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Kohfeldt: "Wir spielen eine Top-Saison"

Florian Kohfeldt spricht von der besten Werder-Saison seit Jahren. Ist das nur der verklärte Trainer-Blick? Wir haben nachgeschaut – er hat tatsächlich Recht.

Kohfeldt betritt mit strahlendem Lächeln das Stadion.
Bestens gelaunt beim Blick auf die Tabelle: Florian Kohfeldt steht mit Werder Bremen nach 21 Spieltagen mit 30 Punkten auf Rang zehn. Bild: Imago | Jan Huebner

Pokal-Sensation in Dortmund, Tage später ein 4:0-Heimsieg gegen den FC Augsburg – und das zeitlich passend zum 120-jährigen Bestehen des Vereins. Zudem sind die begehrten Tabellenplätze für den europäischen Wettbewerb nur drei Punkte entfernt. Bei Werders Fußballprofis könnte es kaum besser laufen. Das sieht auch der Trainer so.

Wir haben Mitte Februar, und wir sind noch im Pokal dabei und haben sehr realistische Chancen auf Europa. Das hat es bei Werder Bremen schon lange nicht mehr gegeben. Deshalb sage ich: Wir spielen bis hierher eine Top-Saison.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

Schaut man sich die vergangenen zehn Saisons an, hat Kohfeldt nicht nur gefühlt mit seiner Einschätzung recht. Tatsächlich sah es selten so gut aus wie derzeit. Im DFB-Pokal waren die Bremer in den Spielzeiten von 2008/2009 bis 2017/2018 im Februar bereits sechsmal ausgeschieden. Mit teils peinlichen Auftritten.

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Unvergessen sind bei Werder-Fans die schmachvollen Niederlagen gegen unterklassige Gegner in der ersten Runde: Sportfreunde Lotte (16/17), 1. FC Saarbrücken (13/14), Preußen Münster (12/13) und der 1.FC Heidenheim (11/12) schossen den Bundesligisten aus dem Wettbewerb.

Knapp war es im vergangenen Jahr, als Werder das Viertelfinale in Leverkusen mit 2:4 nach Verlängerung verlor. Und im Jahr 2010 scheiterte Werder in der zweiten Runde beim FC Bayern mit 1:2.

Seit neun Jahren nicht mehr im Finale

Hat Werder aber den Februar im Liga-Pokal überstanden, dann kam das Aus in der jüngeren Vergangenheit spätestens im Halbfinale, 2016 mit 2:0 gegen die Bayern und 2015 sogar im Achtelfinale gegen den 1. FC Saarbücken.

Die richtig guten Pokal-Zeiten sind also tatsächlich lange her: In den Jahren 2009 und 2010 liefen die Bremer als Finalisten ins Berliner Olympiastadion ein. Vor zehn Jahren gelang der bisher letzte Gewinn des DFB-Pokals mit einem 1:0-Sieg gegen Bayer Leverkusen. Im Jahr darauf folgten auf den Final-Abpfiff enttäuschte Bremer Gesichter: Die Münchener Bayern fertigten chancenlose Bremer mit 0:4 ab.

Drittbeste Punkteausbeute seit Jahren

In der Bundesliga hingegen standen die Werderaner sogar nur zweimal besser da als momentan. Wenn man lediglich auf den Punktestand schaut jedenfalls: In der Saison 2009/2010 hatte Werder mit 31 Punkten einen Zähler mehr auf dem Konto und befand sich am 21. Spieltag auf Platz sechs in der Tabelle. Zum Saisonende kletterten sie gar bis auf Rang drei.

Noch besser sah es in der Saison 2011/2012 aus: 33 Zähler und Tabellenplatz fünf ließen auf einen hervorragenden Saisonabschluss hoffen. Am Ende hat es nicht einmal für die Qualifikation für den Europapokal gereicht: Werder landete auf Rang neun.

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Kohfeldt hat Recht damit, dass seine Truppe für Bremer Verhältnisse eine hervorragende Saison spielt. Doch er mahnt auch: "Natürlich weiß ich nicht, was noch alles kommen wird." Die Saison ist an Spieltag 21 eben noch lang.

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  • Bastian Mojen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 11. Februar 2019, 23:30 Uhr