Streitthema Länderspielpause: Kohfeldt wünscht sich Verlegung

Drei Pausen reißen die Bundesligisten in diesem Herbst aus ihrem Rhythmus – auch Werder-Trainer Florian Kohfeldt ärgert sich über die häufigen Länderspieltermine.

Kohfeldt gestikuliert energisch mit ausgestrecktem rechten Arm auf dem Trainingsplatz.
Dezimierte Trainingsgruppe: Um die 15 fehlenden Spieler zu kompensieren, füllt Trainer Florian Kohfeldt mit Spielern aus der U23 und U19 auf. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Auf dem Trainingsgelände des Weser-Stadions ist es derzeit übersichtlicher als üblich. 15 Werder-Profis sind unterwegs mit ihren diversen U- und Nationalmannschaften bei Testspielen, der EM-Qualifikation oder der neu geschaffenen Nations League. Wieder ruht daher der Bundesliga-Betrieb, zum zweiten Mal in diesem Herbst und nicht zum letzten Mal: Im November folgt die dritte Länderspielpause. Und diese häufigen Unterbrechungen erzürnen die Vereinsverantwortlichen der Bundesligisten.

Beijmo hätte bei Werder Spielpraxis bekommen

Bayern-Präsident Uli Hoeneß nannte es "Wahnsinn" im Fachmagazin "Kicker", und auch Werder-Trainer Florian Kohfeldt ist über die erneute Zwangspause der Liga wenig begeistert. Bereits im September hatte es kurz nach dem Saisonstart die erste Pause gegeben.

Es ist schon so, dass der Rhythmus durch die Länderspielpausen in der Hinrunde immer wieder unterbrochen wird. Wenn eine davon auf die Zeit direkt vor Weihnachten oder in die Rückrunde gelegt würde, hätte ich nichts dagegen.

Werder-Coach Florian Kohfeldt im "Kicker"

Werder hat derzeit einen Lauf, ist beeindruckender Tabellenvierter. Und wenn es gut läuft, dann will man am liebsten sofort weitermachen. Nun muss Kohfeldt also hoffen, dass seine Bremer durch die Pause nicht aus dem Tritt kommen. Und zumindest sollte sie jenen Spieler eine Chance bieten, die bisher bei Werder nicht so zum Zuge gekommen waren. Wie Felix Beijmo zum Beispiel. Der 20 Jahre alte Neuzugang hatte es kaum in Werders Aufgebot an Spieltagen geschafft, daher sollte Beijmo eigentlich unbedingt am Freitag ab 18:30 Uhr beim Testspiel gegen den VfL Osnabrück Spielpraxis bekommen. Doch der schwedische Verband forderte Beijmo für die U21 an, Werders Einsprüche blieben zwecklos.

Und nach der Pause englische Woche...

Beijmo nachdenklich auf dem Weg zum Trainingsplatz.
Felix Beijmo wechselte im Sommer 2018 von Djurgardens IF zu Werder Bremen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

"Schade, wir haben es versucht, Felix hierbehalten zu dürfen", zitiert der "Kicker" Kohfeldt: "Aber kein Vorwurf an die Verbandsverantwortlichen. Sie haben alles Recht, Felix zu berufen." Doch Spielpraxis dürfte Beijmo von Nationaltrainer Roland Nilsson im EM-Qualifikationsspiel gegen Belgien wohl kaum bekommen. So nützt es Werder nichts und dem Spieler selbst ohnehin nicht.

Die Terminierung der Länderspiele bleibt also ein Reizthema. Vielen Vereinsbossen wäre es lieber, man würde statt drei Länderspielpausen mit zwei Partien, zwei Pausen mit drei Spielen einführen. Das würde den Rhythmus der Hinrunde zumindest nicht völlig zerstören, und auch die Nachwehen in der Liga wären nicht so schlimm: Denn um die verpasste Zeit der Länderspielpause wieder aufzuholen, muss die Bundesliga die allseits unbeliebten englischen Wochen mit Spieltagen unter der Woche einstreuen. So oder so, die Vereinsbosse müssen sich damit abfinden, dass sie in dieser Causa momentan nicht das letzte Wort haben.

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  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 11. Oktober 2018, 23:30 Uhr