Kohfeldt darf erstmal bleiben: Baumann gibt Werder-Coach Schonfrist

Florian Kohfeldt hatte nach der 1:3-Schlappe bei Union Berlin die Vertrauensfrage gestellt. Erst am Sonntagmittag gab es die Antwort von Sportchef Frank Baumann.

Video vom 25. April 2021
Frank Baumann spricht über den Abstiegskampf und die Zukunft von Florian Kohfeldt.
Bild: Radio Bremen
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Dass Frank Baumann am Samstagabend in Berlin wortlos in einem der Werder-Mannschaftsbusse verschwunden war, ohne auf die Vertrauensfrage zu reagieren, die Florian Kohfeldt während der Pressekonferenz offen gestellt hatte, heizte die Spekulationen an. Würde sich Werder von Trainer Kohfeldt trennen?

Die Antwort ließ bis zum Sonntagmittag auf sich warten und war dann doch für Bremer Verhältnisse wenig überraschend: Es geht erst einmal mit Kohfeldt weiter. Er hatte das Training am Vormittag geleitet, während der Werder-Aufsichtsrat tagte.

"Keine Nibelungentreue für Florian"

Baumann erklärte in der Sendung "Sky90": "Die Überzeugung in unseren Trainer ist nach wie vor vorhanden und das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer absolut intakt. Und ich glaube nicht, dass Florian die Überzeugung verloren hat, den Klassenerhalt zu schaffen."

Doch dann machte Baumann eine Einschränkung, als die Frage nach einer Jobgarantie für Kohfeldt bis zum Saisonende fiel: Es gab kein klares Ja, sondern die Lage soll in den kommenden Tagen gemeinsam mit Kohfeldt analysiert und besprochen werden.

Man kann zu dem Entschluss kommen, dass es nicht mehr zusammenpasst. Diese Analyse ist ergebnisoffen und es gibt auch keine Nibelungentreue für Florian. Diese ein, zwei Tage wollen wir uns noch nehmen.

Werder-Sportchef Frank Baumann bei "Sky90"

Baumann nimmt auch die Spieler in die Pflicht

Diese Schonfrist hat Werder auch nur deshalb, weil die Bundesliga erst in zwei Wochen weitergeht und den gebeutelten Bremern so ein wenig Luft verschafft. Doch die Lage bleibt dramatisch, vor allem wirtschaftlich wäre ein Abstieg für den verschuldeten Klub fatal. Schließlich hat man gerade erst Mittelstands-Anleihen aufgelegt, die binnen fünf Jahren samt Zinsen zurückgezahlt werden müssen. Allerdings fiele bei einem Abstieg auch die horrende Ablösesumme für Davie Selke weg, die Werder mindestens zehn Millionen Euro kosten soll.

"Unsere Enttäuschung ist sehr groß", betonte Baumann, "der Trend ist in den letzten Wochen absolut negativ. Mit sieben Niederlagen kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen." Auch die Spieler wollte der Sportchef nicht aus der Verantwortung nehmen. "Der unbändige Wille fehlt", monierte Baumann, die Mannschaft mache sich zu viele Gedanken um die Situation und um Kohfeldt, doch statt sich zu wehren sei man zu lieb und brav. Das mangelnde Selbstvertrauen nach sieben Niederlagen in Folge tue sein Übriges. Es gibt viel zu besprechen bei Werder Bremen.

Trainer Kohfeldt: "Es geht nur um Werder Bremen"

Video vom 24. April 2021
Werder-Trainer Florian Kohfeldt steht nach der Niederlage bei Union vor einer Werbewand bei der Pressekonferenz.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 25. April 2021, 19:30 Uhr