Das kann sich Kohfeldt von Federer abgucken

Am Sonntag muss Werder bereits um 13:30 Uhr gegen Leverkusen ran. Grund genug für Trainer und Tennis-Fan Florian Kohfeldt, den Rhythmus seiner Profis vorab anzupassen.

Roger Federer bei einer Vorhand-Schlagbewegung in Indian Wells.
Tennis-Maestro Roger Federer muss sich in seinem Tour-Alltag oft auf neue "Anstoßzeiten" einstellen. Bild: Imago | Zuma Press

In dieser Woche schnupperte Werder ein bisschen Tennis-Luft. Florian Kohfeldt hatte mal wieder Coach Jan de Witt zu Gast, der seine Erfahrungen im Bereich der Videoanalyse im Tennis mit Werders Fußball-Trainer austauschte. Kohfeldt ist Tennis-Fan und begeistert von Roger Federer. Und vom Schweizer Maestro konnte sich Kohfeldt vor der Partie gegen Bayer Leverkusen am Sonntagmittag sogar etwas abgucken. Jedenfalls von dessen Biorhythmus.

Federers Tagesablauf – in Emojis erzählt

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Tennisspieler haben meistens keine festen "Anstoßzeiten", Warterei und eine daher komplizierte Matchvorbereitung sind ihr Alltag. Doch oft sind zumindest die Abendpartien bei Turnieren fest terminiert, und da Federer weltweit die Attraktion der Tennis-Tour ist, spielt er recht oft die sogenannten Nightsessions. Nicht aber diese Woche, in der kalifornischen Wüste beim Masters von Indian Wells. Da musste sich der 37-Jährige den Wecker deutlich früher stellen, als er es gewohnt ist. Denn er muss ständig zur Mittagszeit ran – genau wie Werder am Sonntag.

Eigentlich ist Federers Tagesroutine eingespielt: So lange wie möglich schlafen, dann essen, am späten Nachmittag eine halbe Stunde zum Einschlagen auf den Platz, Behandlung, wieder essen, eine Stunde vor Beginn aufwärmen und dann geht's los. Am Sonntag heißt es für Federer wie auch Werder: Die Routine der Vorbereitung bleibt, nur beginnt der Tag eben sehr früh am Morgen.

Früher Anpfiff, früher aufstehen

Trainer Kohfeldt grinst während des Abschlusstrainings.
Gut gelaunt beim Abschlusstraining am Samstag: Trainer Florian Kohfeldt. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Den Biorhythmus richtig umzustellen, dauert meist ein paar Tage. Und Tennisprofis haben diese Zeit nicht, wenn sie täglich spielen müssen. Federer hatte Glück, dass er in Indian Wells schon drei Runden in Folge mittags ran musste und Kohfeldt, dass er mit seiner Mannschaft eben genug Vorlauf vor dem Anpfiff hat. "Es ist ungewöhnlich, das passiert nicht so oft in der Saison. Ab Donnerstag trainieren wir um 13:30 Uhr", kündigte der Trainer am Dienstag an. "Den Jungs wird da vorher in der Kabine schon Essen zur Verfügung stehen", fügte Kohfeldt hinzu, "ansonsten sind die Kaderbekanntgabe und die Besprechung am Abend vor dem Spiel genau wie immer."

Am Spieltag selbst wird der Wecker nicht ganz so früh klingeln wie Federers am Finaltag. Dauerrivale Rafael Nadal hatte das Halbfinale am Samstag erst kurzfristig abgesagt, fürs Ausschlafen war es da zu spät. Aber so bleibt Federer zumindest im Rhythmus. Erst "um 9 Uhr treffen wir uns zum Spaziergang", meinte Kohfeldt. Wenn die Anstoßzeit normal um 15:30 Uhr wäre, "würden wir bis 9:30 Uhr frühstücken und danach spazieren gehen". Nun ginge man eben etwas früher und das Frühstück sei dann laut Kohfeldt das "Pre-Match-Meal und da wird es mit Sicherheit auch ein paar Nudeln geben". Nicht jedermanns Sache, aber wichtig. Nach dem Frühstück "schlafen die Jungs eine halbe Stunde", erklärte Kohfeldt weiter. Der ausgedehnte Mittagsschlaf fällt dieses Mal aus. "Dann treffen wir uns zu einer festen Essenszeit und danach ist man dann normal im Rhythmus mit der Besprechung und der Fahrt zum Spiel".

Kohfeldt kann ohnehin nicht schlafen

Die Werder-Profis auf dem Weg zum Trainingsplatz an einer riesigen Pfütze vorbei.
Wacker bei jedem Wetter: Das Abschlusstraining am Samstag war eine nasse Angelegenheit. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Früh aufstehen, um ausgeschlafen gegen Bayer Leverkusen aufzulaufen – für Kohfeldt kein Problem. "Bei mir klingelt der Wecker früher als 8 Uhr, aber das ist normal", sagt er: "Am Spieltag brauche ich ohnehin keinen Wecker, da brauche ich eher etwas zum Einschlafen." Federer ist da nach seinen 20 Jahren auf der Profi-Tour inzwischen anders gestrickt. Der Schweizer schläft elf bis zwölf Stunden täglich – mit einer Einschränkung: "So lange mich meine vier Kinder ausschlafen lassen..." Doch in Indian Wells hatten seine Kinder zumindest bis zum Halbfinale Nachsicht mit ihrem Papa.

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  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 15. März 2019, 18;06 Uhr