Packt Johannes Eggestein bei Werder noch den Durchbruch?

Am Ende der vergangenen Saison spielte Johannes Eggestein bei den Bremern keine Rolle mehr. Doch Coach Florian Kohfeldt möchte trotzdem mit ihm weitermachen.

Video vom 4. August 2020
Werder-Trainer Florian Kohfeldt auf einer Pressekonferenz.
Bild: Radio Bremen

Am Anfang der Saison machte er es wie ein echter Mittelstürmer. Nach einer Flanke von Milot Rashica hechtete Johannes Eggestein im Sturmzentrum in Richtung des Balles. Und wie ein echter Torjäger köpfte er diesen mit einem Aufsetzer zum zwischenzeitlichen 1:1 ins Düsseldorfer Tor. Aus persönlicher Sicht hätte die vergangene Saison für Johannes Eggestein kaum besser beginnen können. Mit einem Tor im ersten Spiel machte er direkt auf sich aufmerksam. Es war die Saison, die seine Saison werden sollte. Den Talentstatus wollte er ablegen und sich bei Werder als Stammspieler etablieren. Dieses Vorhaben ging deutlich schief. Am Ende war Eggestein nur noch eine Randfigur. Im Abstiegskampf setzte Coach Florian Kohfeldt nicht auf ihn. In den letzten neun Bundesliga-Spielen und in der Relegation gegen Heidenheim stand er nicht einmal mehr im Kader.

Liegt Eggesteins Zukunft in Bremen?

Klar ist: So kann es für den 22-Jährigen nicht weitergehen. Der Kapitän der U21-Nationalmannschaft befindet sich auf der Suche. Nach der richtigen Position und dem richtigen Klub. Auf dem Feld hat er seine ideale Position noch nicht gefunden. In der Werder-Jugend überzeugte er als Goalgetter mit tollen Torquoten. Topklubs wie Manchester United jagten ihn. Eggestein entschied sich trotzdem für eine Zukunft an der Weser. Kohfeldt versetzte ihn allerdings auf die offensive Außenbahn. Ein Schachzug, der zunächst aufging, sich langfristig allerdings noch nicht als Coup erwies. Jetzt muss Eggestein entscheiden, was am besten ist für seine Zukunft. Liegt diese in Bremen?

Wenn es nach Kohfeldt geht, dann definitiv. "Ich habe mit Jojo in der letzten Saison und im Urlaub gesprochen", erzählte dieser am Montag auf der Pressekonferenz, "und ich würde gerne weiterhin mit ihm arbeiten. Ich glaube nach wie vor an sein Potenzial." Dass er Eggestein am Ende der vergangenen Saison das Vertrauen entzogen hat, sieht er dabei nicht als Hindernis. Das gute Verhältnis der beiden sei in den vergangenen Jahren so gewachsen, dass da nichts zurückbleiben werde.

Das war eine Situation im letzten Jahr, in der wir in einer absoluten Extremsituation waren. Das war eine Entscheidung für den Moment, aber nicht für oder gegen das Potenzial von Jojo.

Florian Kohfeldt

Neues Vertrauen in der neuen Saison?

Den einstigen Stellenwert des gebürtigen Hannoveraners hat Kohfeldt dabei nicht vergessen. Dieser knabberte bei Werder einst schon am Status des Stammspielers. "Er hat schon Tore und Assists gemacht in der Bundesliga, ist aber trotzdem noch ein sehr junger Spieler." Ob er auch in der kommenden Saison Tore und Assists für Werder macht, dürfte dabei die Vorbereitung zeigen. Falls Eggestein in der internen Hierarchie wieder klettern kann, dürfte er unter Kohfeldt einen neuen Anlauf nehmen. Falls sich abzeichnet, dass sich seine Situation nicht bessert und selbst ein 18-Jähriger wie Nick Woltemade weiterhin vor ihm steht, bedarf es einer anderen Lösung. Eine mögliche Variante wäre in diesem Fall ein Leihgeschäft zu einem Klub, der Eggestein die wichtige Spielpraxis garantieren kann. Kohfeldt hofft derweil, dass dieser genug Biss besitzt, um sich an der Weser durchzusetzen.

Ich hoffe, dass er in dieser Saison für sich persönlich das erfüllt, was er haben möchte. Und wenn das so kommt, wird er auch einen Mehrwert für uns haben.

Florian Kohfeldt

Vier Abgänge und eine Beförderung: Werder baut zum Trainingsauftakt um

Video vom 3. August 2020
Florian Kohfeldt, Frank Baumann und Clemens Fritz sitzen auf dem Podium.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 4. August 2020, 18:06 Uhr