Werder-Trainer Kohfeldt will die Liga sportlich halten

Der Klassenerhalt am Grünen Tisch ist für Florian Kohfeldt keine Option. Der Werder-Trainer bereitet sich auf ein reguläres Ende der Saison vor.

Florian Kohfeldt
Florian Kohfeldt will den Klassenerhalt nicht am grünen Tisch schaffen. Bild: DPA | Uwe Anspach

Noch ist unklar, wann und wie die Saison 2019/20 weitergeht. Gibt es aufgrund der Corona-Pandemie einen Abbruch? Oder sogar eine Annullierung? Und wie wird dann die Abstiegsfrage beantwortet?

Zumindest ist es sehr unwahrscheinlich, dass der Abstieg nach der jetzigen Tabelle geregelt wird. Die Tabelle einzufrieren, könnte eine Klagewelle nach sich ziehen. Einerseits steht das Nachholspiel von Bremen gegen Frankfurt noch aus, andererseits wären Klubs, die in der Rückrunde noch nicht gegen Bayern, Dortmund oder andere Top-Teams gespielt haben, im Vorteil.

Durch den Saisonverlauf verändert sich der Wettbewerb immens, weil wir uns auf zahlreiche englische Wochen vorbereiten müssen.

Florian Kohfeldt, Werder-Trainer

In vielen Szenarien gibt es deshalb keine Absteiger. Entweder wird in der gleichen Konstellation der Mannschaften auch in der nächsten Saison gespielt oder die Liga wird mit den Aufsteigern aufgestockt. In beiden Fällen würde Werder profitieren und nicht absteigen. Gedanken darüber macht sich Werder-Trainer Florian Kohfeldt aber nicht.

"Wir sind Sportler. Wir haben einen Wettkampf begonnen und wollen ihn beenden. Dass diese Saison bisher sehr enttäuschend verlief, ist kein großes Geheimnis, aber wir haben alle den Ehrgeiz über den normalen Weg in der Liga zu bleiben. Davon sind wir nach wie vor überzeugt“, macht Kohfeldt deutlich.

Der Trainingsalltag verändert sich

Werder will, wenn möglich, die Saison zu Ende spielen. Nach Meinung von Experten muss die Liga spätestens am 2. Mai beginnen, um alle Spiele abwickeln zu können. Darauf bereiten sich auch die Bremer vor. "Sollte es wie geplant weitergehen, ist es schon mal nahezu ausgeschlossen, dass wir nur einmal in der Woche spielen. Wir werden vermutlich alle drei Tage spielen und müssen uns dann auch viel schneller regenerieren", erklärt Kohfeldt.

Dadurch müssen die Bremer ihren Trainingsalltag verändern und eine andere Vorbereitung durchführen, als wenn die Mannschaft jedes Wochenende im Einsatz wäre. Bis Ende März wird die Mannschaft zu Hause mit individuellen Trainingsplänen arbeiten. Sollte die Liga dann weitergehen, müssen sich die Spieler auch noch auf einen anderen nicht unwichtigen Faktor einstellen, so Kohfeldt. "Wir müssen vielleicht ohne Fans weitermachen. Neben der hohen Dichte an Spielen wird auch das eine große Rolle spielen.“

"Homeoffice" für Spieler: Das sind die Corona-Maßnahmen für Werder

Video vom 18. März 2020
Cheftrainer von Werder Bremen Florian Kohfeldt im Interview in der Ostkurve

Autor

  • Claus Wilkens

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Rundschau, 19. März 2020, 8 Uhr