Kohfeldt über Werders Heimschwäche: "Das stört uns massiv!"

Nur drei der vergangenen 24 Bundesliga-Partien im Weser-Stadion haben die Bremer gewonnen. Für Werder-Trainer Florian Kohfeldt ist die Heim-Misere sogar besonders bitter.

Video vom 14. Januar 2021
Eine Totale des Weserstadions hinter kahen Bäumen.
Bild: Radio Bremen

Einst galt das Weser-Stadion als grün-weiße Festung. Das Wetter war unangenehm, die Fans laut und die Werder-Akteure bis in die Haarspitzen motiviert. Wer als Gast am Osterdeich antrat, der wusste, dass ihm ein alles andere als angenehmes Auswärtsspiel bevorstand. Inzwischen ist von der Heimstärke der Bremer nur wenig geblieben. Schlimmer noch: Die Grün-Weißen holen ihre Punkte bevorzugt auswärts. Nur drei der 24 Bundesliga-Partien, die Werder in der vergangenen und der aktuellen Saison im Weser-Stadion absolvierte, entschied die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt für sich. "Das stört uns massiv", betonte Werder-Trainer Florian Kohfeldt in der Pressekonferenz am Donnerstag.

Kohfeldt blieb in seinen ersten 16 Heimspielen ohne Niederlage

Gerade für den 39-Jährigen ist die Heimschwäche besonders ärgerlich. "In der Zeit, in der ich hier Trainer bin, habe ich es geschafft, die positivste Heimserie in der Werder-Geschichte hinzulegen und auch die negativste", erzählte Kohfeldt. Schließlich hatte es fast ein Jahr gedauert, bis der Werder-Coach erstmals in einem Heimspiel als Verlierer vom Platz ging (beim 2:6-Debakel gegen Bayer Leverkusen am neunten Spieltag der Saison 2018/19). Zuvor war seinem Team im Weser-Stadion jeweils achtmal ein Sieg oder zumindest ein Punktgewinn gelungen.

Maximilian Eggestein und Niklas Moisander schauen konsterniert nach einem Gegentreffer.
Trotz der insgesamt rund 8.500 zugelassenen Zuschauer unterlag Werder auch beim 1:4 gegen Hertha am ersten Spieltag. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Dass die Heim-Misere der jüngsten Vergangenheit der Corona-Krise und der damit einhergehenden leeren Stadionränge geschuldet ist, möchte Kohfeldt aber nicht gelten lassen. "Es gab den Effekt, dass Heimspiele nicht mehr den Vorteil wie vorher hatten. Das hat sich aber jetzt etwas wieder angeglichen", so der Werder-Trainer. Auch in der einzigen Heimbegegnung der Saison, die vor immerhin teilweise besetzten Plätzen stattfand, unterlagen die Grün-Weißen: Am ersten Spieltag gingen sie zu Hause mit 1:4 (0:2) gegen Hertha BSC Berlin baden. Einige enttäuschte Anhänger verließen das Weser-Stadion sogar noch weit vor Abpfiff.

Werder versucht es mit Tricks und Kniffen

Dennoch betonte Kohfeldt mehrfach seit Beginn der Corona-Pandemie, dass die Mannschaft ihre Anhänger mehr als nur vermisst. Eine Ausrede dürfe die fehlende Unterstützung von außen aber nicht sein, so der 39-Jährige. Zumal der Verein sich einiges dafür einfallen ließ, um mit psychologischen Tricks gegen den Heimfluch anzugehen.

Wir haben versucht, dem über die Verlegung der Ansprache vom Hotel ins Stadion entgegenzuwirken, um uns näher ans Spiel zu bringen. Und wir haben das Licht in der Kabine verändert, um eine andere Atmosphäre zu schaffen.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt in der Pressekonferenz am Donnerstag.

Genutzt haben die Tricks und Kniffe aber nichts: Erst fünf Zähler sammelten die Bremer an der Weser ein. In der vergangenen Spielzeit waren es insgesamt nur neun. Ganz so "dramatisch wie in der letzten Saison" sei die grün-weiße Heimbilanz daher nicht, so Kohfeldt: "In der Mannschaft ist das kein Riesenthema, weil wir nicht den Eindruck haben, dass wir dieses Jahr zu Hause systematisch schlechter spielen als auswärts."

Neuer Anlauf gegen Augsburg

Trotzdem ist es dem 39-Jährigen natürlich lieber, seine Schützlinge begännen eher heute als morgen, endlich auch in Bremen die notwendigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen. Denn: "Ich gewinne gerne zu Hause, damit können wir gleich am Samstag wieder anfangen", betonte Kohfeldt mit einem Grinsen im Gesicht und dem Heimspiel gegen Augsburg (15:30 Uhr) im Blick.

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Video vom 12. Januar 2021
Die Werder- Profis stehen zusammen auf dem Trainingsplatz.
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Helge Hommers Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 14. Januar 2021, 18:06 Uhr