Werder beklagt mangelnde Unterstützung: Vogt gibt Kontra

Die Debatte um eine finanzielle Unterstützung Werders durch die Stadt geht weiter. Bremens Wirtschaftssenatorin ärgert sich über Vorwürfe von Werders Sportchef Baumann.

Das Weserstadion am Tag mit wenig Wolken am Himmel.

Am Mittwoch ging es in der Aktuellen Stunde in der Bremischen Bürgerschaft um das Thema Werder Bremen. Besser gesagt um das Streitthema Werder Bremen. Die Kosten für das geplante Nachwuchsleistungszentrum, der Streit um die Rechnungen für die Zusatzkosten von Hochrisikospielen – dazu hatte die FDP-Fraktion Gesprächsbedarf gesehen und die Aktuelle Stunde "Bremen gegen Werder? Werder braucht auch den Support der Politik" beantragt.

Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Die Linke) hatte am Mittwoch während der Aktuellen Stunde die Gelegenheit genutzt, zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen, die Werders-Sportchef Frank Baumann kürzlich in Richtung der Bremer Politik geäußert hatte.

Wir sind der einzige Standort in den letzten 15 Jahren, der keinen Euro und keinen Cent von der Stadt und vom Land erhalten hat, was die Infrastruktur betrifft. Wir leiden also die letzten 15 Jahre schon darunter, dass wir eine höhere Belastung haben, was die Stadionkosten betrifft.

Werder-Sportchef Frank Baumann

Werder Bremen wird weiterhin unterstützt

Und obwohl Vogt bedauerte, dass die Diskussion zu emotional geführt worden sei, war ihr deutlich anzumerken, wie enttäuscht sie über die scharfen, "befremdlichen" Äußerungen Baumanns gewesen ist. Dass Werder keinen Cent von Bremen für die Infrastruktur erhalten habe, "ist schlicht falsch", betonte Vogt.

Sie führte unter anderem den Stadionausbau, Darlehen für den Hochwasserschutz und Bürgschaften für Kredite an. Diese Bürgschaften hätten sich in den vergangenen Jahren auf 23 Millionen Euro belaufen, "die die Stadt beziehungsweise das Land Bremen beigetragen hat". Auch Bürgschaften seien bares Geld, fügte Vogt hinzu.

Wenn Werder aus der Bundesliga absteigen würde und seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen könnte, ist Bremen durch die Beteiligung an der BWS und den Bürgschaften unmittelbar an Werders Erfolgsrisiko beteiligt. Das heißt auf Deutsch: Bremen zahlt.

Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Die Linke)

Warten auf Werders Kostenschätzung

Die Vorwürfe seien daher laut Vogt nicht gerechtfertigt: "Bremen unterstützt Werder finanziell und auf anderen Ebenen – und das werden wir auch weiterhin tun. Das steht völlig außer Frage." Vorab hatte der "Weser-Kurier" die Wirtschaftssenatorin noch so zitiert, dass Werder die Kosten für das Nachwuchsleistungszentrum selbst zahlen müsse. "Das habe ich nie gesagt", widersprach Vogt nun.

Allerdings sei sie irritiert gewesen, dass Werder die Unterstützung öffentlich so interpretierte, dass Bremen die Hälfte der Baukosten übernehmen solle. Und um darüber überhaupt entscheiden zu können, müsse Werder zunächst ein Konzept mit einer seriösen Kostenschätzung für das Leistungszentrum vorlegen. "Die haben wir bis heute nicht erhalten", sagte Vogt. Sie sei weiterhin gesprächsbereit, doch "es kann nur in der Wechselwirkung funktionieren". Und es dürfe nicht mehr über die Medien "wie auf dem Marktplatz debattiert" werden.

Bremen braucht Werder, aber Werder braucht eben auch Bremen. Und das müssen wir zusammenführen. Und ich möchte, dass das künftig nicht mehr öffentlich ausgetragen wird.

Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Die Linke)

Streit ums Werder-Leistungszentrum

Eine Grafik des Neubaus von Werder Bremen.

Mehr zum Thema:

Autorin

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 25. September 2019, 19:30 Uhr