Verpatztes Comeback: Lässt Rashica es bei Werder jetzt schludern?

Beim 1:1 in Freiburg kam Milot Rashica zum ersten Mal in dieser Saison für die Bremer zum Einsatz. Eine echte Hilfe für seine Mannschaft war er dabei auf dem Platz nicht.

Milot Rashica und Florian Kohfeldt stehen auf dem Platz. Beide schauen konsterniert.
Werder-Coach Florian Kohfeldt (links) wechselte Milot Rashica in Freiburg nach 66 Minuten ein. Der Kosovare konnte auf dem Platz aber nicht überzeugen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Als Milot Rashica in der 66. Minute in Freiburg eingewechselt wurde, wäre dieser wohl lieber im 250 Kilometer entfernten Mainz gewesen. Dort spielte zeitgleich Bayer Leverkusen und führte 1:0 gegen Mainz 05. Zum Werksklub aus dem Rheinland wäre Rashica gerne am letzten Tag der Transferperiode gewechselt, doch der Deal ging nicht mehr rechtzeitig über die Bühne. Der Kosovare muss daher – mindestens – bis zum Januar in Bremen bleiben. Und hoffen, dass Werder sich dann rechtzeitig mit einem Klub einigen kann. Sei es Leverkusen oder ein anderer.

Bis dahin muss Rashica allerdings auch Eigenwerbung betreiben. Und dies gelang ihm am Samstag in Freiburg nicht. Nach seinen Knieproblemen feierte der Angreifer im Breisgau sein Comeback. Coach Florian Kohfeldt gab ihm dabei den Vorzug vor Tahith Chong, der 90 Minuten zuschauen musste. Zum einen, so erklärte Kohfeldt nach dem Spiel, sei das Profil der Position in dieser Situation bei Rashica einfacher passender gewesen als bei Chong. Zum anderen habe Rashica unter der Woche "sehr ordentlich" und im Abschlusstraining "sehr, sehr gut" trainiert. Der Plan mit ihm auf dem Platz ging aber nicht auf.

Mein Gefühl in dem Moment war, dass er nochmal einen wichtigen Input auf das Spiel bringt. Er ist natürlich auch jemand, vor dem grundsätzlich im Konterspiel und durch seine Fernschüsse schon auch ein großer Respekt herrscht in der Liga.

Werder-Coach Florian Kohfeldt

Rashica muss den Abstiegstrend stoppen

Doch ebenjene Stärken konnte Rashica nicht einbringen. Der 24-Jährige blieb blass, besaß kaum Bindung zum Spiel und schluderte bei der Defensivarbeit. Damit schadet er nicht nur der Mannschaft, sondern auch sich selbst. Bis das Transferfenster am 1. Januar wieder öffnet, bleiben ihm in der Bundesliga noch neun Spiele im Werder-Trikot. Zeit genug, um sich auf den Einkaufszetteln von Topklubs wieder weiter oben zu positionieren. Durch Leistungen wie am Samstag wird dies allerdings nicht gelingen.

Milot Rashica im Zweikampf.
Milot Rashica konnte nach seiner Einwechslung in Freiburg keine Akzente setzen. Bild: Imago | Jan Huebner

Für den Trainer ergibt sich dadurch ein Zwiespalt. Zum einen kann er Rashica kaum für längere Zeit auf die Ersatzbank setzen. Dies würde dessen Marktwert weiter ramponieren. Zum anderen muss er allerdings auch an die bestmögliche Aufstellung für die Mannschaft denken. Eine wichtige Aufgabe in den kommenden Tagen und Wochen wird daher sein, Rashica wieder in die Spur zu bekommen. Zumindest bis zum Januar.

Nach geplatztem Wechsel: Rashica zurück beim Werder-Training

Video vom 13. Oktober 2020
Milot Rashica strahlt am Rande des Trainings im Gespräch mit Ömer Toprak.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Autor

  • Karsten Lübben Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit sportblitz, 18. Oktober 2020, 19:30 Uhr