Moisander Werder-Kapitän? Pizarro verplappert sich

Eigentlich wird Werder-Coach Florian Kohfeldt erst im Trainingslager in Grassau den neuen Kapitän küren. Aber Oldie Claudio Pizarro war schon etwas voreilig.

Kohfeldt am Rande des Trainings mit Moisander im Gespräch.
Neuer Kapitän? Niklas Moisander (links) gehörte schon immer zu Werders Führungsspielern und hat einen guten Draht zu Trainer Florian Kohfeldt. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Claudio Pizarro hatte am Freitag viel zu sagen. Der Peruaner erzählte, wie er im Urlaub in Ascot beim Pferderennen gewesen ist, dass er Max Kruse alles Gute in Istanbul wünscht, dass er immer noch Lust auf Fußball hat, aber am Saisonende doch aufhören wird. Mit vielen Gesten plauderte Pizarro und hatte dabei ein ums andere Mal sein verschmitztes Grinsen im Gesicht. Dann aber, so mitten im Erzählen, da verplapperte sich Werders Schlitzohr wohl.

Ob er sich nicht als neuer Werder-Kapitän, als Kruse-Nachfolger, sehen würde, wurde Pizarro gefragt. "Ich glaube, ich brauche keine Binde, um Kapitän zu sein", meinte der 40-Jährige: "Ich habe so viel Erfahrung, damit kann ich vielen Jungs helfen. Und das mache ich auch sehr gerne." Dann aber schob Pizarro eine Information nach, von der er offenbar glaubte, dass sie bereits allgemein bekannt sei.

Es sieht so aus, als wird Niklas Moisander der Kapitän.

Werder-Oldie Claudio Pizarro

Moisander hätte sich die Binde verdient

Klaassen liegt beim Training bäuchlings auf dem Rasen.
Auch ein Kandidat für die Kruse-Nachfolge als Werder-Kapitän: Davy Klaassen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Eigentlich wollte Trainer Florian Kohfeldt die Kapitänsfrage erst im Trainingslager in Grassau ab dem 26. Juli verkünden, doch seine Wahl dürfte sich ohnehin nur noch zwischen zwei Kandidaten entscheiden: Davy Klaassen und Moisander. Dennoch ruderte Pizarro dann noch lachend zurück, als er ertappt fühlte. "Ich glaube, er wird es, ich weiß es nicht, es sieht so aus. Das müsst ihr den Trainer fragen..."

Er selbst wäre als Typ und Spielerlegende sicherlich auch eine gute Wahl als Kapitän, doch da Pizarro wieder hauptsächlich als Joker von der Bank kommen wird, eignet sich ein Stammspieler besser für die Binde. So oder so kann Kohfeldt wenig falsch machen mit seiner Entscheidung. Sowohl Moisander als auch Klaassen haben sich als Führungsspieler etabliert mit gutem Standing in der Mannschaft. Moisander scheint aber tatsächlich die Nase vorn zu haben, schließlich ist der finnische Abwehrchef bereits seit drei Jahren als Leistungsträger etabliert und unumstritten und hat sich die Kruse-Nachfolge sicherlich ein Stückchen mehr verdient. In Grassau wird sich zeigen, ob sich Pizarro wirklich verplappert hatte.

Mehr zum Thema:

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 19. Juli 2019, 18:06 Uhr