5 Fragen an Kohfeldt zum Beginn des Werder-Trainingslagers

Der Bremer Cheftrainer verrät, dass wohl kein neuer Verteidiger kommt. Purer Aktionismus auf dem Transfermarkt soll unbedingt vermieden werden.

Florian Kohlfeldt am Bremer Flughafen
Vor dem Abflug ins Trainingslager gab Werders Cheftrainer Florian Kohfeldt Auskunft über die Erwartungen an das Trainingslager und mögliche Verstärkungen für die Bremer Mannschaft.
Herr Kohfeldt, welche Erwartungen hegen Sie an das Trainingslager im Zillertal?
Wir freuen uns sehr, weil wir perfekte Bedingungen haben. Die Plätze sind gut und die Wege kurz. Wir haben ein Hotel exklusiv für uns. Das ist wichtig, weil sich in der ersten Phase die Gruppe kennenlernt. Die Jungs haben schon hart gearbeitet in den letzten fünf Tagen mit jeweils drei Trainingseinheiten. Jetzt beginnt für sie der etwas angenehmere Teil mit zwei Einheiten am Tag, wenn man das so sagen darf (lacht). Vor allem der Ball kommt deutlich mehr dazu. Es wird dabei auch darum gehen, wie wir in das letzte Drittel kommen, weil wir mit Max Kruse einen Spieler verloren haben, der das intuitiv sehr gut gemacht hat.
Es wird also nicht gelaufen, bis die Beine glühen?
Wir waren in der letzten Saison bereits herausragend fit und eine der Mannschaften, die in den letzten Spielen noch einmal zulegen konnte. Da hatten wir über die gesamte Saison keinen Einbruch. Im Bundesliga-Vergleich sind wir da sehr gut. Das ist elementar für unser intensives Spiel, weil wir offensiv und defensiv den Ball sehr schnell zurückerobern wollen. Daher ist es wichtig, dass wir fit sind. Es wird auch ohne die klassischen Waldläufe ein bisschen wehtun.
Welche Rolle spielt der Spaßfaktor im Trainingslager?
Die Jungs hatten vier Wochen Urlaub. Da muss an Spaß reichen. Die haben alle ihr Hobby zum Beruf gemacht und dürfen jetzt zehn Tage Fußball spielen. Persönlich reicht mir das an Spaß (lacht).
Niclas Füllkrug ist bisher der einzige echte Neuzugang. Kommt im Trainingslager noch ein weiterer dazu?
Da bin ich sehr entspannt. Aus zwei Gründen: Zum einen, weil ich davon überzeugt bin, dass wir eine sehr gute Mannschaft haben. Niclas Füllkrug ist für mich auch nicht der Kruse-Ersatz. Das ist er als Spielertyp nicht, aber natürlich von der Position. Nominell sehe ich uns schon jetzt nicht schwächer als letztes Jahr. Nur, wir wollen besser werden. Da arbeiten Frank Baumann und ich an guten Lösungen. Ich glaube, jetzt ist genau die Phase, in der auch Fehler passieren können. Wo man sagt: Wir machen jetzt etwas, um etwas zu machen. Wir haben klare Wunschkandidaten für uns im Blick. Die versuchen wir zu bekommen. Und wenn wir die bekommen, werden wir besser werden. Und wenn nicht, werden wir auf gar keinen Fall etwas tun, nur um etwas zu tun. Das macht keinen Sinn.
Kommt nach den Verletzungen von Milos Veljkovic und Sebastian Langkamp noch ein neuer Innenverteidiger?
Jetzt könnte man natürlich sagen, dass wir unbedingt noch einen Innenverteidiger holen müssen. Aber dann sind am ersten Spieltag alle vier (Niklas Moisander, Milos Veljkovic, Sebastian, Langkamp, Marco Friedl, Anm. d. Red.) wieder da und dann ist ein Fünfter da, den wir ja auch mit der Fantasie holen würden, dass er spielt. Da muss auch genau überlegt werden, was dies für den Kader bedeutet. Von daher sehe ich da eher keinen Handlungsbedarf.

Werder-Profis machen Abflug ins Trainingslager

Video vom 4. Juli 2019
Die Mannschaft von Werder Bremen am Flughafen

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Autorin

  • Pascale Ciesla

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 4. Juli 2019, 18:06 Uhr