Kalte Pyrotechnik: Werder prüft die Bengalo-Alternative

Ist kalte Pyrotechnik eine Alternative zu gefährlichen Bengalos? Werder Bremen will jetzt gemeinsam mit Fans und Behörden die neuen Fackeln prüfen lassen.

Kalte Pyrotechnik
Werder Bremen hat sich mit anderen Vereinen, wie dem FC St. Pauli in Schweden kalte Pyrotechnik vorführen lassen.

Für die einen gehört Pyrotechnik zum Fußball und zur Fankultur dazu. Die anderen sehen ihre Gesundheit gefährdet, sind genervt vom Qualm und Rauch. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bestraft das Abbrennen von gefährlichen Bengalos in Fußball-Stadien und die Vereine müssen zahlen. Werder Bremen hat in der Vergangenheit einen unteren sechstelligen Betrag dafür aufbringen müssen.

Der dänische Pyrotechniker Tommy Cordsen hat die kalte Pyrotechnik entwickelt. Herausgekommen ist ein Produkt, das mit dem CE Prüfzeichen europaweit zugelassen ist. Die Fackel brennt bei etwa 230 Grad, das ist ein Vielfaches weniger als bei einer normalen Kerze (zirka 1.000 Grad). Bengalos erzeugen Temperaturen von bis zu 2000 Grad.

Neue Pyrotechnik: Revolution in den Stadien?

Neue Pyrofackel, im Hintergrund das Weserstadion.

Die Vorteile der kalten Pyrotechnik liegen auf der Hand

"Wir merken alle, dass wir bei dem Thema Pyrotechnik in den Stadien inhaltlich nicht weiter kommen und auf der Stelle treten, weil wir einfach keine Lösung finden", sagte Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald am Montag auf der Jahreshauptversammlung.

Das Thema Pyrotechnik ist komplex und sehr sensibel.

Hubertus Hess Grunewald, Werder-Präsident

Ist die kalte Pyrotechnik eine Alternative? Die Vorteile liegen auf der Hand: Die kalte Pyrotechnik ist nicht so heiß wie herkömmliche Bengalos, sie raucht kaum und kann mit Wasser gelöscht werden. Völlig ungefährlich ist sie aber nicht.

Gemeinsam mit Polizei, Feuerwehr und Fans

Werder Bremen will die neuen Fackeln ergebnisoffen prüfen lassen. "Wir haben uns entschieden, diesen Weg einzuschlagen und gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden, mit Polizei und Feuerwehr und den Fans zu prüfen, ob kalte Pyrotechnik eine Alternative sein könnte", so Hess-Grunewald.

Der Werder-Präsident will klären, ob man in Bremen dazu ein Pilotprojekt starten kann. "Herkömmliche Pyrotechnik ist ein ewig wehrender Eskalationskreislauf, der aufgebrochen werden muss. Vielleicht ist ein Pilotprojekt eine Chance das Problem gemeinsam konstruktiv anzugehen."

Versprechungen bei Werders Mitgliederversammlung

Ein Bild der Mitgliederversammlung von Werder Bremen. Auf einer Leinwand im Hintergrund das Werder Bremen Logo.
  • Claus Wilkens

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 27. November 2018, 18:06 Uhr