Kohfeldt und Werder gehen gemeinsam in die Zukunft

Florian Kohfeldt bleibt der Cheftrainer von Werder Bremen. Das bestätigten der Klub und Kohfeldt am Freitagmittag. Auch Sportchef Baumann macht an der Weser weiter.

Video vom 10. Juli 2020
Eine Außenansicht des Bremer Weserstadions.
Das Bremer Weserstadion von außen. Bild: Radio Bremen

Die Spatzen pfiffen es in Bremen in den vergangenen Tagen bereits von den Dächern, jetzt ist es offiziell: Auch in der kommenden Saison heißt der Cheftrainer von Werder Florian Kohfeldt. Der Klub und Kohfeldt haben sich in den vergangenen Tagen darauf verständigt, ihre Zusammenarbeit fortzusetzen. Das verkündeten sie am Freitagmittag auf einer Pressekonferenz.

Bei den Bremern hätte Kohfeldt ohnehin noch einen Vertrag bis 2023 besessen. Zuletzt zeigte auch die TSG Hoffenheim Interesse an einer Verpflichtung des 37-Jährigen. Nach Informationen von buten un binnen hat Kohfeldt einen anberaumten Gesprächstermin im Kraichgau allerdings bereits im Vorfeld abgesagt. Mit ihm an der Weser bleibt auch Sportchef Frank Baumann. Auch er führt seine Arbeit bei Werder fort.

Kohfeldt: "Einen Abstieg hätte ich mir nicht verzeihen können"

Einen besonderen Dank richtete Kohfeldt an die weiteren Verantwortlichen von Werder. Diese schenkten ihm trotz akuter Abstiegsnot das Vertrauen und hielten an ihm fest. Der Bremer Coach gab sich zudem sehr selbstkritisch.

Jeder, der meine Verbundenheit zu Werder Bremen kennt, weiß, dass ich sehr schwere Nächte hatte mit dem Gedanken, der Trainer zu sein, der mit dieser Mannschaft nach 40 Jahren absteigt. Bei allen nachvollziehbaren Gründen, die zu dieser Saison geführt haben, habe ich natürlich auch viele Fehler gemacht in diesem Jahr. Ich hätte mir das einfach nicht verzeihen können. Dementsprechend bin ich sehr froh, dass ich hier sitze ich und kann vorwegschicken, dass ich mich unglaublich bedanken muss.

Werder-Coach Florian Kohfeldt auf der Pressekonferenz am Freitag

Einen dank richtete Kohfeldt zugleich an die Werder-Mannschaft, die ihm bis zum Saisonende gefolgt sei. Und dies, obwohl er Fehler im Rahmen der Trainingssteuerung gemacht habe. Athletisch habe er versucht, die Mannschaft zu verbessern. Dies sei aber nicht möglich und sein Fehler gewesen. In seinem Trainerteam fehlte ihm über weite Strecken zudem die Teamfähigkeit. Über Umbesetzungen im Trainerteam soll zeitnah gesprochen werden. Entscheidungen seien hier aber noch nicht gefallen.

Kohfeldt: "Habe keine Forderungen gestellt"

Berichte, er habe seinen Verbleib in Bremen an Forderungen gestellt, dementierte Kohfeldt harsch. Trotzdem müssten die Bremer einen "neuen Weg" gehen. Fortan wollen sie (wieder) mutigen, attraktiven und bestenfalls erfolgreichen Fußball spielen. "Dieser Weg wird deutlich stärker den Entwicklungsschritt beinhalten", so Kohfeldt. Und für diese Aufgabe habe er extrem viel Energie und Lust. Trotz der finanziellen Probleme aufgrund der Corona-Krise soll es dabei zu Veränderungen im Werder-Kader kommen. Laut dem ebenfalls bleibenden Sportchef Frank Baumann müssten die Bremer hierfür aber auch Transfereinnahmen verbuchen.

Werders Misere: "Kohfeldt übernimmt die komplette Verantwortung"

Video vom 10. Juli 2020
Sportblitz-Reporter Jan-Dirk Bruns als Gesprächsgast im Studio von buten un binnen.
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 10. Juli 2020, 18:06 Uhr