Kruses Zukunft steht weiter in den Sternen

Werders Chancen auf Europa sind nur noch rechnerisch vorhanden. Max Kruse will nächste Saison aber international spielen – was bedeutet das im Tauziehen um Mr. Unverzichtbar?

Max Kruse vor dem Spiel mit schwarzer Baseball-Mütze und großen Kopfhörern im Stadion.
Wohin führt der Weg des Kapitäns? Max Kruse hat offenbar Angebote aus dem Ausland, ist aber auch mit Werder Bremen im Gespräch. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Inter Mailand, Tottenham Hotspur, AS Rom oder Fenerbahce Istanbul – die Liste der angeblichen Interessenten an Max Kruse wird immer länger. Und je näher das Saisonende rückt, desto enger wird es im Tauziehen um seinen wichtigsten Mann für Werder Bremen. Denn Kruse hatte seit Wochen betont, dass er in der nächsten Saison unbedingt im internationalen Wettbewerb mitmischen wolle – doch der Traum von Europa ist für Werder inzwischen nur noch theoretisch vorhanden.

Ich will natürlich nächstes Jahr europäisch spielen. Ich versuche, meine Leistung zu bringen, um das mit Werder zu schaffen.

Werder-Kapitän Max Kruse Mitte März im Sportschau-Interview

Nur drei Spieltage bleiben noch und die Chancen schwinden, Kruse an der Weser halten zu können. Doch Trainer Florian Kohfeldt hat noch nicht aufgegeben – weder den Kampf um Europa, noch den um Kruse.

Ich kenne die Aussagen von Max auch. Er hat es zwar so formuliert, dass er gerne noch einmal europäisch spielen würde, aber mit dem ganz klaren Hinweis, dass das ein weiteres positives Argument für Werder und eben kein Ausschlusskriterium wäre. Von daher glaube ich nicht, dass sich unsere Ausgangslage bei Max verschlechtert hat.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt am Donnerstag

Kruse pokert weiter

Kohfeldt spricht mit Kruse an der Seitenlinie die Taktikumstellung ab.
Enge Vertraute: Für Trainer Kohfeldt (rechts) ist Kruse sein wichtigstes Verbindungsglied zur Mannschaft. Bild: Imago | Michael Weber

Doch wie gut Werders Karten noch sind, wenn das Ziel Europa verpasst wird, ist ungewiss. In 35 Pflichtspielen hat Kruse zwölf Tore und 14 Assists beigesteuert, kein Spieler ist für die Grün-Weißen wertvoller. Er ist das Herz und Hirn der Bremer Mannschaft und engster Vertrauter von Kohfeldt. Werder braucht Kruse mehr als er Werder, doch er weiß auch um die Vorteile, die er in Bremen genießt: Er ist unangefochtener Anführer, wird von Kohfeldt an der langen Leine gelassen und genießt bei den Werder-Fans längst Heldenstatus. Geld reizt Kruse nicht, sagt er von sich. Doch es auf europäischer Bühe allen – seinen Kritikern und sich selbst – mit über 30 Jahren noch einmal zu zeigen, reizt Kruse dafür mächtig. Wie wird er sich also entscheiden?

Kruse ist leidenschaftlicher Poker-Spieler und auch in der Partie um seine Zukunft reizt er sein Blatt offenbar bis zum Schluss aus. Erst, wenn es sich mit Werder abzeichne, wie die neue Saison aussieht, will sich Kruse mit Wechselgedanken beschäftigen. Diese Phase hat jetzt begonnen. Aber einen Tag vor dem Duell mit Borussia Dortmund steht die Zukunft von Werder Mr. Unverzichtbar weiter in den Sternen.

Europa-League: Werder gibt noch nicht auf

Florian Kohfeldt bei einer PK im Weserstadion.

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  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 2. Mai 2019, 18:06 Uhr