhindern.
Wieder mal zu spät: Leverkusens Karim Bellarabi spielte mit Friedl im Hinspiel Katz und Maus. Bild: Imago | Jan Huebner

Leichte Bauchschmerzen bei den Werder-Fans sind daher durchaus nachvollziehbar. Schließlich wird Friedl aufgrund der Ausfälle von Milos Veljkovic (Gelbsperre) und Sebastian Langkamp (Kapsel-Bänderverletzung im Schultereckgelenk) auch im Rückspiel gegen Leverkusen in der Bremer Startelf stehen. "Marco wird spielen", verriet Kohfeldt am Freitag auf der Pressekonferenz. Zweifel an der Leihgabe des FC Bayern aufgrund des Hinspiels kann er dabei nicht nachvollziehen.

Es tut mir leid, dass dieses Spiel immer noch mit ihm in Verbindung gebracht wird. Das wird der Sache nicht gerecht. Marco hat sicherlich nicht alles richtig gemacht. Ihm allein dieses Spiel anzulasten, ist aber hochgradig unfair.

Werder-Cheftrainer Florian Kohfeldt

Keine Sorgen bei Kohfeldt

Nach dem Rückspiel am Sonntag soll niemandem im Bremer Lager eine Niederlage angelastet werden. Erst recht nicht Friedl. Dass das Hinspiel den 20-Jährigen noch belastet oder er noch einmal gesondert aufgebaut werden muss, glaubt Kohfeldt nicht.

Marco hat eine gute Mischung aus Geduld und ureigenem Selbstvertrauen. Der braucht keinen, der ihn in den Arm nimmt und sagt: „So Junge, wir machen das schon.“ Er wird sein Spiel machen. Da mache ich mir keine Sorgen.

Werder-Cheftrainer Florian Kohfeldt

Moisander ist eine wichtige Stütze

Moisander dirigiert
Für Abwehrchef Niklas Moisander hält Kohfeldt ein Sonderlob parat: "Er macht seine Mitspieler besser." Bild: Imago | RHR-Foto

Ein weiterer Vorteil für Werder ist zudem, dass dieses Mal Niklas Moisander mit von der Partie sein wird. Im Hinspiel war der Bremer Vize-Kapitän noch kurzfristig aufgrund muskulärer Probleme ausgefallen. Dadurch fehlte Friedl in der zusammengewürfelten Dreierkette mit Veljkovic und Langkamp der Halt. Für diesen soll im Rückspiel der 33-jährige Routinier sorgen.

Das ist mit Sicherheit ein großer Vorteil. Niklas hat die letzten Spiele für uns durchgespielt und kann die Rolle, die er auf dem Platz hat, ausfüllen. Er stabilisiert, organisiert und redet. Niklas macht seine Mitspieler einfach besser. Das wird auch für Marco ein wichtiger Faktor sein.

Werder-Cheftrainer Florian Kohfeldt

Ohnehin glaubt Kohfeldt nicht an eine ähnliche Partie wie am 9. Spieltag. Ein Grund dafür ist auch der Trainerwechsel in Leverkusen. In der Winterpause übernahm Peter Bosz das Zepter von Heiko Herrlich. Dadurch änderte sich der Spielstil der Werkself. Während Bayer 04 unter Herrlich vor allem auf Konterfußball setzte, legt Bosz das Augenmerk auf den eigenen Ballbesitz. "Sie spielen jetzt sehr dominant und suchen das Tempo. Defensiv verteidigen sie sehr mutig. Das sind die Momente, in denen wir uns trauen müssen, ihre Lücken auszunutzen", ist sich Kohfeldt sicher.

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  • Karsten Lübben

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 15. März 2019, 18:06 Uhr