Kommentar

So kann Werder für die 2. Liga planen

0:3 in Leipzig – das ist keine Klatsche, und das ist die positive Erkenntnis des Spiels. Unser Redakteur Thorsten Reinhold glaubt nicht mehr an eine Grün-Weiße Wende.

Nuri Sahin hält nach der Niederlage Yuya Osako tröstend im Arm inmitten der anderen enttäuschten Mitspieler.
Schwachpunkt in einer schwachen Mannschaft: Yuya Osako (3. von rechts) verschuldete die ersten beiden Gegentreffer mit und wurde nach 65 Minuten ausgewechselt. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Ja, es sind noch zwölf Spiele. Ja, es kann noch reichen. Nein, ich glaube nicht mehr dran. Das reicht nicht (mehr) für die erste Liga. Acht der letzten neun Spiele vergeigt. Die schlechteste Bilanz der Vereinsgeschichte. Statistisch beträgt die Abstiegswahrscheinlichkeit 78 Prozent.

Leipzig ist nicht Werders Kragenweite. Leipzig träumt von der Meisterschaft, Werder steht am Abgrund und befindet sich in einem Dauer-Albtraum. Nach 40 Jahren droht das böse Erwachen in der Zweiten Bundesliga. Leipzig ist kein Maßstab für Werder. Das sind Mannschaften wie Union Berlin, Paderborn oder Mainz. Aber auch gegen sie war Werder nur Punktelieferant – kein Gegner auf Augenhöhe.

Vom Aufbruch-Signal ist nichts zu sehen

Ich glaube nicht mehr an die Wende. In keinem der letzten Spiele hatte ich das Gefühl, dass Werder das Spiel hätte gewinnen können. Torchancen? Hat Werder so gut wie keine mehr. Stabile Abwehr? Es ist die Schießbude der Liga. Mittelfeld? Nicht vorhanden.

Werder greift verzweifelt zu Maßnahmen wie ein Kurz-Trainingslager. Trainer Florian Kohfeldt hoffte auf ein Aufbruch-Signal. Davon war nichts, aber auch gar nichts zu sehen. Oder doch? Kapitän Niklas Moisander befand nach dem Spiel, man habe gar nicht so schlecht gespielt. Bitte? Mit dieser Leistung wird Werder kein Spiel mehr gewinnen. Ich wünsche mir natürlich etwas anderes, nämlich Punkte und den Klassenerhalt.

Aber was macht einem Fan eigentlich noch Hoffnung? Ehrlicherweise im Moment nichts mehr. Apropos Fans: Es ist bemerkenswert, wie diese zum Verein stehen. Sie verdienen die Bundesliga. Der SV Werder in dieser Verfassung nicht.

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Video vom 16. Februar 2020
Frank Bauann im schwarzen Pullover vor der dunklen Fototapete des Weser-Stadions beim TV-Interview.

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Autor

  • Thorsten Reinhold

Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 15. Februar 2020, 19 Uhr