Kohfeldt ist der Rehhagel-Rekord total egal

13 Heimspiele in Folge ist der Werder-Coach schon ungeschlagen. Verliert er auch heute gegen Nürnberg (15:30 Uhr) nicht, hätte er mit Bremens Trainer-Legende gleichgezogen.

Trainer Kohfeldt gibt Anweisungen umringt von einigen seiner Spieler.
Hat die Qual der Wahl bei seiner Aufstellung: Florian Kohfeldt (2. von rechts) im Kreise seiner Spieler. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Die wichtigste Nachricht des Tages verkündete Florian Kohfeldt ohne Umschweife. "Pavlas spielt", betonte der Werder-Coach am Samstagnachmittag nach dem Abschlusstraining. Sollte heißen: Torhüter Jiri Pavlenka ist nach seiner Gehirnerschütterung wieder genesen und steht gegen Nürnberg im Kader – und wird demnach auch spielen.

Wer sonst noch in der Startelf für die Grün-Weißen am dritten Spieltag ran darf, darüber ist sich Kohfeldt selbst noch nicht im Klaren. Denn gerade im Mittelfeld hat Werder seit der Verpflichtung von Nuri Sahin ein Überangebot. Ob Sahin mit oder neben Philipp Bargfrede spielt oder gar nicht – Kohfeldt hat noch kniffligen Denksport bis zum Anpfiff vor sich.

Ich habe die Qual der Wahl – ich geh' dann mal grübeln.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

Rehhagel 1981 mit 14 Heimspielen ohne Niederlage

Kohfeldt legt Möhwald abseits des Trainings die Hände auf die Schulter und erklärt ihm etwas.
Wohl nicht im Kader gegen seinen Ex-Klub: Kohfeldt (links) scheint Möhwald gerade die schlechte Nachricht schonend beizubringen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Gegen den Aufsteiger aus Nürnberg will Werder so oder so eine gute Figur machen, schließlich möchte man ja nach Europa. Doch ein Selbstläufer wird die Partie gegen die Franken nicht. "Wir freuen uns über unseren Saisonstart", meinte Kohfeldt, "aber wir sehen auch noch viel Verbesserungspotential und nerven die Jungs damit jeden Tag. Wir wollen immer noch besser und schöner spielen, aber vor allem erfolgreich."

Und geht der erfolgreiche Lauf an diesem Heimspieltag weiter, dann hätte Kohfeldt einen altehrwürdigen Rekord egalisiert. Otto Rehhagel, dem sie als Trainer-Legende in Bremen buchstäblich ein Denkmal gebaut haben, blieb 1981 in 14 Partien in Folge im Weser-Stadion ungeschlagen. Bei Kohfeldt sind es aktuell 13, seit seinem ersten Heimspiel als Werder-Trainer am 19. November 2017 gegen Hannover 96.

Mir persönlich bedeutet der Rekord nichts. Aber es zeigt, dass unsere Spieler zu Hause für eine gewisse Konstanz stehen. Das ist ein schönes Gefühl.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

Ein Rekord für die Mannschaft – und die Fans

Doch vielleicht misst der Perfektionist Kohfeldt diesem Rekord auch deshalb keine große Bedeutung bei, da er nicht immer mit den Leistungen seiner Mannschaft zufrieden war. "Es war nicht immer Jubel, Trubel, Heiterkeit", sagte der Werder-Coach: "Es waren auch Spiele dabei, nach denen ich enttäuscht war, obwohl wir nicht verloren hatten."

Der Saisonauftakt gegen Hannover 96 war sicherlich so ein Moment. Es war ein Remis, das sich wie eine Niederlage anfühlte. Den letzten Heimsieg gab es für Werder Bremen am 1. April dieses Jahres gegen Eintracht Frankfurt. So oder so, Kohfeldt hat die Fans im Rücken und von der besonderen Stimmung im Weser-Stadion schwärmt er immer wieder. Sollte es klappen mit dem Rehhagel-Rekord, meinte Kohfeldt, dann wäre es "ein schönes Kompliment für Mannschaft und Fans".

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  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremen Vier kickt, 15. September 2018, 16:40 Uhr