Werder feiert sein neues "M-und-M"-Traumduo

In Bremen gab es im Angriff schon "K-und-K", "Pitsch und Patsch" und "Pizza-Toni" – nun hat mit Max Kruse und Milot Rashica wohl eine neue Sturmduo-Ära begonnen.

Rashica und Kruse Arm in Arm von hinten nach ihrem Siegerjubel.
Kongeniales Duo: Milot Rashica (links) brachte es in dieser Saison auf acht Treffer und zwei Assists. Max Kruse steuerte zehn Tore und neun Assists bei. Bild: Imago | Nordphoto

Es dauerte am Samstagnachmittag ganze drei Minuten, bis auch dem letzten Zuschauer klar wurde, dass sich da unten auf dem Rasen zwei gesucht und gefunden hatten. Max Kruse chippte aus der eigenen Hälfte heraus einen furiosen Pass in den Lauf von Milot Rashica, der danach den Mainzer Torhüter umkurvte und ungerührt zum 1:0 für Werder einnetzte. Kruses Pass nannte Trainer Florian Kohfeldt später "nahe an Weltklasse", und es sollte längst nicht die einzige Glanztat des Nachmittags bleiben.

Das 2:0 besorgte Kruse ohne seinen kongenialen Partner, doch das 3:1 wurde erneut ein Gemeinschaftsprojekt: Maximilian Eggestein schickte Rashica auf der rechten Außenbahn und der Kosovare hätte vielleicht sogar selbst den Ball versenken können – doch er legte im Strafraum ohne hinzuschauen quer rüber. Rashica wusste instinktiv, dass Kruse parat stehen würde und der vollstreckte. "Vom Grundverständnis passen die beiden natürlich sehr gut zusammen", schwärmte Kohfeldt: "Milot mit seinen Läufen in die Tiefe und seinen Dribblings und Max mit seinem Auge. Diese Kombination ist momentan sehr gut."

Kohfeldt ahnte es schon in Grassau

Die Harmonie, die sich zwischen Kruse und Rashica in den vergangenen Wochen entwickelt hat, erinnert bereits an die legendären Stürmerduos, die Werder Bremen schon hervorgebracht hatte. Miroslav Klose und Ivan Klasnic waren als "K-und-K"-Sturm bekannt, Andreas Herzog und Bernd Hobsch nannten die Fans "Pitsch und Patsch" und bei Claudio Pizarro und Ailton hieß der erfolgreiche Tore-Lieferservice kurz "Pizza-Toni". Nun könnte mit Kruse und Rashica eine neue Traumduo-Ära an der Weser angebrochen sein, der "M-und-M"-Sturm. "Ich hätte nichts dagegen", meinte Kohfeldt mit einem Augenzwinkern.

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Es habe eine gewisse Zeit gedauert, bis die beiden wussten, "was sie voneinander haben", erklärte Kohfeldt. Inzwischen hätten sie ein gutes Timing miteinander gefunden, und für den Trainer hatte sich das bereits im Sommertrainingslager in Grassau angedeutet. "Max hat ein unglaublich gutes Gespür für Räume und Positionen", analysierte Kohfeldt: "Er weiß einfach, dass da einer steht, da sieht er gar nicht hin. Und er traut sich dann einfach, diesen Pass auch zu spielen." Blind quasi, und fast so ist bereits auch das Verständnis zwischen Kruse und Rashica. Und das liegt vor allem an der Entwicklung, die der Kosovare seit der Winterpause genommen hat.

Rashica: "Es klappt mit uns immer besser"

"Milot ist viel ruhiger geworden vor dem Tor", betonte der Werder-Trainer: "Beim 1:0 bin mir ziemlich sicher, dass er vor einem Jahr noch versucht hätte, den Torwart mit 'Mach 7' noch mit reinzuschießen. Jetzt geht er mit Vertrauen vorbei und schießt ihn rein." Auch, dass er vor dem 3:1 den Blick für Kruse hat, statt es selbst auf biegen und brechen zu versuchen, sei Teil seines Reifeprozesses. Rashica profitiert jedoch auch davon, dass Kohfeldt Abläufe und Spielzüge akribisch trainieren lässt. "Je länger wir zusammenspielen, desto besser klappt es", sagte Rashica: "Wir trainieren das häufig, wie den Lauf vor dem 1:0. Jeder weiß, welche Qualität Max am Ball hat. Es klappt mit uns immer besser." Die zwei haben sich gesucht und gefunden.

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  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 30. März 2019, 18:45 Uhr