Werder-Kapitän Moisander: "Vier bis sechs Punkte sind das Ziel!"

Werder steckt in den Wochen der Wahrheit: Gegen Frankfurt und Hertha sollen – und müssen – Siege her. Für Niklas Moisander ist dabei klar, dass es nur mit Kohfeldt geht.

Niklas Moisander beschwert sich mit ausgebreiteten Armen über eine Schiedsrichterentscheidung.
Kapitän mit schwerem Job: Niklas Moisander ist nicht der lauteste im Werder-Team, nimmt sich intern seine Kollegen aber auch zur Brust. Bild: Imago | Sven Simon

Florian Kohfeldt war am vergangenen Samstag sehr klar nach der 0:2-Niederlage gegen Dortmund. Zwei "entscheidende Wochen" stünden für Werder jetzt an, machte der Trainer deutlich. Mit dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt und dem Auswärtsspiel bei der Hertha, dazwischen eingeschoben noch das Pokal-Viertelfinale.

"Frankfurt und Hertha sind Spiele, da müssen wir punkten, um realistische Chancen zu haben, in der Klasse zu bleiben", betonte Kohfeldt. Und zumindest sein Kapitän Niklas Moisander hat begriffen, dass nun endgültig die Wochen der Wahrheit für Werder angebrochen sind.

Vier bis sechs Punkte sind das Ziel! Wenn wir beide Spiele verlieren, ist aber noch nichts vorbei. Wir sind dann nicht abgestiegen. Aber die Zeit läuft uns davon. Wir können nicht jedes Wochenende sagen: 'Dann eben im nächsten Spiel.' Wir müssen jetzt punkten.

Werder-Kapitän Niklas Moisander in der "Bild"-Zeitung

Profis machten sich bei Baumann für Kohfeldt stark

Moisander fordert also entweder zwei Siege oder einen Sieg und ein Unentschieden gegen Frankfurt und Hertha – eine klare Ansage, aber auch ein enormer Kraftakt angesichts der eklatanten Negativserie der Bremer in den vergangenen Wochen. Ob die Werder-Profis dem Druck standhalten können, sich zu einer gewaltigen Leistungssteigerung aufschwingen und vor allem endlich auch wieder eigene Tore erzielen können, bleibt jedoch abzuwarten.

Fest steht für den Werder-Kapitän aber vor allem eins: Sie wollen den Weg bis zum – vielleicht sogar bitteren – Ende, mit Trainer Kohfeldt weitergehen. Dafür hatten sich mehrere Spieler bei Sportchef Frank Baumann ausgesprochen, wie Moisander der "Bild"-Zeitung bestätigte.

Wir haben klar gemacht, dass wir ihn behalten wollen. Wir stehen zu 100 Prozent hinter dem Trainer. Wir wollen zusammen durch diese sehr schwierige Situation gehen.

Werder-Kapitän Niklas Moisander in der "Bild"-Zeitung

Auch Ex-Manager Willi Lemke steht hinter Kohfeldt

Florian Kohfeldt gibt Kapitän Niklas Moisander an der Seitenlinie neue Anweisungen.
Wichtiger Vertrauter: Trainer Florian Kohfeldt (rechts) mit seinem Kapitän Niklas Moisander. Bild: Imago | Nordphoto

Auch Werders langjähriger Manager Willi Lemke äußerte sich im TV-Interview mit Sky Sport News pro Kohfeldt: "Ich traue ihm das absolut zu. Er zeigt für mich auch noch keine erkennbaren Schwächen. Die Frage ist, setzt die Mannschaft das um, was der Trainer vorgibt. Florian gibt sein Bestes, das sagt hier jeder in der Stadt." Dennoch krebst Werder nur auf dem 17. Tabellenplatz herum und hat neun der letzten zehn Spiele verloren.

Aber Moisander hält Kohfeldt weiterhin für den richtigen Mann in dieser prekären Situation. "Sein ganzes Herz hängt an Werder. Ich erlebe ihn als sehr engagiert. Er wohnt mittlerweile fast im Weser-Stadion und arbeitet an Lösungen", betonte der 34 Jahre alte Finne. Doch bisher waren diese eben noch nicht auf dem Spielfeld sichtbar. Besonders die Standardgegentore fallen in peinlicher Regelmäßigkeit, 16 Stück hat sich Werder schon eingefangen.

Kohfeldt kann die Erklärungen für die Niederlagen immer noch erstaunlich gut moderieren, doch jetzt ist die Mannschaft gefordert. Denn sollten die Spiele gegen Frankfurt und Hertha wieder verloren gehen, ist Werder zwar rechnerisch noch nicht abgestiegen. Doch realistisch wäre der Klassenerhalt dann auch nicht mehr. Und die Treueschwüre für den Trainer wären vielleicht hinfällig. "Wir wollen ihm jetzt etwas zurückgeben", betonte Moisander: "Wir wollen keinen anderen Trainer."

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Autorin

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 27. Februar 2020, 18:06 Uhr