Warum Herthas Pokal-Aus eher ein Nachteil für Werder ist

Trotz Pokal-Pleite: Bremens Trainer Florian Kohfeldt erwartet im Heimspiel gegen die Berliner einen gestärkten Gegner. Vor allem offensiv verfüge Hertha über "große Qualität".

Video vom 17. September 2020
Werders Spieler beim Trainingsspiel.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Der Pokal schreibt seine eigenen Gesetze, heißt es. Eine Phrase, die vor allem vor Duellen zwischen David und Goliath oft zu lesen und zu hören ist, sich aber auch immer wieder bewahrheitet. Etwa am vergangenen Wochenende, als Hertha BSC Berlin bei Eintracht Braunschweig ausschied. Der Bundesligist verlor mit 4:5 gegen den Zweitliga-Aufsteiger und kassierte schon vor dem Auftakt der neuen Bundesliga-Saison einen ordentlichen Dämpfer.

Gut für Werder, könnte man meinen, schließlich treffen die Bremer am Samstag (15:30 Uhr) im Weser-Stadion auf die Berliner. Doch auch wenn die Stimmung bei der "Alten Dame" gerade eher schlecht ist: Einen Vorteil für sein Team kann Florian Kohfeldt im Pokal-Aus des Gegners nicht erkennen. Im Gegenteil: "Ich glaube nicht, dass sie das verunsichert hat, es ist eher etwas, was ihre Sinne geschärft hat. Diese Mannschaft wird am Wochenende aggressiv und gut strukturiert sein", sagte der Werder-Coach in der Pressekonferenz vor dem Spiel am Donnerstag.

Seine eigene Mannschaft hatte sich im Pokal ebenfalls alles andere als mit Ruhm bekleckert. Beim wenig überzeugenden Auftritt siegten die Bremer zwar verdient mit 2:0 gegen Carl Zeiss Jena. Jedoch hatten sie mehr Probleme mit dem Viertligisten, als angesichts der vermeintlich guten Vorbereitung zu erwarten gewesen war. Dass die Grün-Weißen es nun mit einem Gegner von einem ganz anderen Kaliber zu tun bekommen, ist Kohfeldt mehr als bewusst: "Wir treffen auf einen Verein, der von den finanziellen Voraussetzungen und der getätigten Transfers her ein Europa League-Anwärter ist."

Viel zu tun für die Werder-Abwehr

Vor allem auf den Angriff der Berliner blickt Kohfeldt mit einer gehörigen Portion Respekt, denn der habe "richtig große Qualität", so der 37-Jährige. So laufen im Hertha-Sturm unter anderem der im Pokal doppelt erfolgreiche Dodi Lukebakio und der immer stärker werdende Matheus Cunha auf. Zwar konnten die beiden Stürmer das Pokal-Aus gegen Braunschweig nicht verhindern, stellten aber eindrucksvoll ihre Torgefahr unter Beweis. "Offensiv war das ein richtig gutes Spiel von Hertha", so Kohfeldt. Zudem verpflichteten die neureichen Berliner vor wenigen Tagen Mittelstürmer Jhon Cordoba vom 1. FC Köln, der womöglich schon in Bremen zum Einsatz kommt.

Milot Rashica läuft mit dem Ball am Fuß durch eine Stangen-Reihe.
Für Milot Rashica kommt ein Einsatz noch zu früh. Der Offensivspieler laboriert weiter an einer Knieverletzung. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

So oder so: Es kommt einiges an Arbeit auf Werders Defensive zu. Verzichten muss Werder jedoch auf Ömer Toprak. Der Innenverteidiger fällt wegen einer Wadenverletzung mindestens die ersten beiden Saisonspiele aus. Auch Milot Rashica ist weiter außen vor. Der umworbene Flügelflitzer fehlt wegen einer Knieverletzung, die er sich bei einem Länderspiel mit der kosovarischen Nationalmannschaft zuzog. Trotz der namhaften Ausfälle blickt Kohfeldt optimistisch auf das Duell mit dem Team seines Trainerkollegen Bruno Labbadia: "Wir wollen jedes Spiel gewinnen – sonst müssten wir auch nicht in die Saison gehen."

8.500 Zuschauer sind erlaubt: Werder spielt wieder vor Publikum

Video vom 14. September 2020
Zahlreiche Zuschauer auf dem Weg ins Weserstadion.
Bild: RadiO Bremen

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Autor

  • Helge Hommers Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 17. September 2020, 18:06 Uhr