Entwarnung bei Klaassen – aber reicht's für Hoffenheim?

Geradezu heroisch rettete Davy Klaassen mit einer akrobatischen Einlage Werder vor dem frühen Rückstand gegen Dortmund. Doch er zahlte einen hohen Preis für seine Tat.

Davy Klaassen wird behandelt, nachdem er mit der Metallstange des Tores kolliderte.
Erinnerungen an Dietmar Jakobs wurden wach, als Davy Klaassen im vollem Tempo mit der Metallstange des Tores kollidierte. Bild: Imago/Eibner

Sechs Minuten waren gerade einmal gespielt, als Dortmunds Stürmer Paco Alcacer frei vor Jiri Pavlenka auftauchte. Per Lupfer ließ der Spanier Pavlenka keine Chance – doch Alcacer hatte sich zu früh gefreut. Denn Davy Klaassen hechtete geradezu heroisch dem Ball hinterher und kickte ihn ihm Sprung noch knapp vor der Linie weg. Die 8.500 Werder-Fans auf den Rängen atmeten erleichtert auf, allerdings nur kurz. Denn Klaassen rauschte mit Karacho ins Tor und stürzte mit dem Knie auf die Metallstange am unteren Tornetz. Eine Schrecksekunde, Werders Retter hatte sich verletzt.

Klaassen verzog im Schmerz das Gesicht. Bei einigen mögen Erinnerungen an Dietmar Jakobs wachgeworden sein, der sich 1989 bei einer ähnlichen Aktion an einem Karabinerhaken verletzte und anschließend seine Karriere beenden musste. Doch Klaassen hatte sehr viel mehr Glück, er rappelte sich nach einer längeren Behandlung wieder auf und machte weiter. Doch nach einer Viertelstunde war für den 25-Jährigen dann doch Schluss, Klaassen humpelte vom Platz.

Für Hoffenheim wird es eng

Davy Klaassen verlässt verletzt den Platz.
Nach 18 Minuten war für ihn in Dortmund Schluss. Davy Klassen (Mitte) verletzte sich am Schienbein. Bild: Imago/Eibner

"Davy hat eine Prellung am seitlichen Schienbein", berichtete Sportchef Frank Baumann nach dem Spiel. Offen ist noch, ob es für Klaassen bis zum Mittwoch (20:30 Uhr) reicht, wenn es Werder im Weser-Stadion mit der TSG Hoffenheim zu tun bekommt.

Fällt Klaassen aus, muss Werder-Coach Florian Kohfeldt umplanen. Das Bittere dabei: Als sich Klaassen verletzte, hätte das Spiel bereits abgepfiffen sein müssen. Denn Alcacer stand im Abseits, spätestens der Video-Schiedsrichter hätte den Treffer zurücknehmen müssen.

Kohfeldt: "Das ist ein grundsätzliches Problem"

Die Linienrichter sind daher dazu angehalten, im Zweifel zunächst die Fahne unten zu halten. Ein mögliches Unrecht kann im Nachhinein schließlich noch berichtigt werden. Grundsätzlich ist dies nachvollziehbar, für Werder und Klaassen war diese Regelauslegung in diesem Fall allerdings besonders bitter.

Für  mich ist es ein grundsätzliches Problem, dass wir mit dem Heben der Fahne zu lange warten. Dadurch verletzt sich Davy Klaassen heute, sonst geht er zu dem Ball gar nicht mehr hin.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

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  • Karsten Lübben

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Bundesliga, 15. Dezember 2018, 18:30 Uhr