Remis gegen Leipzig: Werder verspielt den Sieg

Die Bremer begannen überlegen gegen müde Leipziger und gingen in Führung. Am Ende vergab die Kohfeldt-Elf jedoch diverse Chancen und hätte die Partie gewinnen müssen.

Niklas Moisander beim Schussversuch inmitten von Leipziger Spielern.
Nach der ersten Hälfte ging Werder mit einer Führung in die Kabine. Doch in der zweiten Halbzeit erzielte RB dann den Ausgleich. Bild: Andreas Gumz

Mit einer deutlichen Leistungssteigerung nach der Pause hat RB Leipzig einen weiteren Tiefschlag noch abwenden können. Der Vizemeister kam bei Werder Bremen zu einem 1:1 (0:1) und holte damit nach den beiden klaren Niederlagen gegen Bayer Leverkusen und Olympique Marseille einen Punkt. Der eingewechselte Ademola Lookman rettete den Gästen mit seinem Treffer in der 50. Minute einen am Ende verdienten Punkt. Niklas Moisander hatte Werder in Führung gebracht (28.).

Die Bremer bleiben unter Trainer Florian Kohfeldt zu Hause ungeschlagen und dürften mit nun 37 Punkten mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben. Leipzig muss nach dem Unentschieden um die erneute Teilnahme an der Champions League bangen. Der Rückstand auf Platz vier beträgt vier Punkte. Die Leipziger konnten etwas überraschend doch auf Timo Werner zurückgreifen. Der Nationalstürmer hatte beim bitteren Aus in der Europa League wegen Oberschenkelproblemen passen müssen, stand an der Weser aber zur Verfügung. Allerdings fand der Angreifer anfangs gar keine Bindung zum Spiel und trat lange Zeit nicht in Erscheinung. Fünf Minuten vor Schluss jedoch vergab Werner freistehend die große Chance zum Siegtreffer, als er an Werder-Torwart Jiri Pavlenka scheiterte, der reaktionsschnell mit dem Fuß rettete (85.).

Leipzig wirkte müde

Niklas Moisander reißt sich am Trikotausschnitt und schreit die Freude über seinen Treffer heraus.
Abwehrchef Niklas Moisander hatte Werder in der 29. Minute in Führung gebracht. Bild: Imago | Jan Huebner

RB-Trainer Ralph Hasenhüttl hatte seine Mannschaft insgesamt gleich auf sechs Positionen verändert. Doch trotz der Radikal-Rotation wirkten die Gästen müde und angeschlagen. Die beiden klaren Niederlagen gegen Leverkusen (1:4) und in Marseille (2:5) hatten deutliche Spuren hinterlassen. Werder machte die Räume geschickt eng, Leipzig fand gegen das engmaschige Defensivnetz lange keine Lösungen. Pavlenka musste so einen Tag nach seinem 26. Geburtstag vor der Pause kein einziges Mal eingreifen. Die Bremer brauchten zwar ebenfalls eine gewisse Anlaufzeit, hatten die Partie vor dem Seitenwechsel dann aber im Griff.

Die Führung durch Moisander war deshalb nach 45 Minuten völlig verdient. Nach einem Lattenknaller von Max Kruse traf der Finne den Ball zwar nicht richtig, dennoch kullerte das Spielgerät unhaltbar für Leipzigs Torhüter Peter Gulacsi über die Linie. Danach hätte Werder die Begegnung frühzeitig entscheiden können. Milos Veljkovic (36.), Milot Rashica (40.) sowie Rashica und Zlatko Junuzovic bei einer Doppelchance (41.) verpassten aber weitere Treffer. Leipzig war deshalb mit dem 0:1 zur Pause noch gut bedient.

Werder scheitert zweimal in der Schlussphase

In der Kabine fand Hasenhüttl dann offensichtlich die richtigen Worte. Denn seine Mannschaft kam wie verwandelt aufs Feld zurück. Zudem bewies der RB-Coach ein glückliches Händchen. Der für Dominik Kaiser gekommene Lookman brauchte keine fünf Minuten, um seine Hereinnahme mit dem Ausgleich zu rechtfertigen. Für den Winter-Zugang war es der zweite Saisontreffer.

Die Bremer hatten mit der Leipziger Umstellung auf ein 4-3-3-System zunächst große Probleme. Bei zwei Chancen hatte der sich steigernde Werner die Gelegenheit, der Partie endgültig die Wende zu geben. Doch beide Male strich der Ball knapp am Bremer Tor vorbei. Danach steigerte sich Werder wieder. Beide Teams spielten nun auf Sieg, es blieb aber trotz der Chancen von Werner und wenig später durch Ishak Belfodil und Moisander (87.) bei der Punkteteilung.

Mehr zu diesem Thema:

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 15. April 2018, 20 Uhr